Ein Gremium mit Herz und Verstand

Der aktuelle Seniorenbeirat mit dem inzwischen allerdings in den verdienten Ruhestand versetzten Betreuer Erwin Ristau.
 
Geschäftsführer Peter Jaax (l.) und Sprecher Rolf Reupke (r.) begrüßen neuen Beiratsbetreuer Detlev Witt. Foto: A. Wiese

Der Seniorenbeirat hat in 20 Jahren viele wichtige Projekte auf den Weg gebracht

Wedemark (awi). Der Seniorenbeirat der Wedemark feiert seinen 20. Geburtstag: Am 20. März 1992 ist das erste Gremium mit dem Namen Seniorenbeirat gewählt worden – per Briefwahl. Wahlberechtigt waren damals 4.544 Senioren ab 60 Jahre. Bei der Wahl des siebten – des amtierenden – Seniorenbeirates vor zwei Jahren waren es schon fast doppelt soviele Wahlberechtigte. Von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten im März 1992 allerdings nur 1.515 Senioren. Die Wahl des ersten Seniorenbeirats – angekündigt per amtlicher Bekanntmachung im Wedemark ECHO im Januar 1992 – ging zurück auf eine Initiative des damaligen CDU-Vorsitzenden Jochen Haselbacher. Er brachte einen vom 8. Oktober 1990 datierten Antrag in den Rat der Gemeinde ein, der von diesem am 26. Juni 1991 positiv beschieden wurde. Im März 1992 wurde dann gewählt, am 1. April 1992 trat der erste siebenköpfige Seniorenbeirat der Wedemark sein Amt an. Ihm gehörten Irmgard Haselbacher, Herbert Voss, Kurt Heine, Ernst Reinefeld, Renate Wendt, Max Steinborn und Margot Böttcher an. Kandidiert hatten außerdem und waren damit Ersatzpersonen Rolf Capelle und Siegfried Knappe. Im Sommer 1992 berichtete Beiratsmitglied Herbert Voss bei der SPD-Seniorenarbeitsgemeinschaft 60 plus von der Arbeit des Seniorenbeirates. Voss hatte diese im selben Jahr gegründet. Aus einem Artikel im Wedemark ECHO geht hervor, dass Voss von der Forderung des Beirats berichtete, Hochborde an den Bahnhöfen in der Wedemark zu errichten, um ein besseres Ein- und Aussteigen für Ältere und Behinderte zu ermöglichen. Ferner sollte ein Warmbadetag für Senioren im Mellendorfer Schwimmbad eingerichtet werden. Als Kernpunkt forderte Voss die anwesenden Senioren auf, sich aktiver an der Seniorenarbeit zu beteiligen.
In seiner konstituierenden Sitzung im April 1992 hatte sich der Seniorenbeirat zunächst eine Geschäftsordnung gegeben und Irmgard Haselbacher zu seiner Sprecherin gewählt. Bereits im Herbst desselben Jahres führte er die sogenannten Warmbadefahrten nach Celle ein, die es bis heute gibt: Alle zwei Wochen freitags fahren badebegeisterte Senioren mit einem Bus des Busunternehmens Peter Aue aus Elze nach Celle, im Wechsel betreut von Mitgliedern des Seniorenbeirats. Für das Bad in Celle hatten sich die Mitglieder seinerzeit entschieden, weil hier jeden Freitag fürs Kinderschwimmen die Temperatur heraufgesetzt wurde und es hier bereits ein Solebad gab. Die von der Gemeinde Wedemark gesponserten Warmbadefahrten werden nach wie vor gut angenommen und sind eines der Aushängeschilder des Seniorenbeirates. Drei Jahre währte bei den ersten sechs Seniorenbeiräten die jeweilige Amtszeit. Bereits der erste beschäftigte sich mit dem Thema „Betreutes Wohnen“, das auch den zweiten unter Lilo Beneke (bis 1996) und Herbert Voss, den dritten unter Dr. Hellmuth Hahn und den vierten Seniorenbeirat unter Waltraud von Blanckenburg durch seine Perioden begleitete. Erst der fünfte Beirat, für den ebenfalls Waltraud von Blanckenburg als Sprecherin fungierte, konnte das Projekt am Rebenweg schließlich einweihen. Der vierte Seniorenbeirat brachte den ersten Seniorenwegweiser heraus und initiierte den Besuchsdienst in den Pflegeheimen. Der fünfte Beirat war besonders aktiv: Er regte die später von seinem Nachfolgegremium durchgeführte Studie zu den Lebensbedingungen der Senioren in der Wedemark an, rief die Computerkurse für Senioren ins Leben und gewann die Fahrschule Kehlert und Buckel für die Fahrschulaus- und -weiterbildung der Senioren, die gerade in der letzten Woche zum wiederholten Mal vom Seniorenbeirat organisiert wurde. Der sechste Seniorenbeirat brachte die zweite Auflage des Seniorenwegweisers heraus und schloss die angesprochene Studie erfolgreich ab. Der aktuelle siebte Seniorenbeirat beschloss, die Legislaturperiode des Gremiums von drei auf fünf Jahre zu verlängern, stellt beim Empfang am Montag die dritte Auflage des Seniorenwegweisers vor und wird hoffentlich die unendliche Geschichte vom Grillplatz an der Seniorenresidenz Rebenweg und dem Pflegeheim Allerhop zu einem guten Ende bringen. Der sechste und auch der aktuelle Seniorenbeirat wird von Rolf Reupke aus Mellendorf geleitet, der dem Seniorenbeirat bereits seit dem Jahr 2001 angehört. Nur wenig später stieg als Nachrücker der
aktuelle Geschäftsführer Peter Jaax aus Resse in die Arbeit des Gremiums ein.
Am nächsten Montag, 23. April, um 16 Uhr feiert der Seniorenbeirat im kleinen Kreis mit geladenen Gästen seinen 20. Geburtstag. Geplant sind kurze Redebeiträge, Bildervorführungen, Ehrungen und vor allem die Vorstellung des neuen Seniorenwegweisers, der dann ab Dienstag, 24. April, bei der Gemeinde und in vielen seniorenaffinen Einrichtungen zu bekommen sein wird. Auch im Internet wird der Wegweiser verfügbar sein und regelmäßig aktualisiert.