Endlich eine Hundewiese für alle

Sabine Niggemeier und Gerd Kröning würden sich über die Gesellschaft weiterer Hundehalter und Hunde auf der Hundewiese in Bissendorf in der Nähe der Schlager Chausee freuen. Foto: Privat

Dritter Anlauf von Sabine Niggemeier, Hunden Auslaufmöglichkeit zu bieten

Bissendorf (awi). Zunächst hatte Hundehalterin und Ausbilderin Sabine Niggemeier vor ein paar Jahren den Versuch unternommen, mit Gleichgesinnten in der Bissendorfer Feldmark in der Nähe der Kläranlage eine Wiese als Hundewiese zu nutzen. Aus diesem Paradies wurden die Hundefreunde schnell vertrieben: Im Landschaftsschutzgebiet nicht zulässig. 2015 mieteten die Hundefreunde dann eine ehemalige Pferdewiese an der Bahnlinie im Mischgebiet hinter dem Autohaus Gehrke an und gründeten den Verein Wedemärker Spürnasen. Mitglieder konnten ihre Hunde auf der eingezäunten Wiese frei laufen lassen, an den Geräten mit ihnen trainieren und Sabine Niggemeier hielt hier unter anderem auch ihre Man-Trailer-Kurse für interessierte Hundehalter ab. Dann machte ihr die Bürokratie erneut einen Strich durch die Rechnung: In Deutschland dürfen sie in einem Verein alles unterrichten, aber keine Tiere.
Hunde und ihre Halter zu schulen, ist aber nun einmal das, was die Bissendorferin will – und Hunden freien Auslauf und Sozialkontakte ermöglichen, auch in der Brut- und Setzzeit. Niggemeier prüfte alle Möglichkeiten: Selbstständigkeit, Minijob. Nichts war rechtlich zulässig und zugleich finanzierbar. Am Ende stand 2018 die Auflösung des Vereins mit damals mittlerweile 70 Mitgliedern. Sabine Niggemeier war erste Vorsitzende gewesen, Gerd Kröning zweiter Vorsitzender. Auch ihr Wunsch, die zuvor vom Verein genutzte Hundewiese als Privatier weiter zu pachten, zerschlug sich, weil ihr die Wiese gekündigt wurde. Doch dann bekam sie Ende letzten Jahres das Angebot, eine fast benachbarte Wiese privat zu pachten und als Hundewiese zu nutzen. Vom enormen Arbeitsaufwand das lange brach liegende Gelände „urbar“ zu machen einmal abgesehen, sah sich die zunächst aufatmende Sabine Niggemeier neuen Hindernissen bürokratischer Natur gegenüber: Wer ahnt schon, dass er bei der Gemeinde eine formvollendete Baugenehmigung einreichen muss, um einen Zaun, der höher ist als 1,20 Meter um eine Wiese zu ziehen, die als Hundewiese genutzt werden soll, und auf der zu diesem Zweck ein Tunnel, eine Kletterwand und noch ein paar andere Geräte stehen. Nach Einwendungen von Nachbarn erhielt Niggemeier dann auch noch vom Bauamt der Gemeinde die Auflage, die Wiese nicht in der Zeit von 22 bis 6 Uhr, täglich von 13 bis 15 Uhr sowie sonn- und feiertags nutzen zu dürfen. „Das konnte ja gar nicht sein. In meiner Verzweiflung habe ich mich an die Region gewandt“, berichtete Niggemeier. Und siehe da, diesmal lag die Gemeinde falsch. Die nächtliche Ruhezeit ist einzuhalten, was Sabine Niggemeier und Gerd Kröning, der sie beim Fertigmachen der Wiese als Privatmann erneut unterstützte, auch nichts ausmachte. Jetzt ist alles in trockenen Tüchern. Das bestätigte auf Nachfrage auch die Gemeinde. Sabine Niggemeier darf die angepachtete Wiese in der Feldmark rechts der Schlager Chaussee als Auslauf und Trainingsplatz für ihre eigenen Hunde nutzen und anderen Hundehaltern nach Bedingungen, die sie selber mit diesen festlegt, ebenfalls Auslauf für ihre Vierbeiner gewähren.
Der alte Verein ist jetzt aufgelöst. Ein Jahr haben Niggemeier und Kröning für die formvollendete Liquidation benötigt. Einen neuen Verein wird es nicht geben. Mit ihren Verpächtern, dem Ehepaar Meyer, kommt Sabine Niggemeier prima aus, und das Grundstück an der alten Gärtnerei sieht mittlerweile schon ganz passabel aus. Auch eine kleine Hütte steht auf der Wiese. Da das Ganze aber auch finanziert werden muss, laufende Kosten anfallen und im Genehmigungsverfahren angefallen sind, möchte Niggemeier von Hundehaltern, die von ihr den Zugangscode für die eingezäunte Hundewiese bekommen, eine jährliche Aufwandspauschale haben. Dafür gibt es für die Hundehalter aber auch keine Arbeitsdienste oder ähnliches. Alle Pflegearbeiten werden von Niggemeier und Kröning erledigt. Die auf der Wiese aufgestellten Geräte können selbstverständlich genutzt werden. Und ihre Man Trailing-Kurse rechnet Niggemeier mit den Teilnehmern über Zehnerkarten ab. Beim Man Trailing werden Hunde egal welcher Größe, welchen Alters und welcher Rasse gemeinsam mit ihren Haltern trainiert, ihren Geruchssinn zu gebrauchen, um vermisste Personen oder Tiere zu suchen. Niggemeiers Hunde und andere aus ihrer Gruppe sind schon vielfach erfolgreich im Einsatz gewesen. Aber das ist eine andere Geschichte, über die das ECHO demnächst einmal berichten wird. Wer Interesse hat, die neue Hundewiese von Sabine Niggemeier zu nutzen, kann mit ihr per E-Mail Kontakt aufnehmen unter wedemaerkerspuernasen.weebly.com.Sabine Niggemeier und Gerd Kröning würden sich über die Gesellschaft weiterer Hundehalter und Hunde auf der Hundewiese in Bissendorf in der Nähe der Schlager Chausee freuen. Foto: Privat