Die Wedemark auf dem Weg zur Inklusion

Prof. Dr. Bettina Lindmeier von der Leibniz-Universität Hannover beleuchtete das Thema Inklusion aus wissenschaftlich-praktischer Sicht. Rechts Heiner Peterburs, Susanne Kopp und Konstanze Beckedorf. Foto: A. Wiese

Lebenshilfe lud zur Vortrags- und Diskussionsveranstaltung ins Bürgerhaus ein

Bissendorf (awi). Lebenshilfe-Vorsitzender Heiner Peterburs freute sich über die große Resonanz auf die Einladung der Lebenshilfe zur Vortrags- und Diskussionsveranstaltung am Donnerstagabend im Bissendorfer Bürgerhaus. Thema: Die Wedemark auf dem Weg zur Inklusion. Selbstverständlich sei das nicht, betonte Peterburs. Noch allzuoft würden Menschen mit Behinderungen ausgegrenzt, nicht selten grenzten sie sich aber auch selbst aus. Oft werde das Thema einfach verdrängt. Nach der UN-Behindertenrechtskonvention geh es bei der Inklusion um die gleichberechtigte Teilhabe und das gemeinsame Leben von Menschen mit und ohne Behinderungen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Lebenshilfe wolle das Thema Inklusion stärker in das öffentliche Bewusstsein tragen, Erfahrungen und Erwartungen benennen, Bedenken und Vorbehalte formulieren und eine Orientierung für Alltagshandeln, politische Entscheidungen und für die organisatorische Gestaltung der unterschiedlichen Lebensfelder geben, so Peterburs. Die Erste Gemeinderätin Konstanze Beckedorf überbrachte Grüße von Bürgermeister Tjark Bartels und gab zu bedenken, dass die Bedeutung von Inklusion, nämlich allen die gesellschaftliche Teilhabe an allem zu ermöglichen, nicht so einfach umzusetzen sei wie es klinge: „Wir tun uns nicht leicht damit, Menschen in unsere Mitte zu nehmen, die aus einem gewissen Raster fallen. Es kostet Geld, Zeit und Mühe, aber hier in der Wedemark sind wir dazu bereit!“ Mit dem Erlass des Landes, die inklusive Schule ab dem Schuljahr 2013/2014 verpflichtend einzuführen, komme eine große Herausforderung auf die Kommunen zu, so Beckedorf, aber die Gemeinde hoffe, dass die Wedemark den Anforderungen im vollen Umfang gewachsen sein werde. Themen wie die Bildung von Schwerpunktschulen müssten ausgiebig diskutiert, das Für und Wider gegeneinander abgewogen werden. Anschließend referierte Prof. Dr. Bettina Lindmeier 45 Minuten lang über Inklusion, die Möglichkeiten der Umsetzung, die Abgrenzung zur Integration und die Notwendigkeit, umzudenken: „Nicht fragen, geht das überhaupt, sondern fragen, was muss passieren, damit es möglich wird.“ Anschließend hörten die Gäste im voll besetzten Bürgersaal einige Berichte aus den Lebensfeldern, in denen es bereits konkrete Erfahrungen mit der Inklusion gibt. Manfred Preis als Geschäftsführer der Gemeinnützigen Gesellschaft für Behindertenarbeit Langenhagen und Träger des integrativen Kindergartens Domino beleuchtete die vorschulischen Aspekte. Die Schulleiterin der Grundschule Brelingen, Doris Rommel, berichtete über einjährige Erfahrungen von inklusivem Lernen. Jana Semeradt-Möller als Leiterin der Förderschule für Lernbehinderte hob die Bedeutung von Förderschulen im Rahmen der Inklusion hervor und Gabriele Wolff und Michael Wilken vom Arbeitskreis für Menschen mit Behinderungen machten deutlich, welche Barrieren abgebaut werden müssen, um Hinternisse bei der Umsetzung der Inklusion zu beseitigen.