„Die zwölf Geschworenen“ im ABO

Gastspiel der besonderen Art: Die zwölf Geschworenen auf der Bühne in Mellendorf.Foto: A. Hartmann

Gastspiel des Theaters für Niedersachsen in der Wedemark

Wedemark. Das ABO-Theater im Oktober präsentiert ein Gastspiel des Theater für Niedersachsen (TfN). Das Theaterstück „Die zwölf Geschworenen“ nach dem bekannten Film mit Henry Fonda ist am Freitag, 07. Oktober im Theatersaal Mellendorf ab 20 Uhr zu sehen. Um 19.30 Uhr findet für alle Interessierten eine Einführung der Dramaturgin vom TfN statt.
Zwölf durchschnittliche US-Bürger müssen als Geschworene in einem Gerichtsprozess das Urteil fällen. Sechs Prozesstage lang wurde über einen Mord verhandelt: Ein 19- jähriger Puertoricaner wird beschuldigt, seinen Vater erstochen zu haben. Der Junge bestreitet die Tat, obwohl es Zeugen gibt. Doch sein Alibi ist nicht überzeugend und seine Schuld scheint bewiesen zu sein. Sollte er schuldig gesprochen werden, erhält er die Todesstrafe durch den elektrischen Stuhl.
Die zwölf Geschworenen, die den ganzen Prozess verfolgt haben, werden belehrt: Wenn sie von der Schuld des Angeklagten überzeugt sind, müssen sie für „schuldig“ stimmen. Haben sie aber einen begründeten Zweifel an der Schuld, müssen sie für „nicht schuldig“ stimmen. In jedem Fall muss ihr Urteil einstimmig sein. Sollten sie zu keiner Einigung kommen, beginnt der Prozess mit zwölf anderen Geschworenen wieder von vorn. Die Zwölf ziehen sich zur Beratung ins Geschworenenzimmer zurück und führen schnell eine erste Probeabstimmung durch. So klar wie der Fall scheint, könnte bereits Einigkeit herrschen und der Fall wäre schnell erledigt. Tatsächlich stimmen elf der Geschworenen direkt für „schuldig“, nur der Geschworene Nr. 8 plädiert für „nicht schuldig“. Es kommt zum Streit zwischen den Geschworenen. Sie ringen miteinander um die Wahrheit, versuchen einander zu überzeugen, betrachten Zeugenaussagen neu und schauen Beweisstücke nochmals an. Schließlich finden sie zu einem Urteil. Reginald Rose gelang mit „Die zwölf Geschworenen (Twelve Angry Men)“ 1954 der Durchbruch. Das auf einem authentischen Fall basierende Fernsehspiel wurde mit einem Emmy ausgezeichnet. 1957 schrieb Reginald Rose zusammen mit Henry Fonda, der auch die Hauptrolle spielte, eine Kinoversion, die mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet und für den Oscar nominiert wurde.
Den Weg auf die Bühne fanden „Die zwölf Geschworenen“ nicht in den USA, sondern 1958 in Deutschland: Der Drehbuchautor, Dramaturg und Übersetzer Horst Budjuhn schrieb eine modifizierte Bühnenfassung „für ein übernationales Verständnis“. Sie wurde an den Münchner Kammerspielen 1958 uraufgeführt und danach an unzähligen deutschen Bühnen nachgespielt.
1964 verfasste Reginald Rose eine eigene amerikanische Bühnenversion des Stücks. 1997 wurde „Twelve Angry Men“‘ erneut für das Fernsehen verfilmt, mit einer multikulturellen Besetzung, die im Amerika der fünfziger Jahre nicht denkbar gewesen wäre. Der Eintritt kostet 14 Euro, zwölf und zehn Euro. Schüler zahlen fünf Euro. Vorverkauf nur im Rathausfoyer oder telefonische Reservierung unter der Telefonnummer
(0 51 30) 58 12 74.