Dorfgemeinschaftshaus: Leide kündigt Vorstoß an

Zusammen für ein Dorfgemeinschaftshaus? Bissendorf-Wietzes Ortsbürgermeister Daniel Leide (rechts) und sein Stellvertreter Florian Beier werden die Bürger noch im Februar über den Stand der Planungen aufklären. Foto: S. Birkner

Bissendorf-Wietzer offenbaren bei Bürgerbefragung Gespaltenheit

Mellendorf/Bissendorf-Wietze (sb). Benötigt Bissendorf-Wietze ein Dorfgemeinschaftshaus oder nicht? Eine klare Antwort auf diese seit Langem im Raum stehende Frage vermochte auch die jüngste Bürgerbefragung im Ort nicht zu geben. Trotz der erfreulich hohen Beteiligung von 44 Prozent lassen sich kaum eindeutige Schlüsse ziehen. 404 skeptischen Teilnehmern, die sich gegen Überlegungen hinsichtlich eines Orts für die Dorfgemeinschaft aussprachen, stehen 390 Befürworter gegenüber. Das wurde bei der Veröffentlichung der Ergebnisse am vergangenen Freitag im Mellendorfer Rathaus bekannt.
Trotz der Ausgeglichenheit des Resultats lässt sich für Ortsbürgermeister Daniel Leide (CDU) eine Handlungsmaxime aus dem Stimmungsbild ableiten. „Darauf, dass fast 400 Bürger ein Dorfgemeinschaftshaus in Bissendorf-Wietze für nötig erachten, können wir aufbauen“, fasste er seine Sicht der Dinge nach der Meinungserhebung zusammen. Leide betonte, dass die Umfrage lediglich auf die Notwendigkeit eines Ortes der Zusammenkunft abgezielt habe. Dass mehr als die Hälfte der Befragten keinen Handlungsbedarf sieht, bedeute nicht, dass die Skeptiker ein funktionierendes Dorfgemeinschaftshaus später nicht trotzdem begrüßen würden. Des Weiteren hält es knapp die Hälfte der Befragungsteilnehmer (369) für richtig, den Ortsrat mit der Suche nach einer Räumlichkeit und der Erstellung eines Betriebs- und Finanzierungskonzepts zu betrauen. 391 sind dagegen. Obwohl auch an dieser Stelle deutlich wird, dass die Bissendorf-Wietzer geteilter Meinung sind, haben Leide und sein Stellvertreter Florian Beier das Stimmungsbild zum Anlass genommen, Gespräche zu führen und Ideen zu entwickeln. „Wir werden die Bürger noch im Februar in unsere Planungen einweihen“, versprachen sie. Beier schwebt ein „Kick-Off-Meeting“ vor, bei dem Neigungen und Gestaltungswünsche seitens der Dorfbewohner angesprochen werden können. Auch den Bürgermeistern selbst mangelt es nicht an Ideen in Bezug auf potentielle Nutzungsmöglichkeiten eines Gemeinschaftshauses. „Ich halte eine Art Seniorencafé für denkbar“, sagte Leide, der auch das Mieten der Räumlichkeiten für private Feiern nicht ausschließt. Außerdem solle die Wietzegemeinschaft in die Planungen involviert werden. Ob und in welchem Maße sich die Dorfbewohner selbst an der möglichen Realisierung eines Projekts beteiligen würden, ist derweil weiterhin fraglich. 575 Befragte wollen sich nicht mit „Tatkraft oder Geld“ beteiligen, während nur 176 Bissendorf-Wietzer dies in Erwägung ziehen. Unterdessen ist klar, dass das derzeitige Gebäude der Montessori-Schule nicht als Dorfgemeinschaftshaus in Frage kommt. Leide und Beier möchten die Einrichtung an ihrem angestammten Platz belassen, außerdem wären die baulichen Anforderungen vermutlich nicht zu bewältigen. Stattdessen verrieten sie nur, dass sich das favorisierte Objekt ganz in der Nähe der Schule befinden soll. Der Termin für die Zusammenkunft von Ortsrat und Bürgern wird rechtzeitig bekanntgegeben.