Endlich wieder NAJU-Aktionstag

Der Hirschkäfermeiler ist fast fertig. Foto: Heide Gärtner

„Bau einer Hirschkäfernisthilfe“ stand an

Wedemark. „Dieser Haufen ist aber doch erklärungsbedürftig“, stellte Sophie belustigt fest. Stolz blickten 18 Kids und Teens sowie 5 Betreuer der Naturschutzjugend NAJU Wedemark auf einen sorgfältig in einem Erdloch zusammengestellten Eichenholzstapel, der ein wenig an historische Holzkohlemeiler erinnerte. „Ja, sonst kommt noch jemand auf die Idee, wir hätten das schöne Eichenstammholz sinnlos vergraben, anstatt es für den Kamin zu spalten und so als erneuerbare Energie zu nutzen“ erläuterte Jakob kritisch.
Kerstin Geier, Försterin des Forstamtes Fuhrberg und spezialisiert auf Waldökologie und Naturschutz, hatte diese Kooperationsaktion mit der NAJU-Wedemark vorbereitet, das Material bereitgestellt und auch schon eine Infotafel drucken lassen, auf der man ausführlich nachlesen kann, dass es sich hierbei um einen „Hirschkäfermeiler“ handelt. Diese Nisthilfe für eine seltene Käferart ist nun Teil des Waldlehrpfades am Forsthaus Resse.
Die Fertigstellung dieses Totholzbiotops stellte eine echte Herausforderung dar, schließlich war die Arbeit mit dem Eichenholz und das Graben im Waldboden körperliche Schwerstarbeit, gerade für die jüngeren NAJUs. Diese Herausforderung wurde aber mit großem Elan angenommen, so dass die Nisthilfe noch vor Einbruch der Dunkelheit vollendet war.
Spannend war es auch, den Erläuterungen der Försterin zuzuhören und zu erfahren, dass sich die Hirschkäferlarven bis zu 8 Jahre lang in verrottenden Eichenstubben oder eben einem Hirschkäfermeiler entwickeln, aber danach als fertiger Käfer kaum länger als 10 Wochen leben. Die fertigen Käfer benötigen auch noch alte lebende Eichenbäume, die sie anritzen, um den frischen Baumsaft zu trinken. Anhand von Anschauungsmaterial stellte Frau Geier den Kindern eine Vielzahl anderer Tiere vor, die ebenfalls durch den Hirschkäfermeiler eine Lebensstätte erhalten können. Wie kompliziert die Zusammenhänge der Lebensweisen ganz verschiedener Tiere, Pilze und Pflanzen innerhalb eines Totholzlebensraumes sind, faszinierte die Naturschutzjugend und entlockte ihnen so manches Erstaunen.

Text: Axel Neuenschwander,
Fotos: Beate Butsch (Kids heben die Kuhle für den Hirschkäfermeiler aus)
Dr. Heide Gärtner (Der Hirschkäfermeiler ist fast fertig)