EIn Jahr Bürger.Energie.Wedemark

Gemeinde und Genossenschaft haben einiges vor

Wedemark. Vor gut einem Jahr hat sich die Bürger.Energie.Wedemark eG -kurz BEW- aus einer Gemeinschaft von Menschen gegründet, die lokale Klimaschutzmaßnahmen voranbringen und Informationen dazu bereitstellen wollen. Grund genug für die Aktiven, eine Bestandsaufnahme des ersten Jahres durchzuführen und auch den Blick auf die Zukunftsperspektiven zu richten. „Unsere Startbedingungen waren gut, haben uns doch nicht nur die Region und die Gemeinde bei der Gründung unterstützt, sondern auch die Menschen aus unserem näheren und weiteren Umfeld in dem Vorhaben bestärkt, eine Bürger-Energiegenossenschaft zu gründen“, erinnert sich Vorstand Ulf Gerkens an den Anfang des letzten Jahres. Die Gemeinde, die Gründungsmitglied der BEW ist, wurde im Sommer auch die erste Kundin des jungen Unternehmens. „Mit dem Bau der ersten Anlage auf dem Dach der Bissendorfer Grundschule haben wir zusammen mit der Gemeinde gezeigt, wie lokaler Klimaschutz in der Praxis umgesetzt wird“, sagt Rainer Tepe, der im BEW-Vorstand für die technische Leitung verantwortlich ist.
Die BEW ist politisch unabhängig, dennoch wurden in dem Jahr viele Gespräche mit Politikern, Fraktionen, Gremien (zum Beispiel dem Bauausschuss) und anderen aktiven Gruppen (wie etwa den Parents4Future) geführt und Aktivitäten wie die Beteiligung am Solarstammtisch und am Fahrradfest in Bissendorf unternommen, die für die Umsetzung und Bekanntmachung der Vorhaben der BEW hohe Bedeutung haben. Als sachkundiger Partner in Klimafragen ist die BEW entsprechend bei der Bildung der Steuerungsgruppe „Klima in Not“ und des Klimabeirates gefragt.
Die BEW plant derzeit, den von der Klimaschutzagentur der Region Hannover initiierten Solarstammtisch in diesem Jahr fortzuführen. Eine erste Veranstaltung soll bereits im Februar stattfinden, in Summe sind sechs bis acht Stammtische in diesem Jahr geplant. Die Inhalte sollen sehr auf die Interessen von EigenheimbesitzerInnen zugeschnitten werden, sofern die Pandemie es zulässt sind aber auch Besichtigungen von bestehenden Anlagen vorgesehen. 
Bürgermeister und BEW-Aufsichtsrat Helge Zychlinski schaut ebenfalls positiv gestimmt auf das erste BEW-Jahr und in die Zukunft: „Die Zusammenarbeit und die Kommunikation haben sich in dieser Zeit immer weiter verbessert, Handlungsfelder wurden abgesteckt, sodass auch mit Blick nach vorne eine Menge gemeinsamer Projekte in Sicht sind.“ Mit Klimaschutzmanagerin Mareike Oertel hat die BEW eine zentrale Ansprechpartnerin, über die alle Abstimmungen mit der Verwaltung laufen.
Für das gerade begonnene Jahr haben sich die Gemeinde und die Genossenschaft einiges vorgenommen: Neben einer Planaufstellung von allen Gebäuden der Gemeinde, die für Photovoltaik geeignet sind, soll auf dem Campus W die erste größere Anlage entstehen, die von der BEW gebaut wird. „Dafür ist ein gut organisiertes Vorgehen unerlässlich“, weiß Ulf Gerkens, der aus seiner beruflichen Tätigkeit im Projektmanagement wertvolle Erfahrung einbringt. Die Genossenschaft hat sich entsprechend strukturiert aufgestellt und mit den Gruppen Technik, Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und Betriebsführung eine klare Aufgabenzuordnung geschaffen.
Die Aktiven der BEW freuen sich über weitere Interessierte, die am Ausbau der erneuerbaren Energien und der Vernetzung in der Gemeinde mitwirken möchten. Kontaktmöglichkeiten gibt es über die Homepage www.bewedemark.de oder per email (info@bewedemark.de). Eine unverbindliche Teilnahme an einem der monatlichen Treffen ist jederzeit möglich.