Diskussion um WCs im Schulneubau

Mellendorf (awi). Die Frage nach Wegen und Verteilungen der WC-Anlagen im Schulneubau habe zu einigen Irritationen bei Eltern und Schülern geführt, teilt die Gemeinde über ihren Pressesprecher Hinrich Burmeister mit. Die Anordnung und Dimensionierung der WC-Anlagen entsprächen natürlich den geltenden Vorschriften. Dies sei von dem Architekturbüro Heuer/Faust rechnerisch aufgezeigt und nachgewiesen, sowie durch die Bauaufsicht der Gemeinde Wedemark geprüft worden. „Wir haben im Wesentlichen die großen WC-Anlagen in ausreichender Menge für die Pausen im EG und UG (Mensa und Forumsbereich) für die Schüler und Schülerinnen eingebaut. Die großen Anlagen an den Ausgängen zu dem künftigen Schulhof werden leider zurzeit noch wenig genutzt, weil noch nicht alle Ausgänge auf den Schulhof führen oder die Schüler in den Pausen in den einzelnen Etagen verweilen“, so Burmeister. Auf den Etagen befänden sich daher nur wenige Toiletten, die für den Bedarf während der Schulstunden genutzt werden sollten. In der jetzigen Bauphase könne es hier momentan leider noch zu Engpässen kommen. Es werde von Seiten der Gemeinde noch einmal in der Nutzerbesprechung darauf aufmerksam gemacht werden, dass den Schülern die Hauptnutzung der EG-Toiletten nahegelegt werden sollten.
Ins Rollen gekommen war der Stein, weil Eltern sich bei einem Elternabend in dieser Woche mit Lehrern über mögliche Missstände bei der Toilettensituation unterhalten hatten – auf Grund der Informationen, die sie von ihren Kindern bekamen. Daraufhin hatten sich einige Eltern mittels Mailanfragen an die politischen Vertreter der Gemeinde gewandt.
Die CDU-Ratsfraktion formulierte in Konsequenz eine Anfrage an den Bürgermeister: „Die CDU- Fraktion im Rat der Gemeinde Wedemark fordert die Verwaltung auf, umgehend eine Lösung für die unzumutbare Toiletten-Situation im Bereich des 6. und 7. Jahrgangs der IGS zu schaffen. Es ist unzumutbar, dass für 149 Mädchen nur eine Toilette, die gleichzeitig aber auch Behinderten-Toilette ist, zur Verfügung steht. Wir fragen uns, wie ein so gravierender Fehler bei der Planung und Ausführung entstehen konnte. Es wäre denkbar, aus dem Putzmittelraum eine Mädchen-Toilette zu machen.Wir erwarten umgehend Maßnahmen der Verwaltung, um diesen unmöglichen Zustand zu beheben. Ferner bitten wir um eine Stellungnahme der Verwaltung und um eine präzise Angabe, bis wann dieser Mangel behoben sein wird.“
IGS-Schulleiterin Heike Schlimme-Graab fiel buchstäblich aus allen Wolken, als sie am Mittwoch vom Wedemark ECHO mit der Nachfrage nach der Toilettensituation konfrontiert wurde. Ihr waren zu dem Zeitpunkt keine Beschwerden von Schülern oder Eltern bekannt, betonte sie. Im Erdgeschoss ständen große Toilettenanlagen für Mädchen und Jungen zur Verfügung. Die Toiletten auf dem Gang seien lediglich Notfalltoiletten. Aber auch bei allen Fachräumen seien Toiletten angegliedert. Das sei den Schülern auch bekannt. Am Donnerstag erklärte Schlimme-Graab nach Rücksprachen mit Lehrkräften, man wolle mit den Schülern der betroffenen Jahrgänge noch einmal gezielt besprechen, welche Toiletten für sie auf schnellstem Wege erreichbar sind. Insbesondere die jüngeren Jahrgängen hätten möglicherweise doch noch Orientierungsprobleme in dem neuen Gebäude, diese gelte es abzustellen, so Schlimme-Graab.
Eine Mutter (der Name ist der Redaktion bekannt) aus dem angesprochenen IGS-Jahrgang erklärte im Gespräch mit dem ECHO, auch wenn die Richtlinien offiziell erfüllt seien, gebe es aus Sicht von Eltern zu wenige kurzfristig erreichbare Toiletten im neuen Schulgebäude. Und viele Lehrer sähen das genauso, hätten die Eltern beim Elternabend erfahren. „Wie oft baut man eine neue Schule. Ich verstehe nicht, dass gerade an den Toiletten gespart wurde“, so die Mutter.