Dirk Hallmann CDU-Bürgermeisterkandidat

Der CDU-Vorstand mit Rudi Ringe, Editha Lorberg und Gerd Menke präsentierte am Dienstagabend im Gasthaus Bludau in Wennebostel den CDU-Bürgermeisterkandidaten Dirk Hallmann (2. v. r.). Foto: A. Wiese
 
Dirk Hallmann, seit Dienstagabend CDU-Bürgermeisterkandidat für die Wedemark. Foto: A. Wiese

1. Polizeihauptkommissar setzt sich mit 64 zu 55 Stimmen gegen Carsten Niemann durch

Wedemark (awi). Die Wahl des Bürgermeisterkandidaten der CDU Wedemark am Dienstagabend war spannend: 64 Stimmen bei der Stichwahl für den 1. Polizeihauptkommissar Dirk Hallmann aus Hannover, 55 Stimmen für Carsten Niemann aus Burgwedel.
Im ersten Wahlgang hatte Niemann die absolute Mehrheit verpasst, aber mit 53 Stimmen eine Stimme vor Hallmann gelegen. Der dritte Bewerber, Kriminalhauptkommissar Matthias Thoms aus Bissendorf, für den sich der CDU-Vorstand im Vorfeld ausgesprochen hatte, bekam 15 Stimmen. Die Gemeindeverbandsvorsitzende Editha Lorberg freute sich im anschließenden Pressegespräch über die mit 124 Mitgliedern außerordentlich gut besuchte Versammlung.
Alle drei Kandidaten hätten sehr gute Vorstellungen abgeliefert und seien durchaus qualifiziert. Alles sei äußerst fair und demokratisch abgelaufen. Die Bewerber hatten sich in der Reihenfolge ihrer Kandidatur den Mitgliedern vorgestellt, in Abwesenheit der jeweils anderen Kandidaten. Alle drei gingen sehr sportlich und kameradschaftlich miteinander um und versicherten dem jeweils anderen im Falle des Siegs die eigene volle Unterstützung. Die Gemeindeverbandsvorsitzende Editha Lorberg und ihre Vorstansmitglieder Gerd Menke und Rudi Ringe freuen sich, jetzt einen „sehr sehr guten Kandidaten“ am 9. Februar gegen einen oder mehrere noch unbekannte Gegenkandidaten ins Rennen um den Posten des Bürgermeisters zu schicken. Hallmann sei nicht nur durch seine polizeiliche Tätigkeit – er war von März 2003 bis März 2006 Kommissariatsleiter in Mellendorf – sehr bekannt, betonte Lorberg. Nicht zu verwechseln allerdings mit seinem Zwillingsbruder Knut Hallmann, dem aktuellen Leiter des Polizeikommissariats. Der CDU-Bürgermeisterkandidat Dirk Hallmann ist seit mittlerweile 37 Jahren im Polizeidienst und schloss sein Studium an der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege als Diplom-Verwaltungswirt ab. Bis 1993 war er Führungskraft bei der Autobahnpolizei Hannover, von 1993 bis 1999 Schichtleiter im Polizeikommissariat Garbsen, ab 2001 Personalratsvorsitzender der PI Hannover-Land für 1.000 Beschäftigte. Nach seiner Zeit als Leiter des PK Mellendorf war er ein Jahr lang Dezernent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Polizei Hannover, danach dreieinhalb Jahre Referent im Büro des Innenministers und bis August 2012 Sprecher im Innenministerium. Von August 2012 bis Februar 2013 übernahm er als Dezernatsleiter erneut die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Polizei Hannover und ist seit Februar diesen Jahres Leiter Einsatz- und Streifendienst im Polizeikommissariat Südstadt Hannover und stellvertretender Dienststellenleiter. In dieser Funktion ist er verantwortlich für 64 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Nebenbei hat Dirk Hallmann 25 Jahre Einzeldiensthundertschaften geführt und war über sieben Jahre und auch aktuell Hundertschaftsführer. Ehrenamtlich betätigte er sich von 1996 bis 2005 als Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft Niedersachsen, war von 2004 bis 2011 Bundesvorstandsmitglied der DPolG, seit 2004 Regionalbeauftragter für Norddeutschland der Stiftung der DPolG und seit Februar 2009 Vorsitzender des Sozialfonds der Polizei. In der CDU ist Hallmann Mitglied seit 2006. In der CDU Neustadt – dort hat Hallmann viele Jahrzehnte lang gewohnt – engagierte er sich von 2006 bis 2008 als Beauftragter mit verschiedenen Initiativen wie „1.000 Euro für null Promille“, Bahnhofserneuerung und Warnwesten für Schüler.
Soviel Zeit hat Dirk Hallmann in der Wedemark nicht. Gerade mal drei Monate stehen ihm zur Verfügung, bis die Bürger an die Wahlurne gerufen werden. „Ich möchte, dass die Partei nicht in den Hintergrund geschoben wird. Ich bin Vertreter der CDU und stehe ganz bewusst für bestimmte Werte“, betonte Hallmann. Es werde ein ganz besonderer Wahlkampf werden, ein Wahlkampf der anderen Art miteinander umzugehen. „Ich bin eher Florettkämpfer als Streitaxtkämpfer“, schmunzelte er. Als Kandidat von außen wolle er frische Energie in die Wedemark und die Gemeindeverwaltung einbringen. Auf Nachfrage des ECHO, warum er seinen Hut erst so spät in den Ring geworfen habe, erklärte Hallmann, er habe zunächst die Stichwahl bei den Landratswahlen in Hameln abgewartet. Als sicher war, dass Bartels das Bürgermeisteramt in der Wedemark vorzeitig aufgeben würde, habe er Editha Lorberg sein Interesse an einer Kandidatur signalisiert, zu dem Zeitpunkt aber die Auskunft erhalten, dass der Vorstand sich bereits für einen Kandidaten, nämlich den Kriminalhauptkommissar Matthias Thoms, entschieden habe.
Eine Kampfabstimmung zwischen zwei Kandidaten sei nicht seine Absicht gewesen, so Hallmanns klare Aussage. Erst als mit Carsten Niemann Ende letzter Woche ein zweiter Bewerber seine Kandidatur ankündigte, habe er sich doch entschlossen, ebenfalls anzutreten. „Drei Kandidaten, das ist etwas ganz anderes als gegen einen zu kandidieren. Das bin eben ich. So ist Dirk Hallmann“, brachte es der CDU-Bürgermeisterkandidat auf den Punkt. Die Freude über den Sieg in der Kandidatenkür war ihm am Dienstagabend deutlich anzumerken. Er habe jetzt anstrengende Wochen vor sich, das wisse er, versicherte der Kandidat, der sich quasi übergangslos im Wahlkampfmodus befand und bereits am Abend der Mitgliederversammlung die ersten Termine bekam.