„Eden klingt irgendwie paradiesisch“

Die acht Musiker vom Ensemble EDEN genießen sichtlich den Applaus für ihr WinterJazz-Konzert in St. Martini Brelingen. Foto: B. Stache
 
Zur Erinnerung an ihren Auftritt beim WinterJazz in St. Martini Brelingen erhalten die Musiker vom Ensemble EDEN ein kleines Präsent. Foto: B. Stache

Ensemble EDEN findet beim WinterJazz in Brelinger Kirche großen Zuspruch

Brelingen (st). Bei seiner Begrüßung der bayrischen Band am Sonntagabend zum WinterJazz-Konzert in der gut besuchten St. Martini Kirche Brelingen bediente sich Dietrich von Mirbach der Schöpfungsgeschichte um Adam und Eva im Garten Eden. „Eden, das klingt irgendwie paradiesisch“, erklärte er. Von Mirbach nutzte dieses biblische Bild, um einen Bogen zu schlagen zum Ensemble EDEN, das seit 2017 auf großen und kleinen Bühnen auftritt. Im Januar gab es ein Konzert in Neumünster, im September gastiert das Ensemble in Österreich und Bayern. „Das ist unser erster Auftritt in Niedersachsen“, berichtete Bandmitglied Janosch Korell. Das Ensemble Eden setzt sich aus zwei vermeintlichen Gegensätzen zusammen, den Genres Klassik und Jazz. Dafür stehen Jazzmusiker Anton Mangold (Sopransaxophon), Schlagzeuger Clemens Lotz, Jan-Peter Itze (Piano) und Janosch Korell am Kontrabass sowie die vier klassisch ausgebildeten Musiker Franz Berlin und Giorgi Paresi (beide Violine), Veronika Schöttl (Viola) und Nico Nesyba (Violoncello). In der Musik vereinen sie sich zu etwas Neuem, es entsteht etwas Großes – so wie in der Geschichte von Adam und Eva im Garten Eden. Schon mit dem ersten Stück wurde das Publikum Augen- und Ohrenzeuge eines gekonnten Zusammenspiels der acht Musiker. Ihre Musik verschmolz zu einem großen Ganzen – zu einem wahren Ohrenschmaus. „Unsere Stücke sind zum größten Teil aus eigener Feder“, erklärte Janosch Korell nach dem ersten Musikbeitrag „In“, den er selbst komponiert hat. Beim folgenden Stück erfüllte Anton Mangold das Kirchenschiff mit sattem Sound seines Sopransaxophons. Nach ruhigem Beginn als Quintett im Zusammenspiel mit den vier Streichern und anfangs dezenten Tönen schlossen sich die übrigen Musiker wenig später dem gemeinsamen Spiel an. „Dienda“ entwickelte sich zu einem kraftvollen Stück, um dann mit ruhigen Tönen abzuschließen. Der Wechsel von großer Ruhe und kraftvoller Dynamik waren Markenzeichen der Musikstücke im ersten Konzertteil. Die Zuhörer fühlten sich von der Band mitgenommen in klassische Konzertsäle und in fetzige Jazzkeller, so facettenreich spielte das Ensemble EDEN in Brelingen auf. Dafür gab es schon zur Pause reichlich Applaus. „Musik der Zeit, Musik, die diese Zeit braucht!“ hatte Beatrix Maier vom Kunstpalast Rimbach (Oberpfalz) einen Auftritt des Ensembles einmal betitelt. Dieses besondere Prädikat haben sich Janosch Korell und seine Musiker auch beim WinterJazz in Brelingen erspielt. Im ersten Teil dominierten dynamische, sehr kräftige jazz- und rocklastige Stücke das Konzert. Nach der Pause wurde es kammermusikalisch. „Wir kommen jetzt zu einem Ruhepunkt in unserem Konzert“, hatte Janosch Korell Teil zwei angekündigt. Und so verwöhnten die vier Streicher gemeinsam mit dem Sopransaxophon die Zuhörer mit dem getragenen Stück „Eden“. Es folgte unter anderem „Communion“ aus dem Genre Pop. Als Zugabe spielte die Band einen Tango – und stellte auch damit wieder seine ganze Bandbreite musikalischen Könnens unter Beweis. „Das war ein sehr harmonisches, rundes Konzert. Die rhythmischen Anteile der Streicher haben mir besonders gefallen“, fasste Sabine Kleinau-Michaelis, Leiterin des Chors St. Martini Brelingen, ihre Eindrücke zusammen. Sie wird am Sonntag, 22. März, ab 19 Uhr in der Brelinger Kirche selbst den Ton angeben – als Dirigentin bei der Aufführung der Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach.