Edelste Whiskys aus den Highlands

Mit ausreichend coronakonformem Abstand probierten sich die Gäste des Whiskytastings in der alten Brennerei in Brelingen durch die verschiedenen Sorten, die ihnen Whisky-Berater Volker Schwarz einschenkte.

Whisky-Berater Volker Schwarz kreierte ein Tasting in der alten Brennerei

Brelingen. Weinhändler Volker Schwarz aus Mellendorf hat nach 30 Jahren wieder die Schulbank gedrückt: Nachdem er vor vielen Jahren sein Zertifikat als anerkannter Berater für Deutschen Wein bei der Industrie- und Handelskammer abgelegt hat, ist er jetzt auch anerkannter Berater für schottischen Whisky. Abgelegt hat er die Prüfung an der Edinburgh Whiksy Academy. Und das Whisky-Tasting letzte Woche Freitag in der alten Brennerei in Brelingen war für den frisch gebackenen Experten die perfekte Gelegenheit, sein neu erworbenesWissen über das goldene Getränk an den Mann beziehungsweise die Frau zu bringen. Immerhin schenkte Volker Schwarz an die Gäste, die der gemeinsamen Einladung von ihm und Brennerei-Besitzer Dirk Martens gefolgt waren, sechs verschiedene Sorten der schottischen Destille Dalmore aus, der zwölf, 15 und 18 Jahre alt war.
Die alte Brennerei am Eichendamm in Brelingen bietet für solche eine Veranstaltung das perfekte Ambiente. Schließlich sind die zum Schnapsbrennen benötigteGerätschaften vom Henzedämpfer bis zur Destille im Original erhalten. Seit 1732 gibt es auf dem Hof der Familie Martens bereits eine Brennerei, der „Brelinger Korn“ ist legendär und über die Grenzen der Wedemark hinaus bekannt. Und wenn Korn lange genug lagert, entsteht Whisky. Voraussetzungen sind allerdings mindes-tens 40 Volumenprozent Alkohol und mindestens drei Jahre Lagerung in Eichenholzfässern. Das und vieles mehr erfuhren 14 Interessierte am Freitag unter dem Motto „Zurück zu den Wurzeln – vom Korn zum Whisky“ – natürlich im Freien und coronabedingt mit viel Abstand. „Vom Whisky-Beginner bis zumWhisky-Kenner war alles dabei“, freuten sich die Gastgeber. Zu jedem ausgeschenkten Whisky gab es eine fachlich fundierte Erläuterung und alle Fragen wurden ausführlich beantwortet. Vor dem Tasting hatte Brennerei-Besitzer Dirk Martens die Besucher durch das Museum geführt und sie mit der Historie der Traditionsbrennerei –gewürzt mit Anekdoten – vertraut gemacht. Bei Häppchen und Fingerfood wurde es dann ernst: Dalmore Port Wood, Dalmore Cigar Malt und Dalmore King Alexander III perlten über die Zungen der Whisky-Taster und angeregt wurden die unterschiedlicher Geschmacksrichtungen und Aromen jeder Sorte besprochen. Als Highlight wurde King Alexander präsentiert, der in sechs verschiedenen Holzfässern gereift ist. Dieser Single Malt ist etwas ganz Besonderes. Er wurde aus Whiskys, die in den verschiedensten Sherry-, Port- und Madeirafässern reifen durften, kreiert. Entstanden ist ein unglaublich komplexer und aromatischer Malt, der sich mit vielen unterschiedlichen Aromen weit von der Masse abhebt.
Der Port Wood hingegen ist ein milder, weicher Single Malt, gereift in ehemaligen Bourbon-Fässern und gealterten Tawny Port Pipes mit dem Aroma süßer roter Beeren, Sevilla Orangen, Steinobst und süßem Karamellpudding. Er schmeckt nach Nektarinen, Sahnekaramell, Maronen und Java-Kaffee und im Abgang nach Pflaumen, Sultaninen, Blutorangen und eingelegten Kirschen. Der Cigar hingegen überzeugt mit einem Aroma von Zimt, Vanille und roten Früchten, schmeckt nach Banane, Toffee und Vanilleeis und im Abgang nach Orangenzeste, Bitterschokoladen und zerstoßenen Gewürzen. The Dalmore steht für edelste Whiskys aus den schottischen Highlands, die aus Tradition gewachsen sind und unter dem legendären Master Destiller von Dalmer seit über 50 Jahren zum Inbegriff eines Scotch Single Malt geworden sind.
Experte Volker Schwarz verabschiedete am Ende des Abends ein hochzufriedenes und tief beindrucktes Publikum, das sich schon auf das nächste Event mit dem zertifizierten Whisky-Berater freut und mit der Brennereimuseum in Brelingen und seinem mit ganz viel Herzblut dahinter stehenden Eigentümer Dirk Martens das absolut perfekte Ambiente gefunden hat.