Einigkeit in vielen politischen Punkten

CDU-Ortsbürgermeisterkandidatin Susanne Brakelmann mit Hund Timmy in ihren großen Garten. Foto: A. Wiese
 
Fritz Schöning, der SPD-Kandidat für das Amt des Ortsbürgermeisters, ist mit seinen 72 Jahren ein engagierter Fahrradfahrer, dem alle Mängel an Radwegen sofort auffallen. Foto: A. Wiese

Susanne Brakelmann und Fritz Schöning stellen die Arbeit für den Ort vornean

Bissendorf (awi). Die ausdrücklich von ihren Parteien als solche benannten Ortsbürgermeisterkandidaten stellt das ECHO in den Wochen bis zur Kommunalwahl für die elf Ortsräte in der Gemeinde vor. Heute sind das für den Ortsrat Bissendorf Susanne Brakelmann für die CDU und Fritz Schöning für die SPD. Bissendorf ist bei der nächsten Kommunalwahl in einer besonderen Situation: Durch den neu gegründeten Ortsrat Bissendorf-Wietze geben hier wesentlich weniger Bürger als bisher ihre Stimme ab. Wie sich das auf das Wahlergebnis im Ortsrat Bissendorf, der bisher immer eine CDU-Mehrheit hatte, auswirken wird, ist nicht vorhersehbar und auch für die beiden Ortsbürgermeisterkandidaten spannend. Susanne Brakelmann (51) ist die amtierende Ortsbürgermeisterin. 2008 wurde die CDU-Politikerin vom Ortsrat mit den Stimmen der SPD zur Nachfolgerin von Annemarie Döpke gewählt, die sich aus dem Ortsrat zurückzog. Brakelmann war bei ihrer ersten Kandidatur 2001 auf Anhieb in den Ortsrat und den Gemeinderat gewählt worden. Sie kommt aus der Schulelternarbeit, hatte sich als Mutter dreier Kinder jahrelang in Krabbelgruppe, Kindergarten, Grundschule, Realschule und Kinderbetreuung engagiert und war von Annemarie Döpke angesprochen worden, ob sie nicht für die CDU kandidieren wolle. Die diplomierte Maschinenbauingenieurin hatte sich nach ihrem Studium ganz auf Familie, Haushalt und Kindererziehung konzentriert. Heute ist die Bissendorferin nicht nur Vollblutpolitikerin mit einem ausgeprägten Hang zu Ausgleich und Diplomatie, sondern gibt, seit die Kinder studieren, auch halbtags Nachhilfe in Mathematik. Der Ortsratsarbeit hat sie sich mit Leib und Seele verschrieben. „Hier geht es nicht um Parteien, sondern um unseren Ort“, ist sie sich mit ihrem Herausforderer und stellvertretendem Ortsbürgermeister Fritz Schöning von der SPD einig. Gemeinsam haben Brakelmann und Schöning in der abgelaufenen Wahlperiode die Sanierung des Isernhägener Dammes und seiner Zufahrten auf den Weg gebracht, die Gestaltung von Bürgerhaus und Amtshof begleitet, die Bauleitplanung für Bissendorf Nordwest angestoßen, die es bisher nicht gab und dasselbe für Bissendorf-Wietze initiiert. Natürlich sei man sich nicht immer einig gewesen, aber meistens, so Brakelmann. Beim neuen Baugebiet Bissendorf-West habe sich die CDU nicht durchsetzen können, strebe jedoch für die nächsten Wahlperiode die Vergrößerung des Baugebietes in Richtung Scherenbostel und eine zweite Nord-Süd-Verbindung an.
Die Verfolgung von Bebauungsplänen für bestehende Viertel sei auch noch anderer Stelle wichtig, zum Beispiel am Kurländer Ring, meint Brakelmann. Bezüglich des Gewerbegebietes möchte sie vorrangig die Fläche der Hotelruine vermarktet wissen, bevor an eine Erweiterung gedacht werde. Eine Vergrößerung des Gewerbegebietes auf der anderen Seite der Schlager Chaussee im jetzigen Landschaftsschutzgebiet lehne die CDU auf jeden Fall ab, betont Brakelmann. Einsetzen möchte sie sich für eine Querungshilfe auf der Burgwedeler Straße am Ortseingang aus Richtung Bissendorf-Wietze. Wichtig ist der CDU-Kandidatin, dass aus einer Ortsratssitzung möglichst alle zufrieden rausgehen, die Mitglieder der verschiedenen Parteien ebenso wie die Zuhörer. An ihrem Amt als Ortsbürgermeisterin gefällt ihr vor allem der Menschenkontakt. „Man lernt viele Menschen kennen, greift Probleme auf, sucht nach Lösungen und hat auf diese Weise wieder mit Menschen zu tun“, erzählt Brakelmann. Für Menschen engagiert sie sich auch ehrenamtlich in der katholischen Kirchengemeinde. Doch daneben haben auch Tiere in ihrem Leben einen hohen Stellenwert, insbesondere Hund Timmy, mit dem sie viel unterwegs ist und auch zur Hundeschule geht. Weitere Hobbys sind die Freizeitreiterei – sie hat eine Reitbeteiligung in Mellendorf –, das Geocaching, ihr Garten und jede Menge Bewegung an frischer Luft. Dabei darf allerdings auch ihr Hobby Lesen nicht zu kurz kommen. Susanne Brakelmann liebt Liebesromane und Fantasy ebenso wie historisierende Literatur. Zur Zeit liest sie gerade Brecht, verrät Susanne Brakelmann.
SPD-Ortsbürgermeisterkandidat Fritz Schöning gehört dem Ortsrat Bissendorf mit einer Unterbrechung von 1986 bis 1991 bereits seit 1981 an. Seit zehn Jahren ist er bereits stellvertretender Ortsbürgermeister und für alle Belange des Ortes stets sehr engagiert. Dass er mit 72 Jahren noch einmal antritt, kommentiert er schlagfertig und mit einem Schmunzeln: „Ich bin immer noch jünger als Konrad Adenauer, als er zum ersten Mal zum Bundeskanzler gewählt wurde.“ Auch ihm macht der Umgang mit den Menschen Spaß, die Geburtstagsbesuche und vielen Gespräche.
„Für einen allein ist das sowieso nicht zu schaffen, dazu ist Bissendorf viel zu groß“, meint Fritz Schöning, der mit Susanne Brakelmann genauso harmonisch zusammenarbeitet wie mit ihrer Vorgängerin. Seit 1986 gehört Fritz Schöning auch dem Gemeinderat an und einmal will er auch hierfür noch kandidieren. Wie seine Mitbewerberin von der CDU ist auch er sehr zufrieden, was der Ortsrat in den letzten fünf Jahren für Bissendorf erreicht hat, vom Ausbau des Amtshofes über die Sanierung des Isernhägener Damms mit Verlegung der Bushaltestelle über Bauleitplanungen bis zu mehr Fahrradstellplätzen. Für die nächste Periode hat sich Fritz Schöning auf jeden Fall auf die Fahne geschrieben, die Lebensqualität in Bissendorf zu erhalten „und den Bürgern Zugang zu Freiräumen zu geben“. Besonderen Stellenwert hat für ihn in diesem Zusammenhang das Landschaftsschutzgebiet auf der anderen Seite des Gewerbegebietes.
Auch er spricht sich daher vehement gegen eine Vergrößerung des Gewerbegebietes an dieser Stelle aus, wie sie vom Bürgermeister befürwortet werde. Erst einmal sollten Flächen innerhalb des Gebietes vermarktet werden und eine Vergrößerung sei auch entlang der L 190 möglich. Die Sanierung von Amtshaus und Mehrzweckhalle sind weitere Punkte auf seiner Liste, außerdem die Reparatur des Radwegs zwischen Bissendorf und Bissendorf-Wietze. Die Politik hat ihm Leben des ehemaligen Realschullehrers, den es 1970 in die Wedmark und 1977 nach Bissendorf verschlagen hat, einen großen, aber nicht den größten Stellenwert. „Den hat meine Frau“, verrät er augenzwinkernd, und natürlich Sohn und Enkel. Sport und dabei insbesondere das Radfahren und Lesen sind die Hobbys des gebürtigen Hannoveraners, wenn er sich n icht gerade mit der Politik beschäftigt. Zurzeit liest er gerade Ken Folletts „The fall of gianth“ – auf Englisch. Wenn Fritz Schöning sich selbst charakterisieren sollte, wählt er eine Pferderasse als Vergleich: „Ich bin ein Haflinger, gutmütig und leistungsbereit.“