Eltern testen Kinder jetzt zuhause

Bürgermeister Helge Zychlinski (von links), Elternvertreterin Francie Bosse und die Zahnärzte Martin Bröckert und Marco Kurz, SPZ-Oberarzt Steffen Treiß und Zahnarzt Moritz Schröder bei der Demonstration des Lolli-Tests vor der gemeindeeigenen Kindertagesstätte KiTamiTu in Mellendorf. Foto: A. Wiese

Gemeinde besorgt Lolli-Tests für alle Kinder in ihrer Kita-Notbetreuung

Mellendorf (awi). Seit fünf Wochen testet ein Team von Ärzten, das eigene Kinder in Wedemärker Kindertagesstätten hat, ehrenamtlich einmal die Woche mit Unterstüzung von Elternvertretern Kindergartenkinder in der Notbetreuung auf Corona, bisher mit Schnelltests via Nasen- oder Rachenabstrich.
Jetzt hatten die Zahnärzte Marco Kurz und Martin Bröckert, SPZ-Oberarzt Steffen Treiß, die an der KiTamiTu testen, Zahnarzt Moritz Schröder (Kindergarten Domino) und Zahnärztin Victoria Norden (Kita Zwergenburg Elze) zu einer Zwischenbilanz mit Bürgermeis-ter Helge Zychlinski eingeladen. Denn ab Montag ändert sich die Teststrategie: Dann werden die Eltern gebeten, ihre Kinder vor der Fahrt in den Kindergarten mit Lolli-Schnelltests zuhause zu testen, und zwar möglichst zwei Mal die Woche. „Die ganze Aktion macht nur wirklich Sinn, wenn in allen 19 Kitas in der Wedemark zwei Mal wöchentlich getestet wird und das ist ehrenamtlich nicht zu leisten“, erklären Marco Kurz und Steffen Treiß. Bei den bisher verfügbaren Tests durfte nur Fachpersonal die Abstriche durchführen. Doch jetzt sind Laientests verfügbar: Bei den sogenannten Lolli-Tests wird ein kurzes Wattestäbchen nur einen Moment lang unter der Zunge bewegt und eingespeichelt, dann mit einer Lösung beträufelt, und nach einer Viertelstunde wird das Ergebnis des Corona-Tests angezeigt. Die Schnelltests in den Klastern seien absolut sinnvoll, um früh asymptomatische Fälle herauszufiltern, betonen auch die Zahnärzte Bröckert und Schröder. Doch es müsse in die Breite getestet werden, um nicht sinnlos Material zu verpulvern. In der Notbetreuung in der KiTamiTu sind mit Einrichtung einer weiteren Gruppe aktuell 75 Kinder täglich. Rund 90 Prozent der Eltern haben ihre Einwilligung zu den Schnelltests erteilt. In den anderen gemeindeeigenen Kitas sieht es ähnlich aus. Für alle Kinder in ihren acht Einrichtungen hat die Gemeinde jetzt genügend Lollitests bei der Bissendorfer Firma Amec geordert, damit die Eltern ihre Kinder bis Ende Juli regelmäßig testen können. Der Vorteil dieses Verfahrens: Ist ein Test positiv, kommt das Kind gar nicht erst in die Kita. Bei dem bisherigen Modus wäre der positive Befund erst beim Test im Kindergarten festgestellt worden. Noch hat es das bei dern Testungen in der Ki-TamiTu nicht gegeben. Wenn, dann wäre das betreffende Kind sofort nach Hause und zum PCR-Test geschickt und die Gruppe geschlossen worden. Ausdrücklich lobten die ehrenamtlich engagierten Eltern das Engagement des Bürgermeisters, der sie von Anfang an unterstützt und jetzt die Lolli-Tests besorgt habe. Erst einmal hat die Gemeinde tief in die Tasche gegriffen. Ob sie die Kos-ten vom Land erstattet bekommt, steht noch nicht abschließend fest.