Eine ganze Schule feiert Gottesdienst

Resses Schulleiterin Christina Jarolin (von links) und Pastorin Wibke Lonkwitz singen und tanzen mit den Schülern in der Kapernaum-Kirche den „Siya Hamba“. Foto: A. Wiese

Schüler lesen und spielen die Geschichte von Noemi und Ruth in der Fremde

Resse (awi). Mit viel Liebe zum Detail haben die Schüler der Grundschule Resse in den Wochen vor den Ferien die biblische Geschichte von Noemi aus Bethlehem, ihren Söhnen und der Schwiegertochter Ruth aufgearbeitet und am letzten Donnerstag in einem Gottesdienst mit Pastorin Wibke Lonkwitz in der Kapernaumgeschichte vorgelesen, gesungen und gespielt. Im Mittelpunkt der Geschichte steht das Gefühl fremd zu sein und „was das mit uns zu tun hat“. Zur Einstimmung zeigen nämlich Schüler der Grundschule Resse mit Migrationshintergrund über den Beamer Bilder von ihrer Flucht aus der Heimat. Dann berichtet die zweite Klasse von Noemi und ihren Söhnen, die Bethlehem verlassen wollen, weil es dort nichts mehr zu essen gibt. Die vierte Klasse fährt fort damit zu erzählen, wie es ist in ein fremdes Land zu gehen., und erinnert daran, dass so wie Noemi auch heute noch viele Menschen ihre Heimat verlassen, weil sie dort nicht mehr sicher leben können und den Schülern wird klar: Heute haben die Menschen die gleichen Sorgen wie Noemi und ihre Kinder damals: ob sie gesund ankommen, wie sie sich in der fremden Sprache verständigen sollen, ob sie eine neue Wohnung und Arbeit finden, die Kinder zur Schule gehen können und die Familie wieder glücklich wird. Die Schüler haben Fürbitten ausgearbeitet für die Menschen auf der Flucht, die sie vortragen. Dann ist die zweite Klasse wieder an der Reihe und berichtet, wie die Geschichte weitergeht: Noemis Mann stirbt und auch die Söhne, die sich im fremden Land verheiratet hatten, werden krank und sterben. Noemi hat nun nur noch ihre beiden Schwiegertöchter. Doch als sie großes Heimweh bekommt und zurück nach Bethlehem möchte, ist nur eine der beiden, nämlich Ruth, bereit ihre Heimat zu verlassen und mit Noemi in das ihr fremde Land zu gehen. In Noemis Heimat angekommen, werden beide freundlich aufgenommen, Ruth findet Arbeit auf dem Feld und kann sich und ihre Schwiegermutter ernähren, heiratet und bekommt Kinder – ein Happy End also. Die Geschichte endet mit der Erklärung der Bedeutung der fremden Namen und für die Schüler endet der Gottesdienst mit einer Überraschung: Sie bekommen von ihren Lehrern jeder eine Plakette mit ihrem Namen, der Erklärung, was er bedeutet und dem Hinweis, dass Eltern die Namen ihrer Kinder, den sie ihr Leben lang tragen, ganz bewusst und mit Bedacht aussuchen.