Die Rettung kam in letzter Minute

Die Spende von Famila kam gerade rechtzeitig: Warenhausleiter Jens Luxat übergab sie Regina Niehoff vom Treffpunkt Fast geschenkt noch einmal symbolisch, nachdem die Summe von 1.500 Euro bereits überwiesen war. Foto: A. Wiese

Soziales Kaufhaus hätte ohne Spende von famila Miete nicht zahlen können

Mellendorf (awi). Die Erleichterung steht Regina Niehoff vom Treffpunkt ,Fast geschenkt‘ ins Gesicht geschrieben: „Diese Rettung für das soziale Kaufhaus kam wirklich in letzter Minute“, gesteht Niehoff und bedankt sich ganz herzlich bei Jens Luxat, Warenhausleiter von Famila in Mellendorf, und Bürgermeister Helge Zychlinski.
Famila hat mit einer Spende von 1.500 Euro ermöglicht, dass das von der Corona-Pandemie ebenfalls stark betroffene soziale Kaufhaus, das inzwischen keine Rücklagen mehr hat, seine Mai-Miete inklusive Nebenkosten zahlen kann. Bürgermeister Helge Zychlinski hat die Spende vermittelt und die Gemeinde hat den Betrag zudem um weitere 500 Euro aufgestockt, um die benötigte Summe zusammenzubekommen.
„Seit 16. Dezember haben wir keine Einnahmen mehr, sind genauso geschlossen wie andere Geschäfte“, berichtet Regina Niehoff. Für das soziale Kaufhaus, dass seine Einnahmen ausschließlich aus dem Verkauf gespendeter Kleidung, Bücher und Haushaltsgeräte an einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen für Kleinstbeträge zwischen einem und fünf Euro generiert, bedeutete das, die Miete für die Räume in der Bissendorfer Straße in den letzten Monaten aus Rücklagen zu bestreiten. Aber die waren jetzt endgültig aufgezehrt. Die Gemeinde hatte bereits ausgeholfen und eine private Spende hatte es auch bereits gegeben. „Die Mai-Meite hätten wir aber definitiv nicht mehr zahlen können“, so Regina Niehoff. Ihr Hilferuf erreichte Bürgermeister Helge Zychlinski genau in dem Moment, in dem famila-Warenhausleiter Jens Luxat wie bereits mehrfach in der Vergangenheit bei der Gemeinde angefragt hatte, welchen guten Zweck in der Wedemark Famila in diesem Jahr mit einer Summe von 1.500 Euro unterstützen könne. Mit dem Vorschlag des Bürgermeisters, den Betrag in diesem Jahr dem sozialen Kaufhaus zukommen zu lassen, war Luxat sehr einverstanden. „Meine Familie hat bereits mehfach selbst gut erhaltene Kleidung an den Treffpunkt Fast geschenkt abgegeben. Das ist ein sehr gutes Projekt!“
Famila zeigt jedes Jahr die Verbundenheit mit diversen Standorten auf, indem soziale Projekte unterstützt werden. Allerdings nur in ausgewählten Städten und Gemeinden. Um so mehr freut sich Jens Luxat, dass sein Haus auch in diesem Jahr vom Stammhaus in Kiel einen solchen „Weihnachtsscheck“ bekommen hat und Gutes tun konnte. Die Miete für Juni sei auch bereits gesichert, da der Steuerberater Überbrückungsgeld III beantragt habe, berichtete Regina Niehoff. Außerdem wolle ihr Team unbedingt wieder arbeiten, wieder gebrauchte Kleidung annehmen und weitergeben. Daher wird sich der Treffpunkt Fast geschenkt ab 17. Mai unter strikter Einhaltung der Corona-Regeln an Click and Meet beteiligen: Das bedeutet, Kunden können beim Sozialen Kaufhaus einen Termin machen und mit negativem Testergebnis vorbeikommen. Selbstverständlich müssen sie für die Nachverfolgbarkeit auch ihre Adresse hinterlassen.
Für Regina Niehoff und ihr Team engagierter Frauen ist es es ganz wichtig, das soziale Kaufhaus wieder zum Laufen zu bringen, damit es sich wie in den Vorjahren aus eigenen Kräften tragen kann. In der Vergangenheit hat sogar der Treffpunkt Fast geschenkt selbst für soziale Projekte wie den ambulanten Hospizdienst oder Emilie, das Familienzentrum der evangelischen Kirche in Mellendorf gespendet. „Da wollen wir unbedingt wieder hinkommen“, machte Regina Niehoff deutlich. Sie weiß aber auch, wie sehr die Kunden des sozialen Kaufhauses darauf warten, hier wieder günstig an gute gebrauchte Kleidung zu kommen, denn die Corona-Pandemie hat in vielen Fällen die Not noch verschärft.