Diamantene Hochzeit

Bürgermeister Helge Zychlinski überreicht Glückwünsche und Urkunden an das Diamantene Hochzeitspaar Maske in Bissendorf-Wietze. Foto: E. Rodenbostel

Alles gut organisiert

Bissendorf Wietze (er). Das Fest der Diamantenen Hochzeit wird realistisch und praktisch angesehen. Gefeiert wurde vor 60 Jahren drei Tage lang, alle Kollegen waren natürlich eingeladen. Heute ist es ein kleiner Kreis, etwa vierzehn Freunde und Familienangehörige kommen, um mit ihnen diesen Tag zu feiern. Besonders heute wird die Zeit des Kennenlernens und der Anfangszeit der Beziehung wieder aktuell. „Es musste geheiratet werden“, erzählte Inge Maske offen. „Mein Vater hat sich dagegen gewehrt. Wir hatten keine gute Beziehung, ich war ja schon zehn, als ich ihn zum ersten Mal sah. Meine Onkel und Tanten setzten sich für uns ein, und so heirateten wir noch vor Weihnachten 1959 standesamtlich in Langenhagen.“ Nach einer kurzen Phase in zwei kleinen Zimmern wurde ein Grundstück in Bissendorf Wietze gefunden. „Über 3000 Quadratmeter, mit abgesägten Bäumen und Brennnesseln in der gleichen Höhe. Ohne Traktor haben wir die Fläche urbar gemacht und mit eigenen Händen die Fundamente gefertigt und das Haus gebaut“, erklärte Karl-Heinz Maske schwungvoll. Sie ergänzen sich beide gut, haben viel zu berichten, manchmal kann Bürgermeister Helge Zychlinski Zwischenfragen stellen. Alles in dem Haus hat Geschichten, die Fenster kommen hierher, die Fliesen konnten sie dort bekommen, die Türen von einer anderen Stelle. Freunde haben bei Heizung und Sanitär geholfen, sogar der Dachstuhl wurde gebaut und die sieben Zentner schwere Kaminplatte von Kollegen hereingetragen.
„Von ihrem Geld haben wir gelebt und von meins verbaut“, sagte Karl-Heinz Maske. Beide haben viel gearbeitet. Zur Zeit des Hausbaus hat er zwei Schichten gearbeitet. Entweder morgens auf der Baustelle und dann zur Arbeit, oder umgekehrt. „An den Wochenenden wurde in der Gartenhütte geschlafen, dass wir nicht fahren mussten“, erklärten beide. Er hat 34 Jahre als Betonwerker bei der Firma Hackethal in Hannover gearbeitet. Sie meist halbtags zunächst im Amt für Bodenforschung, später bei einer Spedition und schließlich in der Post in Bissendorf-Wietze. Dort gab es sogar einmal einen Überfall. Da Inge Maske keine Angst kennt und ihre damalige Kundin wohl auch nicht, wurde der mit einer Pistole bewaffnete junge Mann ohne Geld, aber mit vielen mahnenden Worten vor die Tür komplimentiert. Gedacht wird bei den Maskes in großen Schritten: Zur Zeit des Hausbaus, nach dem Hausbau und nach der Rente. Zeit für Kinder war vor dem Hausbau, da wurde Tochter Gabriela geboren, zwölf Jahre später kam nach dem Hausbau Sohn Stephan auf die Welt. Nach der Rente wurde sich ein Wohnmobil angeschafft, das mit dem Jubelpaar 20 Jahre viele Reisen gemacht hat und im letzten Jahr schweren Herzens abgegeben wurde. Sie haben Spanien, Italien, Gibraltar und Polen bis an die russische Grenze bereist und in diesen jeweils etwa vier Wochen musste sich der Sohn um Blumen, Rasen und Tiere auf dem Grundstück kümmern. Früher hatten sie Gänse, Enten, Puten, zwei Esel und Hängebauchschweine. Die Liebe zu dem Federvieh hat die Tochter übernommen, die jetzt in Buchholz Aller wohnt. Dar Garten war immer ein Anliegen von Inge Maske, Rasen wurde in Reihen gemäht. Nach drei Knieoperationen ist es ihr nicht mehr möglich und sie muss sich mit der Technik „ihrer Männer“ zufrieden geben. "In Runden, aber immerhin kurz", sagt Karl Heinz Maske. Für den Abend mit den Gästen haben die Kinder bereits alles vorbereitet, das gut ausgesuchte Menü wird von Heiko Wöhler Catering aus Thönse geliefert und damit kann dieser Tag gebührend gefeiert werden.