Einen Neuen gibt es auf jeden Fall

So kennen die Wennebosteler den CDU-Ortsbürgermeisterkandidat Achim von Einem: Mit Fahrrad und Hund Sugar ist er im Dorf unterwegs. Foto: A. Wiese
 
SPD-Ortsbürgermeisterkandidat Fredy Krause legt gerne Hand in seinem schönen Garten an, der eine Bereicherung für Wennebostel ist. Foto: A. Wiese

Achim von Einem oder Fredy Krause stehen für einen Neustart in Wennebostel

Wennebostel (awi). In den bisher vorgestellten Ortsratsbereichen war immer mindestens ein „Titelverteidiger“ am Start. In Wennebostel hingegen ist eins sicher: Es wird einen neuen Ortsbürgermeister geben. Und der wird nach jetzigem Stand entweder Achim von Einem oder Fredy Krause heißen. Beide bringen langjährige Ortsratserfahrung mit, lieben das Dorf Wennebos-
tel und seine Bewohner und möchten vor allem eins: Den Zusammenhalt in Wennebostel und unter seinen Einwohnern fördern und das Dorf noch lebens- und liebenswerter machen, als es ohnehin schon ist.
Achim von Einem (59) kandidiert zum ersten Mal für die CDU, in die er vor einigen Monaten eingetreten ist. Bisher war er parteilos als Einzelkandidat für den Ortsrat angetreten und auch stellvertretender Ortsbürgermeister. Mit dem Eintritt in den Ruhestand beschloss der in der Sparte IT tätige Elektroingenieur und Berufssoldat, der Politik einen noch größeren Stellenwert in seinem Leben einzuräumen. „Und wenn man in Orts- und Gemeinderat etwas erreichen möchte, braucht man Mehrheiten und die bekommt man bekanntlich nicht als Einzelkandidat“, begründet von Einem seine Entscheidung. Eine konservative Grundeinstellung und persönliche Kontakte hätten den Ausschlag für die CDU gegeben.
Gleich fürs Dorf engagiert
Der gebürtige Northeimer ging 1975 zur Bundeswehr, studierte dort an der Fachhochschule Elektrotechnik, durchlief als Berufssoldat verschiedene Verwendungen und wurde Ende 1986 nach Hannover versetzt. Auf der Suche nach einem Wohnsitz für seine Familie mit zu diesem Zeitpunkt zwei Kindern im ländlichen Bereich kam Achim von Einem im Dezember 1986 nach Wennebostel. Bis 1994 wohnte die Familie im Wennebosteler Kirchweg und erlebte hier sofort eine tolle Aufnahme in die Dorfgemeinschaft. Ganz selbstverständlich engagierte sich auch von Einem für das Dorf, insbesondere bei „Unser Dorf soll schöner werden“. Als sich das dritte Kind anmeldete, wurde das Haus zu klein und die von Einems, die unbedingt im inzwischen lieb gewonnenen Wennebostel bleiben wollten, bauten eine Doppelhaushälfte Am Rahlfsberg. Nicht nur die Dorfverschönerung auch die Kyffhäuser knüpften die Bande zum Dorf immer enger: 1994 stieß die Kyffhäuserkameradschaft auf der Suche nach einem neuen Vorsitzenden auf Achim von Einem. „Die Kyffhäuser engagieren sich im Ort, sammeln für die Kriegsgräberfürsorge, organisieren die Kranzniederlegung am Volkstrauertag, organisieren Fahrten und Radtouren, Skat- und Knobelturniere“, berichtet Achim von Einem, der auf diese Weise „mit bekam, was im Ort läuft“. 2001 kandidierte er das erste Mal parteilos, erreichte auf Anhieb 24 Prozent der Wählerstimmen und saß somit neben drei CDU-Vertretern und dem SPD-Mitglied Fredy Krause im Ortsrat. Aufgrund seiner hohen Stimmenanzahl schlug ihn Ortsbürgermeister Willi Krökel von der CDU als Stellvertreter vor und auch 2006 wurde von Einem als Parteiloser zunächst in den Ortsrat und dort wieder zum stellvertretenden Ortsbürgermeister gewählt. „Mir war stets wichtig, eine neutrale und sachliche Politik zu machen“, betont er. Sachlich fundierte Beschlüsse zum Wohle des Ortes Wennebostel, die für den Bürger nachvollziehbar sind, stehen auch jetzt als CDU-Ortsbürgermeisterkandidat für ihn im Vordergrund. „Prägnant für Wennebos-tel sind seine zentrale Lage, das weltweit agierende Unternehmen Sennheiser und weitere namhafte Industrie, die immer noch ortsbildprägende Landwirtschaft, der Kindergarten in der alten Schule und der sehr gut angenommene Spielplatz, für den der Ortsrat in der letzten Periode noch eine Tischtennisplatte spendiert hat. „Ich kandidiere für den Gemeinderat, um dort die Positionen des Ortsrates umsetzen zu können“, erklärt von Einem. Natürlich sei ihm klar, dass im Rat die Interessen aller Wedemärker Ortsteile berücksichtigt werden müssten. Für Wennebostel habe der Ortsrat in den letzten Jahren vor allem mit dem Edeka-Markt viel erreichen können. Hier sei ein neues Zentrum entstanden. Von Einem möchte Wennebos-tels dörflichen Charakter erhalten, die Infrastruktur stärken – wozu auch eine Gehwegerneuerung gehört –, die örtlichen Vereine unterstützen, Arbeitsplätze erhalten und – das ist ein besonderes Anliegen – den Arbeitskreis „Unser Dorf soll schöner werden“ inhaltlich wieder beleben. „Eine solche parteineutrale Gemeinschaft wäre prima für Wennebostel“, ist von Einem überzeugt. Seit die Kinder aus dem Haus sind und die beruflich aktive Zeit jetzt beendet ist, kribbelt es ihm in den Fingern, ehrenamtlich noch aktiver zu sein. Zwar sind da noch Hund Sugar, das Fahrradfahren, Urlaub mit dem kleinen Wohnmobil und der Ehefrau sowie der PC, doch die Gemeinschaft in Wennebostel zu stärken und etwas für das Dorf zu tun, hat für den CDU-Ortsbürgermeisterkandidaten oberste Priorität.
Traditionsbewusstsein
Das ist natürlich bei SPD-Ortsbürgermeisterkandidat Fredy Krause (52) ganz genauso. Auch sein politisches Engagement ist vor allem auf den engen Bindungen an Wennebos-
tel begründet. Allerdings ist Krause auch seit mehr als drei Jahrzehnten überzeugter Sozialdemokrat, genau genommen seit Helmut Schmidt 1974 Kanzler wurde, erinnert er sich. Aufgewachsen im Kreis Bremervörde und später im Kreis Peine folgten Schulzeit und Bundeswehr. Vier Jahre verpflichtete sich der Zeitsoldat bei der Luftwaffe, absolvierte seine Berufsausbildung in der IT-Branche und machte seine Karriere im Rechenzentrum in Hannover, wo er 1982 anfing und bis heute – mittlerweile als verantwortlich tätiger IT-Manager – beschäftigt ist. 1983 kam Fredy Krause durch seine Frau in deren Geburtsort Wenne-
bostel und eine traditonsbewusste Familie. Mit diesen Werten und der Liebe zum Dorf konnte er sich gleich identifizieren, liebt das alte Haus, in dem die Familie wohnt und den herrlichen Garten drumherum. Anfang der 90er Jahre begann er sich vor Ort politisch für die SPD zu engagieren, kandidierte 1996 erstmals für Ortsrat und Gemeinderat und rückte durch den Verzicht eines Mandatsträger unmittelbar nach der Wahl in den Ortsrat nach, dem er seither anghört. 2006 wurde Fredy Krause auch in den Gemeinderat gewählt. „Mir ist es wichtig, kleine Zellen im Ort zu stärken“, sagt auch der SPD-Ortsbürgermeisterkandidat: „Mir geht es um das gemeinschaftliche, parteiübergreifende im Ort. Wir müssen die Wünsche der Bürger zentral in den Mittelpunkt stellen, die Vereine und Verbände stärken, die Neubürger integrieren, und das alles generationsübergreifend!“ Nachbarschaftshilfe und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf haben dabei für Krause ebenfalls einen hohen Stellenwert. Die letzten fünf Jahre im Ortsrat seien sehr spannende gewesen. Man habe zwar manchmal etwas länger gebraucht, um zu Entscheidungen zu kommen, doch habe man dann gute Entscheidungen für den Ort getroffen, die nicht aus der Hüfte geschossen seien, wie beispielsweise die Tempo 30-Zonen. „Das spricht für eine gewisse
Gründlichkeit und dazu sind wir den Bürgern gegenüber verpflichtet“, findet Krause. Für die nächste Wahlperiode sieht er Prioritäten bei einer Ausweitung der Ansiedlung rund um den Edeka-Markt, natürlich mit der gebotenen Vorsicht für eine Entwicklung Wennebostels. Doch Familien, die beispielsweise bei Sennheiser arbeiteten und sich in Wennebostel niederlassen möchten, sollten die Möglichkeit dazu bekommen, findet Krause. Ihm macht das Engagement für seinen Wohnort großen Spaß, und darum hat er sich jetzt neben seinem politischen Engagement auch noch auf die Fahnen geschrieben, den Chor in Wennebostel wiederzubeleben, der eine lange Tradition im Dorf hat, aber seit 1964 auf Eis liegt. Interessenten hat Fredy Krause bereits gefunden und bittet alle, die noch mitsingen oder mitorganisieren möchten, sich bei ihm zu melden. Außerdem ist der rege SPD-Politiker SCW-Mitglied und spielt aktiv Fußball bei den Herren ü 50. Er ist förderndes Mitglied der Feuerwehr Wennebostel und Mitglied des Sozialverbandes. Als Personalrat ist er in der Gewerkschaft Verdi aktiv, also auch an seinem Arbeitsplatz ehrenamtlich tätig. Und ein Hobby, das ihm ganz besonders am Herzen liegt, ist die deutsche Geschichte. „Über mein Interesse für die Geschichte bin ich zur Politik gekommen“, sagt Fredy Krause. Dabei habe die soziale Frage immer im Vordergrund gestanden und tue es für ihn als Politiker nach wie vor.