Echter Bienenhonig auf dem Landmarkt

Ein bisschen nass geregnet, aber mit viel Spaß an der Sache: Imker Niels Wolff aus Wettmar bietet seinen Honig auf dem Landmarkt an.

Imker Niels Wolff aus Wettmar hat sein Hobby zum Beruf gemacht

Bissendorf. Er hat keinen Marktstand, sondern ein lustig bunt angemaltes Auto, bei dem er einfach die Hecktür aufmacht und daraus seinen Honig und Kerzen aus echtem Bienenwachs verkauft: Imker Niels Wolff aus Wettmar gehört ebenfalls dem neu gegründeten Landmarktverein an und bietet jetzt jeden Donnerstagnachmittag seine Imkereierzeugnisse auf dem Bissendorfer Amtshof an. Niels Wolff ist nicht nur wie viele Imker aus der Wedemark Hobbyimker, sondern er hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Mit 13 bekam er sein erstes Bienenvolk geschenkt. Natürlich stand ihm der Imker aus Wettmar mit Rat und Tat zur Seite und so entschied sich Niels Wolff nach seiner Tischlerausbildung für eine Lehre am Bieneninstitut in Celle und Kirchhain bei Marburg. Zwei Jahre dauerte die Ausbildung, weil er bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung hinter sich hatte. Sonst hätte er drei Jahre lernen müssen. Und doch war es eine Menge Lehrstoff, die der junge Mann pauken musste: Die Anatomie der Honigbiene, Völkervermehrung und Jungvolkbildung, Produktvermarktung, Bienenkrankheiten und Trachtpflanzen waren Thema. Doch der Imker aus Leidenschaft meisterte alles wacker und vor fünf Jahren wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit. Rund 100 Bienenvölker nennt er mittlerweile sein Eigen. Wandern tut er mit ihnen allerdings nicht. Alle sammeln ihre Pollen in Wettmar und Umgebung. Einige Völker stehen bei ihm zu Hause im Garten, andere in der Gemarkung, je nachdem, was sie sammeln sollen. Drei Sorten Honig bietet Niels Wolff an: den malzigen Wald- und Blütenhonig, die Frühtracht, die überwiegend aus Raps gewonnen wird und mild im Geschmack ist und den aromatischen Sommerblütenhonig mit Linde, den er ganz besonders bei Erkältungskrankheiten empfehlen kann. Auch seine Bienenwachskerzen produziert Niels Wolff aus dem Wachs selbst, aus dem seine Bienen ihre Waben bauen. „Das ist vor allem eine Winterbeschäftigung“, berichtet Wolff: „Dann schmelze ich das Wachs ein und gieße es in Formen.“ Nicht nur die schöne honiggelbe Farbe dieser Kerzen besticht, sondern vor allem auch ihr herrliches Aroma, wenn sie herunterbrennen. Der Bissendorfer Landmarkt ist der erste Wochenmarkt, auf dem Niels Wolff versucht, seine Produkte an den Mann oder die Frau zu bringen. Er hat sonst ausschließlich von zu Hause aus verkauft. Aber schon an den ersten beiden Markttagen konnte er sich über guten Zuspruch der Marktbesucher aus der Wedemark freuen und ist gespannt auf die weitere Entwicklung.