DLRG und Feuerwehr proben Eisrettung

DLRG und Feuerwehr proben die Menschenkette: Angelika Braun wird von den Helfern aus dem Eiswasser befreit. Foto: S. Birkner

Übung im Mellendorfer Spaßbad kurzfristig durchgeführt

Mellendorf (sb). Wer denkt, dass es sich Rettungsschwimmer in Zeiten zugefrorener Seen gemütlich machen, irrt gewaltig. Das beweist die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG): Sie macht ihrem Namen auch im tiefsten Winter alle Ehre und probt den Ernstfall für Eisunfälle. Am vergangenen Sonntag versammelten sich Ehrenamtliche der DLRG-Ortsgruppe Wedemark erstmals im Mellendorfer Spaßbad, um mit Unterstützung der örtlichen Feuerwehr verschiedene Szenarien der Eisrettung zu simulieren. Die Eisdicke von über 20 Zentimetern bot dabei perfekte Bedingungen für die außergewöhnliche Übung. „Abhängig von der körperlichen Fitness, aber auch von der Kleidung des Verunfallten besteht spätestens nach zehn Minuten im Eiswasser akute Lebensgefahr“, erläuterte DLRG-Ausbilder Raffael Sachse und machte damit deutlich, wie dringend der Handlungsbedarf im Ernstfall sein kann. Zwar attestierte er den Wedemärkern, „vernünftiger“ geworden zu sein und merkte an, dass es in der Gemeinde keinen öffentlich betretbaren See gebe. Dennoch erklärte er die sichersten Vorgehensweisen, falls es tatsächlich zu einem Eisunfall kommen sollte. „Das Wichtigste ist, dass die Körpermasse des Rettenden verteilt wird, damit dieser nicht auch einbricht“, sagte Sachse und unterstrich damit eine knieende oder bestenfalls liegende Rettungsposition. Genau dieser Aspekt wurde im Anschluss an den informativen Theorieunterricht mittels verschiedener Techniken in die Praxis umgesetzt. Hier stand nicht nur die Rettung mithilfe eines Rettungsbretts und einer Leiter, sondern auch eine teamorientierte Variante im Fokus: Die Menschenkette. Dabei tasten sich die Retter direkt hintereinander und auf allen Vieren an die Unglücksstelle heran. Die Verunfallte mimte übrigens Angelika Braun vom Wedemärker Tauchclub Barakuda in einem dreieckigen, rund einen Quadratmeter großen Eisloch im zugefrorenen Kinderbecken. Dass sie dabei eher mit Schweiß als mit Unterkühlung kämpfen musste, hatte die DLRG rechtzeitig sichergestellt, denn ein Trockentauchanzug und Thermowollbekleidung sorgten für optimale Sicherheit. Auch für die Mellendorfer Feuerwehr kam die Übung übrigens gelegen, denn als Alarmgruppe ist sie an erster Stelle für Notfälle zuständig. „Normalerweise können wir Eisrettungen nur als Trockenübung proben“, sagte Marco Hahnel von der Mellendorfer Wehr. Im Gegenzug stellten die Kameraden das nötige Sicherungs- und Rettungsmaterial, das der DLRG nicht zur Verfügung steht.
Und weil sich im Verlauf der Übung glücklicherweise keine unangenehmen Zwischenfälle ereigneten, konnten sich diejenigen, die gefroren hatten, die warme Mahlzeit als abschließendes Dankeschön seitens der DLRG besonders gut schmecken lassen.