Ehemalige Lehrlinge treffen sich

Bernd Schmitz (Zweiter von rechts) mit seinen ehemaligen Mit-Lehrlingen in seinem Radio- und Fernsehmuseum. Foto: A. Wiese

Radiomuseum ihres Ex-Kollegen ist der ideale Tummelplatz

Bissendorf (awi)l Was kann es für ehemalige Lehrlinge zum Beruf des Radio- und Fernsehgerätemechanikers Schöneres geben als ein Museum mit all den Geräten, deren Innenleben sie vor rund 60 Jahren auf den Grund gegangen sind? Bei Bernd Schmitz in Bissendorf trafen sich jetzt zum wiederholten Mal diejenigen, die mit ihm im Zeitraum von 1958 bis 1961 bei der Firma Karl Oberpottkamp am Weißekreuzplatz in Hannover gelernt haben. Schmitz selbst war dort von 1958 bis 1961 in der Ausbildung, seine Kollegen waren entweder schon da und etwas früher fertig, oder kamen später dazu. Doch eine Zeitlang waren sie alle zusammen. Den Kontakt zueinander haben sie auch nach ihrer Lehrzeitnie abreißen lassen, sich in kleineren und größeren Abständen immer wieder getroffen. Seit ein paar Jahren, seit Bernd Schmitz sein Radio- und Fernsehmuseum in Bissendorf eingerichtet hat, ist dieser Ort natürlch für das Treffen prädestiniert. 320 Liebhaberstücke, historische Radios, Grammophone, Fernseh- und Tonbandgeräte sind im Radio- und Fernsehmuseum in Bissendorf ausgestellt.Schmitz hat vor 50 Jahren angefangen, alte Geräte zu sammeln. Von Funkempfängern aus den Anfangsjahren des Radios bis zu Spezialitäten aus den 1960er hat er mittlerweile eine beachtliche Sammlung zusammengetragen. Kein Wunder, denn schließlich ist er ja vom Fach. Der gelernte Radio- und Fernsehtechniker hat jedes einzelne Gerät in seiner Ausstellung in seine Einzelteile zerlegt, gereinigt und wieder zusammengesetzt. In der Ausstellung wirken die Schätze wieder wie neu und zeugen von der hohen Kunst der high fidelity vergangener Jahrzehnte. Dabei kann sich der Klang oftmals mit der heutigen Technik problemlos vergleichen lassen.
Eine besondere Beziehung hat er zu „OWIN“. Zu diesem Hersteller, der in den 20er und 30er Jahren in Hannover Radios produzierte, fallen ihm unzählige Geschichten ein. Und auch wenn die ehemaligen Lehrlingskollegen schon mehrfach im Museum waren, sie entdecken immer wieder etwas Neues Interessantes. Schmitz selbst war von 1968 bis 1971 bei Sennheiser angestellt gewesen, bis er 1971 in das Möbelhaus seines Schwiegervaters in Bissendorf wechselte und dort eine eigene Radio- und Fernsehabteilung aufmachte. Die entwickelte sich so gut, dass 1984 eine eigenständige Firma daraus wurde, die in das Häuschen vorne an der Burgwedeler Straße einzog, zunächst nur ins Erdgeschoss, aber 1989 wurde die Größe dann verdoppelt und die Werkstatt nahm das gesamte Obergeschoss des EP-Partners ein. 2003 gab Schmitz das Geschäft aus Altersgründen an einen Nachfolger ab, der es jedoch nach nicht einmal einem Jahr schloss. Als Rentner beschäftigte sich Schmitz mit alten Radio- und Fernsehgeräten und baute damit nach und nach sein Museum auf, das nicht nur für seine ehemaligen Kollegen ein beliebter Anlaufpunkt ist.
Das Radio- und Fernsehmuseum in der Burgwedeler Straße 5, 30900 Wedemark-Bissendorf, ist eine Privatsammlung. Deshalb gibt es keine festen Öffnungszeiten. Wer Interesse an einer Besichtigung hat, kann sich direkt an den Betreiber Bernd Schmitz wenden, unter ilseschmitz@gmx.de oder Telefon (I0 51 30) 87 51.