Elzerin fährt für ein Jahr nach Amerika

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Caren Marks (rechts) und Mitarbeiterin Rebecca Schamber freuen sich für Daphne Walter auf das spannende Austauschjahr in Amerika. Foto: A. Wiese

Das PPP machts möglich: Caren Marks entscheidet sich für Daphne Walter

Elze (awi). Die 16-jährige Daphne Walter aus Elze ist aufgeregt, und das ist verständlich: Am Mittwoch, 7. August, hebt ihr Flieger nach Washington ab. Von dort geht es für ein Jahr nach in den Bundesstatt Vermont. Die Mellendorfer Gymnasiastin und PPP-Stipendiatin ist dort einer Familie in Montpelier zugewiesen worden und wird die Montpelier High School besuchen. Möglich ist dies, weil die Wahl der SPD-Bundestagsabgeordneten Caren Marks im Finale unter drei Bewerberinnen auf Daphne fiel.
Die konnte ihr Glück erst gar nicht fassen: „Ich wollte schon immer ein Austauschjahr in Amerika machen. Alle haben gesagt, versuch es mit PPP, dem Parlamentarischen Patenschaftsprogramm, das ist das Beste. Ich habe dann den Aufruf in der Zeitung gelesen, mich beworben, bin zum Gespräch mit Caren Marks eingeladen und ausgewählt worden. Das ist so cool!“ Daphne hat eine Eins in Englisch, spricht außerdem Spanisch und Litauisch. Sie findet vor allem die Mentalität der Amerikaner toll. Caren Marks war es wichtig, sich einen persönlichen Eindruck von den Bewerberinnen zu verschaffen, die es bis in die Endrunde geschafft haben. „Beim PPP geht es um interkulturelles Lernen und Verständigen. Die PPP-ler sind kleine Botschafter, die aufsaugen, was die USA ausmacht und uns dann davon berichten“, erklärt Marks. Die Parlamentarische Staatssekretärin hat in den 17 Jahren ihrer Abgeordnetentätigkeit schon einige Patenschaften vermittelt, ist währen des Austauschjahr stets per E-Mail in Kontakt mit ihrem PPP-ler.
Daphne hat ihr Vorbereitungsseminar bereits hinter sich. Dort wurden die Teilnehmer des Programms genauestens geschult. Denn es gibt einiges an Regeln und Vorschriften zu beachten. Jetzt hat sie ihr Visum, der Koffer ist mit Klamotten für zehn Tage gepackt. Der Rest wird drüben eingekauft. Auf die Shopping-Touren freut sich die Wedemärker Gymnasiastin schon sehr. Bei den Geschenken für ihre Gastfamilie hält sie sich an das, was ihr im Vorbereitungsseminar geraten wurde: „Nehmt Lakritze und Weingummi mit. Das gibt es drüben nicht.“ Der Fragebogen, den sie beantworten musste, war lang und da gab es Fragen wie, ob sie schon mal Zeuge eines terroristischen Anschlags gewesen sei oder dabeim wenn jemandem illegal Organe entnommen wurde. Daphne konnte solche Fragen mit gutem Gewissen mit Nein beantworten.
57 Teilnehmer waren beim bundesweiten Vorbereitungsseminar in Würzburg. Nur neun waren Jungen. Ist das PPP generell so mädchenlastig? Das wechsele, weiß Caren Marks, sie habe bereits ebenso viele Jungen wie Mädchen betreut. Es ist nicht nur für Schüler, sondern auch für Auszubildende und junge Berufstätige gedacht, doch aus diesem Kreis gebe es leider viel weniger Bewerber als bei den Schülern. Dabei bietet der Deutsche Bundestag seit 35 Jahren gemeinsam mit dem amerikanischen Kongress jungen Berufstätigen die Chance, mit einem Auslandsaufenthalt ihre persönlichen Zukunfts- und Karriereaussichten zu verbessern. Die Kombination aus Praktikum und College-Besuch ist einzigartig. Das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) ermöglicht jungen Berufstätigen und Teilnehmern eines dualen Studiengangs mit abgeschlossener Berufsausbildung, ein Jahr in den USA zu verbringen und die historischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten der Vereinigten Staaten hautnah kennen zu lernen. Mit dem Austauschprogramm erhöhen sie ihre Karrierechancen und tragen dazu bei, als Junior-Botschafter die transatlantischen Beziehungen zu verbessern. Abgeordnete des Deutschen Bundestages und Mitglieder des US-Kongresses übernehmen für die Dauer des Aufenthaltes die Patenschaft für die deutschen und amerikanischen Teilnehmer. Die Stipendien decken die Kosten für die Vor- und Nachbereitung, den College-Besuch, die Unterbringung in Gastfamilien sowie die Reise- und Versicherungskosten und werden von Bundestag und Kongress übernommen. Auszubildende, dual Studierende und Berufstätige, die sich für das Programm bewerben, sollten nach dem 31. Juli 1995 geboren sein, über einige Jahre Englischunterricht sowie eine bei der Ausreise im August 2020 abgeschlossene Berufsausbildung verfügen. Bewerbungsschluss ist der 13. September 2019.