Die Verantwortung liegt beim Fahrer

Polizeihauptkommissar Uwe Bollbach (stehend) unterrichtet zum Thema „Einsatzfahrt“. Foto: B. Stache
 
Uwe Bollbach (v.l.), Michael Hahn und Philipp Benecke (FFW Brelingen) bleiben nach dem Vortrag im Gespräch. Foto: B. Stache

Unterrichtung „Einsatzfahrt“ bei der Feuerwehr kommt gut an

Mellendorf (st). „Das war ein sehr guter Vortrag. Sehr wichtig für mich waren auch die rechtlichen Hinweise“, lautete das Fazit von Gruppenführer Jens Tauber, seit 1984 Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr (FFW), nach der einstündigen Unterweisung zum Thema „Verkehrsverhalten bei der Anspruchnahme von Sonder - und/oder Wegerechten bei Einsatzfahrten" am Mittwochabend im Unterrichtsraum des Feuerwehrhauses Mellendorf. Polizeihauptkommissar Uwe Bollbach, Verkehrssicherheitsberater vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Burgdorf, sprach vor mehr als 50 Feuerwehrangehörigen über die Rechtsgrundlagen bei Einsatzfahrten und widmete sich mit großer Intensität den Bereichen Sonder- und Wegerechte. „Für die Einsatzfahrt ist immer der Fahrer verantwortlich“, machte der Polizist mehrfach deutlich. Seinen Vortrag bereicherte er mit Bildern von Einsatzfahrten, Videos und praktischen Beispielen. Bollbach erläuterte verschiedene Risikofaktoren, denen der Fahrer bei Einsätzen ausgesetzt sei: dies können Verkehrsteilnehmer sein, die beispielsweise durch laute Radiomusik im eigenen Fahrzeug abgelenkt sind und das Einsatzhorn (Martinshorn) nicht hören oder mit der Situation Blaulicht und Martinshorn überfordert sind. Cord Hanebuth, stellvertretender Ortsbrandmeister der FFW Mellendorf, der er seit 1984 angehört, hat schon viele Einsätze auch als Kraftfahrer mitgemacht: „Als Fahrer eines Einsatzfahrzeuges muss ich immer mit unvorhersehbaren Reaktionen anderer Verkehrsteilnehmer rechnen. Der Vortragende hat diese Problematik anschaulich vermittelt“, lobte er. Aber auch der Einsatzfahrer selbst könne zum Risikofaktor werden, da während der Einsatzfahrt viele Einflüsse auf ihn einwirkten, erklärte der Polizeihauptkommissar. Die Feuerwehrangehörigen erfuhren, dass ein Wegerecht nur bei eingeschaltetem Blaulicht und Einsatzhorn gilt, Missbrauch mindestens ein Verwarngeld von 20 Euro nach sich ziehe. Die Fahrt mit dem eigenen Pkw zum Feuerwehrhaus oder Einsatzort wurde ebenfalls thematisiert. Bei allem Verständnis, schnell ankommen zu wollen um helfen zu können, mahnte Bollbach zu umsichtigem Fahren: „Es ist keinem geholfen, wenn Sie selbst einen Unfall verursachen.“ Für Yasmin Sieveritz aus Mellendorf war dies der erste Vortrag zu dem Thema „Einsatzfahrten“: „Ich bin erst seit 2012 in der Freiwilligen Feuerwehr und habe noch an keinem Einsatz teilgenommen. Meine Ausbildung zur Feuerwehrfrau ist im September abgeschlossen. Ich fand die praktischen Beispiele gut. Jetzt weiß ich besser, wie ich mich verhalten sollte, wenn ich mit meinem Privatwagen unterwegs bin“. Der Informationsabend war in Zusammenarbeit mit der Kontaktbeamtin Mareike Limbach vom Polizeikommissariat Mellendorf geplant worden. „Dies ist bereits die zweite Veranstaltung dieser Art“, erklärte der für die Wedemärker Feuerwehren verantwortliche Gemeindebrandmeister Michael Hahn: „Eine weitere Vortragsveranstaltung wird abschließend für die übrigen Ortsfeuerwehren noch festgelegt und im Feuerwehrhaus Bissendorf durchgeführt.“ Der Mellendorfer Ortsbrandmeister Holger Schmidt hatte in seiner Begrüßung der Gäste eines deutlich gemacht: „Oberstes Ziel bei der Einsatzfahrt ist es, anzukommen.“