Dringend Sponsoren gesucht

Für die Teilnahme an den Norddeutschen Meisterschaften in diesem Sommer sucht die 20 Jahre alte Meitzerin Nadine Lehmann nun zum ersten Mal nach Sponsoren. Foto: T. Holland
 
Bildunterschrift 2: Zum ersten Mal saß sie mit sieben Jahren auf einem Motorrad, seitdem hat sie der Sport nicht mehr losgelassen. Nun tritt Nadine Lehmann im Sommer bei den Norddeutschen Meisterschaften an.

Wedemärker Motocross-Fahrerin nimmt an Norddeutscher Meisterschaft teil

Meitze (th). Wenn ihr der Dreck um die Ohren fliegt, sie den Motor ihrer Yamaha YZ125 unter sich knattern spürt und das Adrenalin durch ihren Körper schießt- dann fühlt sich Nadine Lehmann wohl. Seit mittlerweile 13 Jahren fährt die 20 Jahre alte Meitzerin nun schon Motocross. Das erste Mal saß sie auf der Maschine ihres zwei Jahre älteren Bruders Tobias im Alter von sieben Jahren, bei einigen Runden über einen Acker kam sie zum ersten Mal mit Motorrädern in Berührung. Eine Erfahrung, die sie nicht mehr losließ und so dauerte es nicht lange bis Nadine Lehmann auf ihrem eigenen Motorrad fuhr. Mit neun Jahren ging es dann zu den ersten Rennen, die zu dem Zeitpunkt jedoch mehr Ausnahme als Regel waren. Begonnen hat sie ihre Laufbahn beim MSV Dolle, zwischen Magdeburg und Stendal gelegen. Ein ganz schönes Stück zu fahren von Meitze aus, unter anderem ein Grund für ihren zusätzlichen Eintritt in den MSC Apenburg. „Das war etwas näher für uns, außerdem gibt es dort viele junge Leute, mit denen ich mittlerweile gut befreundet bin.“ Lange Zeit trainierte sie in beiden Vereinen, erst vor einem Jahr trat sie aus dem MSV Dolle aus, die Kosten-Nutzen-Rechnung ging einfach nicht mehr auf: „Es war zu weit weg und dafür auch zu teuer, also bin ich ausgetreten und habe nur noch beim MSC Apenburg trainiert.“ Auch im MSG Hannover war sie für ein Jahr, bis sie wieder austrat, als der hannoversche Motorsport-Verein vor rund drei Jahren seine Strecke verlor. Dort konnte sie aber immerhin unter der Woche trainieren, ein Luxus, den die großen Entfernungen zu den übrigen Strecken verhindern. Bis zur Trainingsstrecke des MSC Apenburg sind es immerhin gute 100km, die sie mit ihrer Familie jedes Mal zurücklegt. Allgemein ist Training nur in der Zeit von März bis Oktober möglich, die häufig schlechten Wetterbedingungen im Winter sprechen dem bloßen Gedanken an Fahren Hohn. Im Frühling, Sommer und Herbst ist Nadine Lehmann hingegen jedes Wochenende unterwegs, seien es nun Wettkämpfe und Rennen oder einfach nur Training. Für anderes bleibt da nicht so viel Zeit, häufig sei es eine Entscheidung zwischen ihren Freunden und ihrem Hobby. Nur allzu oft fällt die Wahl dabei auf letzteres, doch ihre Freunde hätten Verständnis dafür, erzählt sie. Doch warum eigentlich gerade Motocross? „Es ist etwas ganz anderes als andere Sportarten, sehr action- und adrenalinreich! Trotz der gleichen Strecke, auf der man fährt, ist es vor allem aber auch eine anspruchsvolle und wirklich abwechslungsreiche Sportart, auch wenn viele das nicht glauben.“, schwärmt sie. Grund dafür ist wahrscheinlich unter anderem die mangelnde Präsenz des Motorsportes, viele wüssten beispielsweise gar nicht, dass ein Deutscher Weltmeister im Motocross ist. Seit sechs bis sieben Jahren findet man jedenfalls nun auch den Namen Nadine Lehmann regelmäßig auf den Startlisten der Rennen und Meisterschaften. Und mittlerweile hat Nadine Lehmann auch einige Erfolge vorzuweisen, unter anderem fuhr sie auf den zweiten Platz in der Damenklasse bei der Landesmeisterschaft Sachsen-Anhalt. Nun möchte sie eine weitere Trophäe nach Hause in die Wedemark holen, den Meistertitel in der Damenklasse der Norddeutschen Meisterschaften, bei denen Nadine Lehmann in diesem Sommer an den Start gehen wird. Dort ist sie keine Fremde, vor einiger Zeit gewann sie bereits ein Rennen als Gastfahrerin. Gegen Männer wohlgemerkt, denn Motocross ist wie kaum ein anderer Sport eine Männerdomäne. Auf die besorgte Nachfrage, ob dieser Umstand nicht häufig für dumme Sprüche sorge, antwortet Nadine Lehmann nur mit einem Lächeln: „Nein, obwohl viel mehr Männer als Frauen vertreten sind, geht es beim Motocross äußerst kameradschaftlich zu, ich musste mir jedenfalls noch nie dumme Sprüche anhören.“ Zu Recht, denn sie braucht sich schließlich nicht zu verstecken. Nun will sie auch bei den Norddeutschen Meisterschaften voll durchstarten. Zum ersten Mal sucht sie dafür auch Sponsoren. Denn ihr Sport und insbesondere die Teilnahme an Meisterschaften sind mit hohen Kosten verbunden. Die pro Rennen anfallenden Startgebühren von 35€ sind da noch der kleinste Kostenpunkt, allein ihr Motorrad, eine Yamaha YZ125, hat knapp 6000€ gekostet. Am schwerwiegendsten seien jedoch die versteckten Kosten. Dazu zählten beispielsweise Reparaturen am Motorrad, erklärt Lehmann, doch vor allem die Spritkosten nähmen einen großen Teil auf der Kostenliste ein. Denn zu jedem Veranstaltungsort müsse das Motorrad auf einem Hänger gefahren werden, oft hunderte Kilometer weit. „Bisher haben meine Eltern das größtenteils bezahlt, doch irgendwann können die das eben auch nicht mehr tragen. Daher suche ich nun Sponsoren, die mich unterstützen.“ Damit sie auch im Sommer bei den Norddeutschen Meisterschaften Vollgas geben kann und hoffentlich den Titel nach Hause in die Wedemark holt.