Die Wedemark ist attraktiv

Das Forum bietet breiten Raum für Gespräche bei der Diskussionsveranstaltung zur Gewerbeentwicklung in der Wedemark. Foto: B. Stache
 
Moderator Oliver Kuklinski (von links) lässt Claudia Geldermann, Dorothee Lehnen-Martin, Dennis Brandt, Andreas Prahl und Georg Ebeling zu Wort kommen. Foto: B. Stache

Bürgermeister und Wirtschaftsförderin fördern Diskussion über Gewerbeentwicklung

Mellendorf (st). Die Wedemark ist attraktiv – als Wirtschafts- und Wohnstandort gleichermaßen. Das bestätigten Teilnehmer der Diskussionsveranstaltung zur Gewerbeentwicklung in der Wedemark am Dienstagabend im Forum Campus W. Dort waren auf Einladung von Bürgermeister Helge Zychlinski und Wirtschaftsförderin Antonia Hingler zirka 70 Gäste aus Wirtschaft und Politik zusammengekommen, um sich über die wirtschaftliche Entwicklung in der Gemeinde auszutauschen. In seiner Begrüßung erinnerte der Bürgermeister an den Gemeindeentwicklungsplan von 2015, der als Grundlage für die Beteiligungsveranstaltung diene. „Heute Abend kümmern wir uns um den Bereich Wirtschaft“, so Helge Zychlinski. Die Gemeinde habe sich zuvor bereits mit den Themen Umweltschutz (Biotopverbund), Verkehr (Verkehrskonzept) und Wohnungsbau (Wohnbaustrategie) auseinandergesetzt, betonte er. Als professioneller Moderator konnte Oliver Kuklinski von PLANKOM aus Hannover gewonnen werden, der zunächst das Thema des Abends vorstellte: „Gutes bewahren – Zukunft entwickeln! Wie gestalten wir die Arbeitswelt von und für uns in der Wedemark?“ Im Auftaktgespräch versicherte die Wirtschaftsförderin dem Moderator, dass ihr der Kontakt zu Unternehmern ganz wichtig sei. Viele Unternehmen seinen schon sehr lange in der Wedemark ansässig und auch familiär mit dem Raum verbunden. Antonia Hingler bestätigte den Unternehmen starkes Engagement und organisches Wachstum. „Wir haben aktuell gar keine Gewerbegebiete, die wir irgendwo mit verfügbaren Flächen hätten“, musste sie auf die Frage des Moderators nach freien Flächen für weitere Gewerbeentwicklungen in der Wedemark eingestehen. Die Gemeinde suche aber das Gespräch mit Unternehmern, um herauszufinden, welche Unterstützungsmöglichkeiten es auch zukünftig geben kann. Oliver Kuklinski begrüßte anschließend fünf Unternehmer, die sich bereiterklärt hatten, Fragen zur Gewerbeentwicklung in der Wedemark und zu ihrer Motivation, hier zu investieren, zu beantworten: Allgemeinmedizinerin Claudia Geldermann aus Brelingen, Dennis Brandt (Geschäftsführer EASYFITNESS Mellendorf), Andreas Prahl (Inhaber Deisterwelle Wellpappenwerk Wennebostel) und Georg Ebeling, Seniorchef der Spedition Ebeling aus Gailhof. Unternehmerin Dorothee Lehnen-Martin wird ihren Produktionsstandort für Taschen, Kissen und Accessoires noch in diesem Jahr in die Wedemark verlegen. „Wir bauen an der Schlager Chaussee in Bissendorf ein zweistöckiges Werkstattgebäude. Mit der Eröffnung rechnen wir im Herbst. Als Betrieb mit ökologischem Hintergrund bauen wir mit natürlichen Materialien, Holz und Papier“, betonte die Textildesignerin. „Ich fühle mich hier zuhause“, bekräftigte Claudia Geldermann, die hier aufgewachsen ist und sich bewusst mit ihrer Arztpraxis in Brelingen niedergelassen hat. Dennis Brandt, der ebenfalls aus der Wedemark stammt, sei es selbstverständlich gewesen, vor Ort zu investieren. „Ich lebe hier und möchte den Wedemärkern gerne etwas vorzeigen“, erklärte der sportlich ambitionierte Unternehmer. Georg Ebeling lobte die gute Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung und verwies auf die Bedeutung des Standortes der Spedition unmittelbar an der Autobahn und der Nähe zum Flughafen Hannover, und auch Andreas Prahl zeigte sich insgesamt zufrieden. Auf der Wunschliste der Unternehmer standen unter anderem kurze Wege für die Arbeitnehmer, ein Verkehrskonzept zur Entlastung der Ortschaften (damit Dörfer wieder Dorfcharakter erhalten) und Reduzierung der Bahnschranken-Übergänge, bezahlbarer Wohnraum, Stärkung sportlicher Aktivitäten und Gesundheitsvorsorge sowie „Klartext-Kommunikation“ zwischen Gemeindeverwaltung und Bürgern. Weniger erfreut über die Möglichkeit, in der Wedemark zu expandieren, zeigte sich ein anderer Unternehmer. Er warte seit nunmehr zehn Jahren auf Wachstumsflächen für sein Unternehmen. Handwerksbetriebe bräuchten Flächen dort, wo ihre Kunden wohnen, wurde ebenfalls vorgebracht. Antonia Hingler bestätigte, dass während ihrer neunmonatigen Tätigkeit als Wirtschaftsförderin zirka 20 kleine und mittelständische Unternehmen nach Gewerbeflächen in der Größe von 1000 bis 2000 Quadratmeter sowie 4000 bis 5000 Quadratmeter angefragt hätten. Den Veranstaltungsteilnehmern bot sich anschließend die Möglichkeit, sich an vier Themeninseln – Gewerbegebiete Elze-Berkhof, verträgliche Standortentwicklung, Wirtschaftsmarketing sowie Gewerbegebiete Mellendorf-Gailhof – mit Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung auszutauschen und Ideen und Anregungen vorzutragen. Alle Ergebnisse wurden notiert, um von der Verwaltung ausgewertet zu werden.