Energisches Statement des Ministers

Die CDU-Landtagsabgeordnete Editha Lorberg mit Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (2. v. r.), MIT-Vorsitzendem Dietmar Reddig und Wennebostels CDU-Ortsbürgermeisterkandidat Achim von Einem. Foto: A. Wiese
 
Landwirt Söder überreichte dem Minister einen Sack Kartoffeln. Foto: A. Wiese

CDU und MIT begrüßten Landwirtschaftsminister Lindemann in Wennebostel

Wennebostel (awi). Landwirtschaft und Verbraucherschutz standen am Montagabend im Mittelpunkt einer Veranstaltung der CDU Wedemark mit Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann auf dem Kartoffelhof Söder in Wennebostel. Die CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Editha Lorberg und die MIT Wedemark mit ihrem Vorsitzenden Dietmar Reddig hatten eingeladen. Der Hegering Wedemark war mit einem großen Informationsstand mit von der Partie. Die CDU nutzte zudem die Gelegenheit, ihren Ortsbürgermeister Achim von Einem vorzustellen.
Im Mittelpunkt des Interesses der rund 100 Gäste auf dem Hof Söder stand jedoch bei seinem ers-ten Besuch in der Wedemark der Minister für Landwirtschaft und Verbraucherschutz, der sich mit markigen Sprüchen vor die Landwirte – egal ob konservativer oder ökologischer Landbau – stellte und außerdem seine Vorgehensweise im EHEC-Skandal begründete. „Ich habe mit meinen Mitarbeitern genau geprüft, ob es gerechtfertigt ist, vor dem Sprossenerzeuger in Bienenbüttel als Auslöser der EHEC-Epidemie zu warnen“, betonte Lindemann. „Wie soll ich vor Produkten warnen, ohne Betrieb und Ort zu nennen?“, fragte er seine Zuhörer. Er habe kein Verständnis dafür, dass das jetzt auf einmal der „Racheakt des Ministeriums am ökologischen Landbau“ sein solle. Die Auflagen für die Landwirtschaft seien hoch. „Denen braucht man nicht zu erkären, was Umweltschutz ist“, so Lindemann. Bevor man zusätzliche Auflagen für die deutsche Landwirtschaft fordere, müsse man erstmal von den Erzeugern aus den Ländern, aus denen Deutschland Produkte importiere, „das verlangen, was wir von unsern Bauern verlangen.“ Für seine Aussage „Zu behaupten, unsere Bauern täten nicht genug für den Umweltschutz, halte ich nicht für richtig“, bekam Lindemann deutlichen Beifall. Weitere Themen waren Tierschutz und Massentierhaltung. Auch hier machte Lindemann kein Hehl aus seiner Position: „Es kann sein, dass wir in einzelnen Fällen Stallhaltungssysteme umstellen müssen. Aber unsere Haltungsbedingungen müssen den Tieren angepasst werden und nicht umgekehrt.“ Die deutschen Landwirte hätten das wesentlich frühere Verbot der Käfighaltung von Legehennen als andere Erzeuger in der EU mit einem deutlichen Verlust an Marktanteilen bezahlt. „Das soll uns nicht wieder passieren“, so Lindemann.
Mit Geld könne man zwar das Fortbestehen von Problemen überdecken, aber Probleme dürften nicht ausgetauscht werden, spielte Lindemann auf Entscheidungen in Österreich an und erklärte: „Wer Schlachttiere produziert, weiß, dass er sie schlachten muss, bevor er sie essen kann. Doch bis dahin sind wir gehalten, den Tieren in der Phase des Wachsens und Gedeihens Leiden zu ersparen und sie so artgerecht wie möglich zu halten.“ Folke Hein vom Hegering, Achim von Einem und Dietmar Reddig sprachen kurze Grußworte. Editha Lorberg berichtete kurz, dass die CDU eine Fahrt zur Besichtigung von möglichen Windparkstandorten plane (siehe auch Seite 2) und betonte: „Wir sind Partner der Landwirtschaft in der Wedemark. Sie brauchen Erweiterungsmöglichkeiten für ihre Betriebe. Unsere Landwirte sind unsere besten Naturschützer überhaupt!“