„Energiewende ja, aber wo?“

CDU-Regionsabgeordneter zur Windkraft-Debatte

Wedemark. Für frischen Wind in der Debatte um neue Standorte für Windkraftanlagen in der Region Hannover sorgten vor allem die Jüngeren, berichtet CDU-Regionsabgeordneter Sven Sobanski. Im Vorfeld zur dritten Veranstaltung zu zentralen Fragen des Zukunftsbildes zum Regionalen Raumordnungsprogramm 2015 hatten sich drei Schulklassen auf Einladung der Regionsverwaltung mit dem Thema beschäftigt. Ihre Ergebnisse ließen sie vor allem in Fragen einfließen, die sie Vertretern von Naturschutzverbänden, Landschaftsplanern, Anlagenbetreibern und Interessengemeinschaften stellten. Der Ort der Veranstaltung war in der Nähe des Windparks Wulfelade mit Bedacht gewählt. Im Rahmen der Raumplanung waren Landschaftsschutzgebiete bisher ein Ausschlusskriterium für Windkraftanlagen. Für die Schülerinnen und Schüler war dieses nur eingeschränkt nachvollziehbar. „Ist Klimaschutz nicht auch Landschaftsschutz?“, wurde von der Schülerin Irina Kolesnik als Frage aufgeworfen. Denn ohne Klimaschutz werde sich doch auch die Landschaft verändern. Auch eine Beeinträchtigung des Landschaftsbildes und der Naherholungsfunktion wollten die Schülerinnen und Schüler nicht als K.O.-Kriterium gelten lassen. „Handelt es sich hierbei vielleicht um ein Problem der älteren Generation?“, fragte der Schüler Jonas Böhme in die Runde. Axel Priebs, Bau- und Umweltdezernent der Region Hannover, musste daraufhin einräumen, dass er von Jüngeren noch nie wegen eines Windenergiestandorts kritisiert worden sei, sondern eher von Gleichalten oder Älteren. „Die Veranstaltung war gut vorbereitet. Insbesondere hat die Einbeziehung der Schulklassen dazu geführt, dass durch die von ihnen gestellten Fragen, so mancher seine Argumente überdenken musste.“, bemerkte CDU-Regionsabgeordnete Sven Sobanski. „Besonders deutlich ist mir im Verlauf der Veranstaltung auch geworden, wie wichtig es ist, die Diskussion über Windenergiestandorte öffentlich zu führen. Dies ist für die Akzeptanz der Standorte unerlässlich.“ Ein solche Vorgehensweise vermisse er bei der Gemeindeverwaltung in Bezug auf die möglichen Wedemärker Standorte. Absehbar ist, dass einige Kriterien bei der Aufstellung des neuen Regionalen Raumordnungsprogramms ergebnisoffen auf den Prüfstand kommen werden. Dazu würden, vermutet Sobanski, die Kriterien Wald, Landschaftsschutzgebiete, Naherholung und Abstände zu Siedlungen zählen. „Mit Interesse habe ich auch zur Kenntnis genommen, dass die Regionsverwaltung prüft, inwieweit eine Kette von Windkraftstandorten entlang der Bundesautobahn A7 quer durch die Region möglich ist.“ Auch dieses würde die Gemeinde Wedemark betreffen.