Eishalle bekommt ein neues Dach

Die Dachdecker haben eine alte Eternitplatte gelöst und an einer Kette befestig. Der Kran schwenkt sie vorsichtig vom Dach herunter. Vor der Eishalle werden asbesthaltigen Platten in Packs und dann in einen Container verstaut, der zu einer Sondermülldeponie gebracht wird. Foto: A. Wiese

Mit Photovoltaikanlage investiert Sport- und Freizeit GmbH 400.000 Euro

Mellendorf (awi). 400.000 Euro sind eine happige Investition, zumal, wenn einem die Immobilie nicht selbst gehört, doch Jochen Haselbacher ist überzeugt, dass sie sich sowohl aus umweltschutz- als auch aus wirtschaftlichen Überlegungen bezahlt machen wird. Die Mellendorfer Eishalle bekommt ein neues Dach und darauf eine 3.000 Quadratmeter große Photovoltaikanlage. Sie soll im Jahr etwa 240.000 Kilowattstunden Strom erzeugen.
Zwei Drittel davon nutzt die Sport- und Freizeit GmbH für den Betrieb des Spaßbades im Sommer und der Eishalle im Winter selbst, ein Drittel wird ins Netz eingespeist. Die EON selbst kümmert sich im Auftrag des Investors um den Einbau der Photovoltaikanlage. Sie ist der Grund, warum die alten Dachplatten ausgetauscht werdne, die die Gemeinde 1976 hat einbauen lassen, als noch niemand von Umweltgefährdung durch Asbest redete. Natürlich musste ein Gutachten her, dass den Platten, solange sie beim Abbau nicht durchbohrt oder zerschnitten werden, jedoch nur eine minmal geringe Asbestbelastung bescheinigte. Und auch das Dach hätte noch 20 Jahre gehalten, doch man hätte keine Photovoltaikanlage darauf montieren können. „Wir haben so gute Erfahrungen mit unserer kleinen Photovoltaikanlage auf den Umkleiden und dem Technikhaus gemacht, dass wir uns zu dieser Investition entschlossen haben“, erklärt Jochen Haselbacher, der seinen Sohn Ingo, Geschäftsführer der Sport- und Freizeit GmbH, der gerade im Urlaub ist, aktuell vertritt. Die Großbaustelle erfordert nämlich schon einiges an Organisationstalent. Zug um Zug sollen die alten Platten abgedeckt und bereits neue aufgebracht werden, während das Abdecken auf der anderen Seite des Daches weitergeht. Die Halle ist eingerüstet, das gesamte Dach vernetzt, um die Unfallgefahr zu minimieren. „Was wir leider nicht für die Dachdecker und Gerüstbauer minimieren können, sind die Temperaturen“, bedauerte Jochen Haselbacher. Bei fast 40 Grad in schwindelnder Höhe harte körperliche Arbeit zu leisten, ist schon eine Herausforderung. Da sind auch kostenloses Eis, Wasser und der in Aussicht gestellte Sprung ins Schwimmbad am Abend nur der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein. Rund 250.000 Euro der Investitionen fließen in die Photovoltaikanlage, die bereits im September in Betrieb genommen werden soll. Rund 95.000 Euro kostet das neue Dach, 55.000 Euro Gerüst und Entsorgung der alten Platten durch eine Spezialfirma. Die Gemeinde hat die Investition in ihre Immobilie abgenickt, dazugeben tut sie nichts. Seit 1994 ist die Sport- und Freizeit GmbH Vertragspartner der Gemeinde Wedemark. Der Vertrag läuft 80 Jahre. Alle zehn Jahre gibt es theoretisch ein wechselseitiges Kündigungsrecht. Das wäre das nächste Mal 2024 der Fall. „Wir gehen aber nicht davon aus, dass es dazu kommt“, so Jochen Haselbacher. Die Sport- und Freizeit GmbH investiert nämlich auch darüberhinaus in die Eishalle.
„Wir haben die hochwertige Lautsprecheranlage aus der ehemaligen Eishalle Langenhagen, die jetzt abgerissen wird, günstig erstehen können“, verrät Jochen Haselbacher. Ein Akustiker hat sich das alte System in der Mellendorfer Halle und die Technik des neuen Systems bereits angesehen und ist zuversichtlich, dass die neue Anlage in der Hus-de-Groot-Arena einwandfrei laufen wird. Natürlich müssen alle alten Boxen raus und ersetzt werden, aber dann wird es in der neuen Spielsaison der Hannover Scorpions eine 1a-Akustik geben, freut sich Haselbacher.
Eine weitere Investition ist bereits getätigt, aber zunächst eingelagert, denn der Umbau ist etwas aufwendiger, so dass es die neue Bande für die Spielfläche erst im nächsten Jahr geben wird. Auch diese hat Haselbacher gebraucht erstehen können, sie ist aus Glas und wird den Fans einen ganz neuen Durchblick ermöglichen. Man merkt es schön: Trotz Temperaturen um die 40 Grad, ist Jochen Haselbacher mit seinen Gedanken schon wieder voll beim Eishockey: „Ende August fangen wir mit dem Eismachen an. Wir wollen spätestens am 1. September aufs Eis, denn am 6. September haben die Scorpions schon ihr erste Testspiel gegen Salzgitter. Wir haben bewusst ein Team für das erste Spiel gewählt, das eine Liga niedriger spielt als wir, weil wir so wenig Zeit für die Vorbereitung auf dem Eis haben“, erläutert Eishockey-Experte Haselbacher.
Dass das neue Eis vielleicht schon mit dem von der neuen Photovoltaikanlage erzeugten Strom gemacht werden kann, freut ihn sehr. „Wir haben im Monat mindestens 10.000 Euro Stromkosten. Wenn wir da durch unsere neue Anlage ein bisschen von runter kommen, wäre das sehr positiv für uns.“