Doppel-Frauenpower in der KiJuKu

„Hurra – es geht los“, freuen sich Dagmar Eismann (links) und Vera Burmester. Die beiden Frauen bilden seit 1. Februar das neue Leitungsteam der Jugendkunstschule Wedemark und haben das Programm der JuKu für Frühlikng und Sommer vorgestellt, in dem Stühle wie die auf dem Foto eine Rolle spielen. Foto: A. Wiese
 
Künstler und Dozent Andree Woosmann hat den Lockdown im letzten Jahr genutzt, um dieses Regal für die Materialien der Jugendkunstschule zu bauen. Foto: A. Wiese

Dagmar Eismann und Vera Burmester leiten die Kunstschule gemeinsam

Bissendorf (awi). Manchmal muss man einfach den Mut zur Veränderungen haben: An der Kinder- und Jugendkunstschule Wedemark ist das der Fall. Hier setzt man jetzt nach der Kündigung von Carsten Fertig, dem Nachfolger des langjährigen JuKu-Leiters Bernd Tschirch, auf Frauenpower. Künftig werden Dagmar Eismann als kaufmännische und Vera Burmester als künstlerische Leiterin die Geschicke der Jugendkunstschule lenken. Zum Einstieg stellten sie am Mittwoch das neue Frühjahrs- und Sommerprogramm vor – und auch hier gibt es einige Neuerungen nebenden gewohnt kreativen Angeboten.Die neue Dozentin für Textiles, Karolina Corak, bietet jetzt Filzen an und tritt damit die Nachfolge von Gabriele Schmedes an. Um kletternde Vogelhäuser geht es in der Holzwerkstatt von Andree Woosmann, und der hat noch mehr im Angebot: nämlich einen Steinbildhauerkurs für Kinder mit ihren Eltern, und zwar nicht wie sonst auf der Streuobstwiese in Elze, sondern auf seinem eigenen Hofin Groß Hegestorf bei Apelern im Schaumburger Land am 21. und 22. Mai. Möglicherweise werden die entstandenen Kunstwerke anschließend auf dem Gelände der Jugendkunstschule ausgestellt. Das steht abernoch nicht abschließend fest. Die Vielseitigkeit von Andree Woosmann zeigt sich darin, dass er außerdem noch einen Kurs im Comic-Zeichnen offeriert. Den zurückliegenden Corona-Lockdown hat Künstler Woosmann übrigens genutzt, um den großen Kursraum im Erdgeschoss der Jugendkunstschule im Gebäude der Anja Fichte Stiftung mit selbstgebauten Holzregalen auszustatten, in denen zahlreiche Behälter mit Stiften – fein säuberlich nach Farben sortiert –, Knöpfen, Perlen und zahlreichen anderen Materialien aufbewahrt werden. 32 Kurse von Töpfern und Holzwerkstatt über Planen, Konstruieren und Bauen bis zum Bildhauerei und Steinzeitwerkstatt, Arbeiten mit Metall und Holz, Zeichnen und Malen werden im neuen JuKu-Programm angeboten. Das ist von Marion Jörns wieder sehr ansprechend gestaltet worden, in einer Auflage von 1.500 Stück erschienen und liegt ab sofort an den üblichen Stellen aus. Die ersten Kurse beginnen am 14. Februar. Man kann sich auch online einen Überblick verschaffen und natürlich auch seine Anmeldung online vornehmen. Es geht aber auch ganz klassisch, indem man den Anmeldezettel im Printprogrammausdruckt und in den Briefkasten der JuKu Am Mühlengraben 19 in Bissendorf steckt. Dagmar Eismann und Vera Burmester hoffen inständig auf ein Abklingen der Corona-Pandemie und damit wieder steigende Anmeldezahlen bei der Jugendkunstschule, die im letzten Jahr schon zu spüren bekommen hat, dass sie nur einen großen Veranstaltungsraum hat, in dem coronagerecht Kurse gegeben werden konnten, die dennoch längst nicht mit so vielen Teilnehmern wie sonst liefen. Da die Wedemark-Sporthalle letztes Jahr saniert wurde und immer noch wird, steht auch diese nicht für Veranstaltungen zur Verfügung. Eismann und Burmester rechnen realistisch erst nach den Sommerferien damit, diese Räumlichkeit wieder nutzen zu können. Dennoch ist das Angebot ausgesprochen vielfältig: Da gibt es Kurse im Töpfern bei Jane Wyrwa, Eva Krohm begibt sich mit Sechs- bis Zehnjährigen auf ene Reise durch die Welt der Künstle, bei der Kunst von Miró, Monet und Kusama genau betrachtet und mit eigenen Kunstwerken im jeweiligen Stil nachgebildet wird. Natürlich wird es auch das kostenlose Samstagsatelier unter der Leitung von Sabine Glandorf weiterhin geben. Am besten, ein Programm besorgen und genau gucken, was für einen selbst oder die Kinder in Frage kommt, oder gleich online gucken und anmelden, rät Vera Burmester, die darauf brennt, als künstlerische Leiterin der Kinder- und Jugendkunstschule loszulegen. Für sie ist alles neu und spannend. Der JuKu-Vorstand ist auf sie zugekommen und hat den Vorschlag der geteilten Leitung unterbreitet.
In Kontakt gekommen war Vera Burmester, die ehrenamtliche zweite Vorsitzende des Kunstvereins Imago ist, mit der Jugendkunstschule durch das gemeinsame Klangkunst-Projekt im Rahmen der Interregionale im letzten Jahr auf dem Recyclinghof in Bissedorf. Eigentlich sollte es begleitende Workshops bei der Jugendkunstschule in Bissendorf geben. Die sind dann der Pandemie zum Opfer gefallen, während die Klangkunstausstellung im Container auf dem Recyclinghof trotzdem stattfinden konnte. „Ich war gleich begeistert von der Jugendkunstschule und ihren Möglichkeiten“, erinnert sich Vera Burmester, die in Hannover bildende Kunst studiert und ihren Meisterschülerabschluss hat. Ihre Vielseitigkeit hat sie unter anderem bereits durch Lesungen im Kulturverein Brelinger Mitte unterm Schauer unter Beweis gestellt. Sie wird neben ihrer halben Stelle bei der Jugendkunstschule auch weiterhin an der Fachhochschule Hannover unterrichten. Während Burmester für alles Künstlerische verantwortlich zeichnet und sich jetzt unter anderem auf die Gestaltung einer neuen Homepage konzentriert, hat Dagmar Eismann ganz alleine das neue Programm vorbereitet und kümmert sich um alle finanziellen Fragen die Jugendkunstschule betreffend. Sie hat ebenfalls eine halbe Stelle. Ihre bisherige zehn Stunden umfassende Bürostelle wird demnächst ausgeschrieben. Die neue Tandemleitung wird sich stets mit dem Vorstand der Jugendkunstschule abstimmen, arbeitet aber eigenverantwortlich, erklärten Burmester und Eismann. Sie freuen sich ein engagiertes Team von sieben Dozenten an der Seite zu haben und hoffen vor allem, dass allmählich wieder Projekte möglich sein werden wie zum Beispiel auch das Sommerferienprojekt.