Doppeleröffnung

Philippe Van Snick und Alex McNamee im Kunstverein

Langenhagen. Zu einer Doppeleröffnung im Garten am 26. August, 17 bis 21 Uhr, lädt der Kunstverein Langenhagen, Walsroder Straße 91 A,  ein. Ein Grußwort und einleitende Worte gibt es um 18 Uhr.
In dieser konzentrierten Ausstellung - der ersten von Philippe Van Snick (1946-2019) in Deutschland - werden Kernelemente seiner Arbeit in einer Reihe wichtiger Einzelarbeiten und Serien gezeigt.
Die Zeit und der Verlauf der Zeit sind Gegebenheiten, die der Künstler in seiner Arbeit visuell wahrnehmbar gemacht hat. Seit den späten 1970er Jahren hat er seine Arbeit einem klaren System unterworfen. Er hat jede der Zahlen Null bis Neun einer Farbe zugewiesen. Null bis Sieben stehen für die immateriellen Farben (Primär- und Komplementärfarben, gefolgt von Schwarz und Weiß), Acht bis Neun für die Materialfarben (Gold und Silber). Einige Jahre später fügte er eine zusätzliche Farbe hinzu (Hellblau). Diese Farbe steht für den Tag - im Gegensatz zu Schwarz, das die Nacht repräsentiert.
Die Vielzahl der Möglichkeiten, die dieses Form- und Farbprinzip bietet, werden in der Ausstellung gezeigt. Abstrakte Arbeiten werden mit Fotografien kombiniert, die Van Snicks Interesse an natürlichen Formen in seinem Garten und an anderen Orten zeigen. Die Ausstellung, mit dem Titel 'Territoire de Voyage' ('Die Landschaft der Reise'), bietet einen offenen Einblick in die buchstäbliche Reiselandschaft des Künstlers.
Seit Ende Juli arbeitet die Künstlerin Alex McNamee an einer ortsspezifischen Installation, die den Garten des Kunstvereins langfristig verändern wird.
Man könnte sagen, dass McNamee’s bevorzugtes künstlerisches Material Landschaften sind. Diese zitiert sie, erfindet sie neu oder lässt sie miteinander verschmelzen. In ihren Arbeiten türmen sich Hügel zu irritierenden Formen. Tümpel werden in Bildschirmen simuliert oder tauchen als reale Wasserflächen an “unpassender” Stelle auf. Steine und Felsbrocken deuten eine Funktionalität an und verweigern sich dann doch einer abschließenden Zuordnung. Die menschliche Interpretation der uns umgebenden Materie ist ein zentrales Interesse der Künstlerin. Welche Eigenschaften muss ein Objekt mitbringen um nicht länger als neutral betrachtet zu werden?
Für ihre Arbeit im Garten des Kunstvereins stellt McNamee eine ortsspezifische Installation her, welche zusätzlich den Faktor Zeit mit einbezieht. Die entstehende Arbeit verbleibt nach Fertigstellung vor Ort und wird aufgrund des Wetters und der (pflegerischen) Eingriffe über Jahre hinweg umgestaltet. Die Installation wird weiterhin wachsen, rosten, zerbröckeln, produzieren, schieben, ziehen und verzerren.