Engel verführt man nicht – in der Wedemark

Assia Livchina (v. r.), Barbara Felsenstein und Prof. Ute Becker zeigen dem begeisterten Publikum ihr ganzes künstlerisches Können. Foto: B. Stache

Michael Hennebo sorgt für frisches, freches, frivoles Programm im Gasthaus Bludau

Wennebostel (st). Da hat der Wedemärker Michael Hennebo aufs richtige Pferd gesetzt: Mit seinem frischen, frechen, frivolen kulturellen Programm „kuku - kunst kulinarisch“ trieb der frühere Marketingleiter am Samstagabend im Gasthaus Bludau in Wennebostel die 150 Gäste zu wahren Begeisterungsstürmen. „Engel verführt man nicht“, lautete das Thema des Abends, zu dem auch die Landtagsabgeordnete Editha Lorberg (CDU) begrüßt wurde. Veranstalter Hennebo bedankte sich zunächst bei der Familie Bludau, „die uns hier mit dem schönen Ambiente im Saal diesen Abend überhaupt erst ermöglicht hat.“ Zu Beginn der Kulturveranstaltung hatten die Gäste Gelegenheit, sich zu stärken: ob vorzügliche Schlachteplatte mit Korn, Strammer Max oder Currywurst, das Team vom Gasthaus Bludau war auf den großen Besucheransturm bestens vorbereitet. Dank ging auch an Herrn Kobbe vom Klavier-Service aus Brelingen für das zur Verfügung gestellte Piano und an Karsten Brandt, der mit seiner hochwertigen technischen Anlage für den richtigen Ton sorgte und alles ins rechte Licht setzte. Anschließend stellte Hennebo drei Künstlerinnen vor, die bereit waren, ohne feste Gage aufzutreten - ganz im Vertrauen auf eine großzügige „Kollekte“: Professorin für Gesang Ute Becker, die seit Oktober 2004 an der Hochschule für Musik und Theater Hannover Gesang lehrt, mit Schwerpunkt Popularmusik. Schauspielerin Barbara Felsenstein studierte Gesang, Jazz und Popularmusik in Barcelona und Hannover. Sie gastiert am Theater Oberhausen und war zudem im Berlin Story Salon zu sehen und zu hören. Die Pianistin Assia Livchina hat ihre musikalische Karriere mit sechs Jahren begonnen und stammt aus einer musikalischen Moskauer Familie. Ihre Ausbildung beendete sie an der Musikhochschule mit dem Abschluss Klavier. Mit größter Leidenschaft und Virtuosität sorgte Assia Livchina am Abend im Bludau für die passende musikalische Begleitung. Ihre Partnerinnen Prof. Ute Becker und Barbara Felsenstein sorten mit ihrem ausdrucksvollen Gesang und hervorragender schauspielerischer Leistung für beste Abendunterhaltung. Mit Liedern von Brecht bis Zaufke wurde den Gästen ein musikalisch-literarisches Feuerwerk erster Güte geboten. Als Engel, die sich mitunter dank ihrer anzüglichen Texte – nur für Erwachsene – als reine Bengel entpuppten, zeichneten die drei das Bild der Frau. Dabei bedienten sie sich unter anderem der Texte von Bertold Brecht „Eifersuchtsduell“ und Thomas Zaufkes „Der Homosexuelle an sich“. Barbara Felsenstein überzeugte während des amüsanten Abends vor allem auch durch ihre professionellen Verwandlungen: vom unschuldigen Mädchen über den trinkfreudigen Vamp bis zur „Tantenmörderin“ mit dem Gedicht von Frank Wedekind „Ich hab meine Tante geschlachtet“. Ebenfalls ausdrucksstark, voller Ges-tik und Mimik, ihr Auftritt mit dem Lied „Surabaya-Johnny“ von Kurt Weill und Bertolt Brecht. Ihr ganzes Können und Spielfreude bewies Prof. Ute Becker beispielsweise mit dem von Zarah Leander bekannten Lied „Nur nicht aus Liebe weinen“, bei dem das Publikum voller Begeis-terung mitklatschte. Mit einem eindeutig zweideutigen Lied verabschiedeten sich die drei begabten Künstlerinnen von ihrem Publikum, das auf eine Fortsetzung der kulturellen Veranstaltung „kuku“ im kommenden Jahr hofft. „Auch dann wollen wir wieder keinen Eintritt verlangen, mit leckerem Essen beginnen, eine gute Darbietung präsentieren und an der Gagen-Kollekte je nach Geldbeutel und Wertschätzung festhalten“, erklärte Michael Hennebo nach der Veranstaltung zuversichtlich und fügte an: „Die Premiere war ein voller Erfolg. Die drei Künstlerinnen waren vom Publikum hier in der Wedemark total begeistert, was sich nicht nur auf die Spendenbereitschaft der teilnehmenden Gäste bezog.“ Alle drei lieben ihr Programm und freuen sich immer enorm, es zu spielen. Buchungsanfragen sind unter Telefon (01 76) 61 64 03 23 oder E-mail: BarbaraFelsenstein@gmx.de möglich.