Eigenbetriebe der Gemeinde stehen gut da

Stellten die Ergebnisse der Eigenbetriebe der Gemeinde bei der Bilanzpressekonferenz vor: Max Hüsken (von links), Christian Bruns, Helge Zxchlinski, Joachim Rose, Susanne Bischoff und Henning Luttermann. Foto: A. Wiese

Überschüsse sichern andere Aufgaben der Kommune ab

Wedemark (awi). „Einen beträchtlichen Anteil des Gemeindevermögens gebe es ohne Wedemark Abwassergesellschaft nicht", gibt Bürgermeister Helge Zychlinski bei der Vorstellung der Bilanz für 2019 zu bedenken. In der Tortengrafik beträgt der Anteil der  WAG am Volumen der Konzernbilanz weit mehr als Dreiviertel des Kuchen. Dagegen nehemn sich die „Tortenstücke" von Gemeindewerken, wo sich die Gemeinde den Gewinn mit der Avacoon teilen muss, und der Bau- und Entwicklungsgesellschaft gering aus. Doch der Bürgermeister und seine Kollegen aus der Gemeindeverwaltung, die sich neben ihren eigentlich Jobs mit einem verschwindend kleinen Stundenanteil verantwortlich um die Eigengesellschaften kümmern, sind unterm Strich sehr zufrieden mit den Ergebnissen des letzten Jahres, berichteten sie auf der Bilanzpressekonferenz letzte Woche.
So haben die 2009 nach Auslaufen der Konzessionsverträge mit der EON/Avacon gegründeten Gemeindewerke Wedemark, von denen die Gemeinde 51und die Avacon 49 Prozent der Anteile hält, eine Bilanzsumme von 24.335.000 Euro erreicht. Ihren Anteil am Gewinn habe die Gemeinde zum Beispiel in die KiTas und den Straßenausbau investiert, erklärte Zychlinski. Christian Bruns, der die Gemeindewerke in den letzten Jahren als Geschäftsführer geleitet hat und die Verantwortung am 1.Juli an Max Hüsken abgegeben hat, berichtet von den Aufgaben der Gemeindewerke: So betreuen sie unter anderem  seit 2011 das Förderprogramm für private Umweltschutzmaßnahmen mit Mitteln der Gemeinde Wedemark, bei dem bisher rund 240.000 Euro an die Bürger ausgezahlt wurden. Der Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der Energieeffizienz von Bestandsgebäuden, seit 2020 auch in der Förderung der Elektromobilität. Für das laufende Jahr waren 63.000 Euro verfügbar. 40.000 Euro davon sind bereits beantragt. Das Kundenbüro im Erdgeschoss des Jahres, das von Ralf Grewecke und Mareike Oertel besetzt wird, ist stark frequentiert. Hier geht es um Energieberatung, Förderprogramm und Gebäudethermografie. Die Gemeindewerke präsentieren sich auf Messen und beteiligen sich an Diskussions- und Informationsveranstaltungen. Vor allem aber haben sie aus den Mitteln, die die Avacon eingebracht hat, Leuchtturmprojekte gefördert: 2011 die PV-Anzeigetafel für die Grundschule Resse, eine PV-Anlage und LED-Leuchten, 2014 den Speicher für die PV-Anlage beim MTV Mellendorfund 2016 denNeubau der Krippe Haus am Teich als energetisches Leuchtturmprojekt mit Wärmespeicher im Boden. Eigentlicher Gesellschaftszweck der Gemeindewerke Wedemark ist jedoch der Betrieb des Gas- und Stromverteilnetzwerkes im Gemeindegebiet und natürlich die Energieberatung.
Die Wedemark Abwasser GmbH, kurz WAG genannt, hat ihr Jahresergebnis mit 8.060,41 Euro gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt. Ihr Anlagevermögen besteht aus der großen Kläranlage in Bissendorf und der kleinen in REsse, aus Sonderbauwerken wie Pufferbehältern in Mellendorf und Gailhof, Reckenrückhaltebecken in Brelingen und Negenborn sowie einem Schmutzwasserkanalnetz mit neun Hauptpumpwerken, 17 Pumpwerken, 21 Kilometern Schmutzwassersammelleitungen und 37 Kilometern Schmutzwasserdruckleitungen. Ihre Hauptaufgabe, so führte Geschäftsführer Henning Luttermann aus, besteht im Abbau des Sanierungsstaus, der bei der Übernahme der Anlagen 2015 im vollen Ausmaß ans Tageslicht kam. Pumpen mussten ausgetauscht, Pumpstationen saniert, die Kläranlage Bissendorf ertüchtigt, das Hauptpumpwerk in Gailhhof erneuert und die Pumpstationen mit Meldesystemen für Betriebsstörungen ausgerüstet werden. Die Sanierung und Erneuerung der Kläranlage in Bissendorf dauert an. „Dort werden wir in den nächsten drei bis vier Jahren noch ein paar Millionen Euro investieren", kündigte Bürgermeister Helge Zychlinski an. Insgesamt sind dafür 13 Millionen veranschlagt. Dann ist die Bissendorfer Anlage statt auf 35.000 auf 46.000 Einwohnerwerte (was nicht gleichbedeutend mit Einwohnern ist!) ausgelegt. Die neue Schlammlagerhalle ist in dieser Summe noch nicht inbegriffen. Entscheidende Elemente der Sanierung und Erweiterung war der Bau einer Klärschlammbehandlungsanlage mit Lagerhalle in den zurückliegenden beiden Jahren, die bis 2023 andauernde Erneuerung der Erweiterung der Kläranlage in Bissendorf mit Neubau des Betriebsgebäudes, neuem Faul- und Gasbehälter und vielem mehr und der Bau einer mechanischen Vorreinigung bei der Kläranlage in Resse. Sie erhält einen neuen Rechen und einen Sandfang, den es hier vorher gar nicht gegeben hat. Die WAG, die für Errichtung, Erwerb und Bereithaltung von Abwasseranlagen in der Gemeinde zuständig ist, ist in der Verantwortung der Geschäftsführer joachim Rose und Henning Luttermann, der das hauptamtlich macht, und wird zudem vonder Gesellschafterversammlung in Person von Bürgermeister Helge Zychlinski und dem Aufsichtsrat kontrolliert, in dem Zychlinski den Vorsitz hat.
Jüngste der Töchter der Gemeinde Wedemark ist die Bau- und Entwicklungsgesellschaft mbH, für die seit der Gründung im Januar 2016 Kai Petersen die Verantwortung hatte. Am 1. Mai ist diese auf die neue Fachbereichsleiterin Susanne Bischoff übergegangen. Prokura für die BEG haben zudem Wirtschaftsförderin Antonia Hingler und Astrid de Keukeleere aus dem Fachbereich Bauen. Auch hier gibt es einen Aufsichtsrat, in dem Kämmerer Joachim Rose den Vorsitz hat und der ansonsten aus Ratsmitgliedern besetht. Schwerpunkte der BEG im vergangenen Jahr waren der Start sozialen Wohnungsbaus im Baugebiet Diersrahe in Bissendorf, der Start des Projekts Seniorenwohnanlage Alte Festwiese in Elze und der Aufbau des neuen Geschäftsfeldes Entwicklung und Vermarktung von Gewerbeflächen, ein Geschäftsfeld, das von Wirtschaftsförderin Antonia Hingler verantwortet wird, und dessen erstes Projekt der Neue Hessenweg in Gailhof ist. in diesem Jahr liegt der Fokus auf der Seniorenwohnlage inklusive Sozialwohnungen in Diersrahe, auf Reihenhäusern im Baugebiet Südliche Ostlandstraße in Wennebostel, auf de Baugebiet Auf den Raden in Berkhof, wo auch das neue Feuerwehrhaus entsteht, auf dem ersten Bauabschnitt des Baugebietes Neues Land in Resse, dem Neuen Hessenweg in Gailhof und der Bereitstellung von Krippencontainern für die evangelische Kirche in Mellendorf. Wie berichtet hat die BEG die Container für rund 220.000 Euro angekauft, stellt sie Ende Juli auf dem Gelände der evangelischen KiTa Krausenstraße in Mellendorf für zwei Krippengruppen auf, deren Kinder seit dem Brand des evangelischen Gemeiindehauses auf verschiedene Einrichtungen im Gemeindegebiet verteilt sind, und vermietet sie an die Kirche, bis der Wiederaufbau des Gemeindehauses abgeschlossen ist. Danach verbleiben die Container im Besitz der BEG, die dafür dann einen neuen, festen, zentralen Standort sucht, um sie bei Bedarf für andere Zwecke einsetzen zu können.
Die BEG präsentiert ein Jahresergebnis von 876.000 Euro, nach den minimalen Anfangsverlusten in 2017 ein sehr gutes Ergebnis, betonte Bürgermeister Helge Zychlinski. Die BEWG ist zuständig für die Entwicklung kommunalen Wohnbaulandes und trägt auf Grundlage des Gemeindeentwicklungsplanes und seiner Fortschreibungen durch ausgewogene Planungen dafür Sorge, dass die Gemeinde sowohl für ihre Bürger als auch für Neubürger ein Ort zum Wohlfühlen bleibt beziehungsweise wird, heißt es im Gründungsprotokoll. Die Gesellschaft ist zu einer nachhaltigen Ortsentwicklung verpflcihtet, sichert öffentliche Infrastruktur und baut diese aus. Im Auftrag der Gemeinde kann sie Hochbaumaßnahmen und deren Bewirtschaftung durchführen. Die kompetente Erledigung der genannten Aufgaben soll dazu beitragen, die die hohe Lebensqualität in der Gemeinde auch in Zukunft zu sichern.