Dialogbereitschaft im Heilig-Geist Gemeindehaus

Monika von Palubicki (v. l.), Regina Friede, Manuela Weinhardt-Franz, Hildegard Sanner und Heike Lange freuen sich auf den Gesprächabend über das Thema „Frau in der Kirche“. Foto: B. Stache

Referentinnen sprechen über das Thema „Frau in der Kirche“

Schwarmstedt (st). Monika von Palubicki, Diözesanvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), Diözesanverband Hildesheim e.V., Manuela Weinhardt-Franz, Gleichstellungsbeauftragte im Bischöflichen Generalvikariat Hildesheim, und Hildegard Sanner, Hauptamtliche Referentin der kfd sprachen am Mittwochabend im Heilig-Geist Gemeindehaus über das Thema „Frau in der Kirche“. Unter den 22 vorwiegend weiblichen Zuhörern waren Mitglieder der katholischen Kirchengemeinde St. Maria Immaculata aus Mellendorf, so auch die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Anne Heitschmidt und Angehörige des Kirchenvorstandes. Von der Schwarmstedter Kirchengemeinde Heilig Geist waren unter anderem Regina Friede, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, sowie Heike Lange, Mitglied des Kirchenvorstandes anwesend. Propst Martin Tenge, Dechant der Katholischen Kirche in der Region Hannover, hatte zu dem zweiten Vortrag im Rahmen der Reihe „Kirche im Dialog“ eingeladen. Seit dem Weggang ihres Pfarrers Stefan Hesse suchen Mitglieder beider Gemeinden Antworten auf viele Fragen (ECHO berichtete). „Wir brauchen mehr Frauen, mehr noch, als wir bisher schon haben“, erklärte der Propst am Abend mit Hinweis auf die vorherrschende Männerdominanz in kirchlichen Gremien. Die Abwesenheit eines Pfarrers in ihrer Gemeinde bedeutet für Cornelia Daneke, die in liturgischen Diensten in Mellendorf tätig ist, eine Reihe zusätzlicher Termine: „Ich bin eine halbe Stunde zu spät zum heutigen Abend gekommen, weil ich noch einen Gottesdienst geleitet habe“, entschuldigte sie sich. Eine Teilnehmerin sprach das Thema „Frauenquote“ an, das mit den Referentinnen und Propst Tenge ausgiebig diskutiert wurde. „Wir brauchen nicht nur mehr Frauen, wir brauchen vor allem junge Menschen in der Kirche“, ließ Tenge verlauten. Auf die Frage von Hildegard Sanner, ob denn der bischöfliche Rat in Hildesheim die Frauen vermisst, nickte der Propst zustimmend. „Ich glaube nicht, dass Gott so kleinkariert ist, nur Männer zu berufen“, ergänzte die kfd-Referentin Sanner. Die Gleichstellungsbeauftragte Manuela Weinhardt-Franz brach wenig später eine Lanze „für die in Hildesheim“. Propst Martin Tenge zog ein persönliches Fazit aus dem Abend in Schwarmstedt: „Wir sollten die gewohnten, scheinbar selbstverständlich erscheinenden Zusammensetzungen von Gremien überdenken.“ Der dritte Vortrag in der Reihe „Kirche im Dialog“ ist für Donnerstag, 7. November, um 19.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Lindwedel geplant. Es wird das Thema „Zölibat“ behandelt.