„Die Schulpolitik besser gelöst“

Wedemarks Bürgermeister Helge Zychlinski empfing seinen Partei- und Amtskollegen Axel Düker aus Burgwedel im Rathaus und zeigte ihm anschließend auch Schulzentrum, Bauhof und Recyclinghof. Foto: A. Wiese

Bürgermeister aus der Wedemark und Burgwedel wollen Kontakte intensivieren

Wedemark (awi). Die Stimmung war locker und gelöst, als sich Wedemarks Bürgermeister Helge Zychlinski und sein Burgwedeler Amtskollege Axel Düker am Mittwoch im Rathaus in Mellendorf trafen. „Ich habe schon vor den Wahlen gesagt, ich erwarte Axel Düker zum Antrittsbesuch. Schließlich bin ich dann der dienstältere Bürgermeister“, flaxte Helge Zychlins-ki gut gelaunt. Er und sein Parteigenosse Düker kennen sich bereits seit rund 15 Jahren. Doch nicht nur deswegen wollen beide die Kontakte zwischen ihren Verwaltungen deutlich intensivieren. Beide Gemeinden hätten viel gemeinsam, aber auch einiges unterschiedlich gelöst. Da gelte es, aus den Erfahrungen der Nachbarkommune zu lernen und wenn möglich zu profitieren, waren sich Zychlinski und Düker einig. Sie wollen aber auch Synergieeffekte nutzen und mit einer Stimme nach außen auftreten, wenn es – wie zum Beispiel bei der Y-Trasse – darum geht gemeinsame Interessen zu vertreten. Dazu gehörten beispielweise auch gemeinsame Informationsveranstaltungen für die Bürger, wenn gemeindeübergreifende Themen anständen. „Manche Details wie zum Beispiel die Schulpolitik hat die Wedemark besser gelöst“, gab Düker unumwunden zu. Zychlinski bot seinem Amtskollegen an, ihm seine Erfahrungen zur Verfügung zu stellen, wenn es um die Einrichtung einer gemeinsamen Gesamtschule für Burgwedel und Isernhagen gehe. Zurzeit wird eine erkleckliche Zahl von Burgwedeler Schülern auf der IGS in der Wedemark beschult und Burgwedel leistet dafür Ausgleichszahlungen. Verkehrspolitisch möchte sich Zychlinski allerdings etwas von der Nachbarkommune abgucken. Das gelte für die Umgehungsstraße ebenso wie für den verkehrsberuhigten Bereich im Zentrum. „Wir werden den Austausch zwischen den Verwaltungen auf jeden Fall deutlich intensivieren“, so Zychlins-ki. Zwar werde es sicherlich auch einmal Meinungsverschiedenheiten geben, aber man wisse das Miteinander einzuschätzen. Burgwedel und Wedemark seien durch das Straßennetz gut aneinander angebunden, der öffentliche Personennahverkehr sei sicherlich noch verbesserungsfähig. Leider sei die Nähe zu Burgwedel durch die S-Bahn und die dadurch entstandene Nord-Süd-Achse etwas verloren gegangen. Amtsgericht und Krankenhaus, Kirchenkreis, Lebensberatung und Hospizdienst seien jedoch nur einige Einrichtungen, die nach wie vor für beide Kommunen zuständig und in Burgwedel angesiedelt seien. Viele Wedemärker nutzten auch die Einkaufsmöglichkeiten in der Nachbarstadt. Das habe er im Wahlkampf beispielsweise auf dem Wochenmarkt donnerstags vormittags in Großburgwedel gemerkt, erzählte Düker. Er habe dort so viele Mellendorfer und Bissendorfer und andere Wedemärker Bürger getroffen, dass er schon überlegt habe, dort Zychlinski-Flyer zu verteilen, scherzte der Burgwedeler Bürgermeister. Dass der Recyclinghof in Bissendorf hingegen von aha auch als Anlaufstelle für die Burgwedeler geplant ist, hat der Burgwedeler allerdings nicht auf dem Plan. „Ich fahre nach Lahe“, begründet er und mutmaßt, dass viele Burgwedeler das genauso machen. Gern nahm er jedoch das Angebot Zychlinskis an, ihm im Rahmen der bevorstehenden Rundfahrt durch die Gemeinde auch den Recyclinghof im Bissendorfer Gewerbegebiet zu zeigen. Das war dann nach Schulzentrum und Bauhof die dritte Station. Im Bauhof ging es Zychlinski ebenso wie bei der Eigenreinigung im Schulzentrum vor allem darum, seinem Kollegen zu demonstrieren, wie Rekommunalisierung von outgesourcten Aufgaben aussehen kann. Das plane er auch für die Abwasserbeseitigung, kündigte Zychlinski an. Da der Vertrag mit der KED regulär auslaufe, hätte ansonsten eine europaweite Ausschreibung angestanden. Er sei jedoch überzeugt, dass die Gemeinde die Abwasserbeseitigung kostengünstiger für die Bürger erledigen könne als ein privates Unternehmen.