Digitalisierung Aufgabe der Zukunft

Karl-Hans Konert, Leiter des Richard-Brandt- Heimatmuseums Wedemark (von rechts) demonstrierte seinen Kollegen Gerhard Bleich und Katja Weberling vom Stadtmuseum Burgdorf, Tim Müller, Leiter des Museums für Energiegeschichte in Hannover und Oliver Freise, Referent des Museumsverbandes Niedersachsen-Bremen, dass das Bissendorfer Museum zum einen bereits modernste Medien nutzt, zum anderen das Verzeichnis seiner Exponate aber nur handschriftlich in einem dicken Buch verzeichnet ist. Foto: A. Wiese

Regionale Arbeitsgemeinschaften der Museen tagte am Montag in Bissendorf

Bissendorf (awi). Am Montag stand Bissendorf im Fokus der 60 Museen in der Region Hannover-Deister. Bei einer Fachtagung der Regionalen Arbeitsgemeinschaft mit rund 25 ehren- und hauptamtlichen Vertretern aus 14 Einrichtugnen wurden die Weichen für die Arbeit der kommenden Monate gestellt. Im Mittelpunkt standen Austausch und Vernetzung der Museen.
Mit Unterbrechungen bietet die Arbeitsgemeinschaft der Museen im Raum Hannover und Deister seit 1982 einen Austausch der beteiligten Museen an, die die unterschiedlichsten Themenbereiche abdecken. Der Nutzen für die Mitgliedseinrichtungen ist vielfältig: Angefangen beim Erfahrungsaustausch, Informationen zu Fördermöglichkeiten über Tipps zu Einrichtungen von Sonderausstellungen oder Museumsshops bis hin zur Entwicklung gemeinsamer Wanderausstellungen erschließen die Mitgliedsmuseen gemeinsam bedeutende Synergieeffekte und schaffen eine Struktur für die gesamte Region, berichteten im Vorfeld des Treffens der Referent des Museumsverbandes Niedersachsen-Bremen, Oliver Freise, der den erkrankten Leiter der Verbandsgeschäftsstelle, Hans Lochmann, vertrat und der Leiter des Stadtmuseums Burgdorf, Gerhard Bleich. Erst im Herbst letzten Jahres hatten sie die regionale Arbeitsgemeinschaft nach siebenjährigem Dornröschenschlaf wieder reaktiviert. Den Zusatz Deister im Namen verdankt die AG dem hohen Anteil der Gründungsmuseen aus der Deisterregion im Jahr 1983, zu denen unter anderem Museen aus Barsinghausen und Bad Münder gehörten. Eine große Herausforderung, der sich die Museen jetzt stellen müssen, ist die Digitalisierung, trugen Freise und Bleich vor. Mit wenigen Ausnahmen verfügten die meisten Museen noch ausschließlich über handschriftliche Eintragungen in riesigen Büchern, die manchmal auch nicht auf dem neuestens Stand seien. Auch das Heimatmuseum Wedemark in Bissendorf gehört zu denjenigen, deren ehrenamtliche Mitarbeiter sich in den nächsten Jahren dran machen müssen, die Exponate digital zu erfassen und dabei erst einmal festzustellen, ob es sie alle überhaupt noch gibt und in welchem Zustand sie sind. „Wir wuss-ten, dass uns das bevorsteht, als wir vor sieben Jahren ehrenamtlich mit vielen Engagierten in die Museumsarbeit eingestiegen sind“, berichtete Karl-Hans Konert, Museumsleiter in Bissendorf. Doch hätte diese Arbeit damals zu viele Kräfte und Zeit gebunden. Die Neuordnung der Dauerausstellung, die Einrichtung neuer Medien zur Präsentation und die Organisation wechselnder Sonderausstellungen sei ihm und den anderen Museumsfreunden wichtiger gewesen, so Konert. Die Wedemärker gehörten der regionalen Arbeitsgemeinschaft schon seit vielen Jahren an und seien gespannt auf die Neuigkeiten, die sie heute aus dem Verband erfahren würden. Teilgenommen hätten die Wedemärker Museumsfreunde bereits an Fortbildungen des Verbandes, die sie als Mitglieder ermäßigt bekommen. Für Karl-Hans Konert, der das Team der ehrenamtlichen Helfer seit sieben Jahren anleitet, und der bereits vor geraumer Zeit sein Ausschreiden im März angekündigt hat, gibt es übrigens noch immer keinen potenziellen Nachfolger.