Ergotherapeutische Praxis mit Tieren

Im Umgang mit Haus- und Nutztieren lernen die Patienten einen Zugang zu dem jeweiligen Tier zu finden und genießen Nähe, Vertrauen und Geborgenheit. Foto: Institut für soziales Lernen mit Tieren
 
Ingrid Stephan und der Riesenesel bei einer Therapieübung. Foto: Institut für soziales Lernen mit Tieren

Institut für soziales Lernen mit Tieren eröffnet Praxis am 14. April in Lindwedel

Lindwedel (awi). Ingrid Stephan und ihr Institut für soziales Lernen mit Tieren sind in der Wedemark und Schwarmstedt ein Begriff. Kinderzirkus Chiccolino, Streichelzoo, Besuche mit den Tieren im Kinderpflegeheim in Mellendorf, berufsbegleitende Weiterbildung für tiergestützte Pädagogik – all dies verbinden die Menschen mit dem Institut. Am nächs-ten Sonnabend, 14. April, eröffnet das Institut für soziales Lernen mit Tieren nun auch eine Ergotherapeutische Praxis an seinem Bürostandort im Rotterfeld 1 in Lindwedel. Zur Eröffnung sind alle Interessierten am 14. April von 14 bis 17 Uhr eingeladen. Im Vordergrund stehen natürlich Informationen über die neue Praxis, aber es gibt auch einen Streichelzoo, Eselreiten, einen Imbiss und Getränke. In der neuen Praxis soll die tiergestützte Therapie mit verschiedenen Haus- und Nutztierarten als mögliches Medium der Ergotherapie genutzt werden. „Die tiergestützte Therapie ist eine zielgerichtete Intervention, bei der das Tier das Medium darstellt und die der Verbesserung der physischen, sozialen, emotionalen und kognitiven Funktionsfähigkeit eines Menschen und wird in verschiedenen Settings und in Form von Gruppen- oder Einzelstitzungen angeboten“, erklärt Ingrid Stephan. Die Auswahhl der verschiedenen Haus- und Nutztiere erfolgt individuell abgestimmt auf das Krankheitsbild, den Gegebenheiten und den Wünschen und Bedürfnissen der Klienten. Das Tier als Medium der Ergotherapie kann hierbei eine „Brücken-Funktion“ einnehmen, Motivation geben und Nähe, Vertrauen und Geborgenheit schenken. Alle eingesetzten Tiere werden von den Therapeuten sorgfältig ausgesucht und für das Arbeitsfeld der tiergestützten Therapie vorbereitet und ausgebildet. Behandelt werden Störungen der Grob- und Feinmotorik, der Koordination, der Wahrnehmung, der Sensomotorik, der Sensibilität, der Ausdauer und Belastbarkeit, der Hirnleistung und der psychischen, emotionalen und sozialen Fähigkeiten. Ziele der Therapie sind die Entwicklung, Verbesserung oder der Erhalt von Motorik, Koordination und Wahrnehmung, Kommunikation und Interaktion, psychischen Funktionen, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen, Selbstständigkeit und eigenständiger Lebensführung, Selbst- und Fremdwahrnehmung, situationsgerechtem Verhalten, sozio-emotionalen Kompetenzen und kognitiven Funktionen. Bestandteil des Konzeptes ist der Einsatz von vielen unterschiedlichen Tierarten wie Esel, Ponies, Kühe, Schafe, Ziegen, Hunde, Schweine, Kaninchen, Meerschweinchen, Gänse, Enten und Hühner, die ganz unterschiedliche Zugangsmöglichkeiten bieten. Der Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit liegt in der Beziehungsanbahnung zwischen Mensch und Tier unter Berücksichtigung einer sinnesorientierten wahrnehmungsfördernden Arbeitsweise. Das Institut für soziales Lernen mit Tieren ist ein privat wirtschaftliches, das seit 1994 mit seinen Haus- und Nutztieren im Bereich der tiergestützten Pädagogik und Therapie tätig ist. Ergotherapie unterstützt und begleitet Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. Ziel ist es, die Klienten bei der Durchführung von wichtigen lebenspraktischen Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit sowie in ihrer persönlichen Umwelt zu stärken.