Elze gedenkt seiner Gefallenen

Carsten Kiegeland (rechts) und Jürgen Benk halten am Ehrenmal vor der Abordnung der Reservistenkameradschaft und dem niedergelegten Kranz inne. Foto: B. Stache
 
Abordnungen auf dem Weg zum Ehrenmal: zwei Feuerwehrkameraden tragen den Kranz des Ortsrats zum Ehrenmal auf dem Elzer Friedhof. Foto: B. Stache

Feierstunde zum Volkstrauertag in der Friedhofskapelle mit Kranzniederlegung

Elze (st). „Ich habe mich gefreut, dass in den beiden Reden der Wunsch nach Frieden die Hauptrolle gespielt hat.“ Diese Worte fand Elzes Pastor Maik Schwarz am Sonntagvormittag anlässlich der würdigen Feierstunde des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in der Friedhofskapelle auf dem Elzer Friedhof. Unter Beteiligung von Abordnungen aus Freiwilliger Feuerwehr, Schützenverein, Sportgemeinschaft Blau-Gelb Elze, Chorgemeinschaft MGV Concordia Elze von 1892 und MGV Mellendorf von 1893 sowie Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Elze legten Ortsbürgermeister Jürgen Benk und Carsten Kiegeland als Vertreter des Volksbundes am Ehrenmal einen Kranz nieder. Mitglieder der Reservistenkameradschaft Wedemark hatten die Ehrenwache übernommen, der Musikzug spielte „Ich hatt` einen Kameraden“. In der vorausgegangenen Feierstunde gab es die Ansprachen von Kiegeland und Benk zum Gedenken an die Opfer von Krieg, Terror und Gewalt. Ein Vergessen der vielen Toten bis zum heutigen Tag dürfe es nicht geben, mahnte Carsten Kiegeland. Er erinnerte an das Ende des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren, in dem auch Männer aus Elze ihr Leben verloren. „Es waren Familienväter, Verwandte, Nachbarn und Freunde, die hier lebten.“ Jeder einzelne Name solle uns heute daran erinnern, dass Krieg, Terror und Gewalt ganz persönliche Wunden in jedem von uns hinterlassen und uns zum Frieden mahnen. Dazu verlas Kiegeland die Namen von 20 gefallenen Soldaten aus Elze. Bis in die jüngste Zeit seien wieder deutsche Soldaten und Privatpersonen durch kriegerische Auseinandersetzungen und Terror getötet worden – zuletzt auf dem Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin. „Die Aufgaben des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge sind unersetzlich, um die Würde eines jeden Toten zu wahren und uns daran zu erinnern, dass Krieg, Terror und Gewalt uns nicht beherrschen dürfen“, so Carsten Kiegeland. „Gewalt schafft keinen Frieden.“ Ortsbürgermeister Jürgen Benk hielt ein starkes Plädoyer für den Volkstrauertag. Es sei ein Tag des stillen Gedenkens an all diese Opfer. „Zugleich ein Tag der Besinnung, wie wir heute auf Krieg, Gewalt und Terror reagieren, was wir heute für Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit bei uns und in der Welt tun können.“ Nicht nur die Tradition, sondern die Einsicht beantworte immer wieder geäußerte Zweifel, ob wir diesen Gedenktag 100 Jahre nach Ende des Ersten und 73 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs noch brauchen. „Ja, wir brauchen ihn!“, machte Jürgen Benk deutlich. „Aus Respekt vor den Millionen Opfern von Krieg und Gewalt – damals wie heute.“ Der Volkstrauertag solle ein Tag der Erinnerung, der Besinnung, der Mahnung und des Protestes sein, eine Form des Aufstandes der Anständigen – als Bekenntnis von Jung und Alt für Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit, forderte der Ortsbürgermeister. Vor der offiziellen Feierstunde hatte Pastor Maik Schwarz den Gottesdienst in der Friedhofskapelle geleitet. Das Thema seiner Predigt lautete „Frieden schaffen“. Dazu berief er sich auch auf die Worte des Propheten Jesaja (7, Vers 4-8) und stellte die Frage, warum wir Menschen uns gegenseitig bekriegen, obwohl wir es besser wissen, wie wir friedlich miteinander umgehen können.