Erneut weniger Straftaten gemeldetPolizei Mellendorf freut sich gleichzeitig über Steigerung der Aufklärungsquote

Mellendorfs Kommissariatsleiter Jochen Sachweh (rechts) im Gespräch mit Senioren bei der Präventionsaktion der Polizie im letzten Jahr auf dem Landmarkt in Bissendorf. Archivfoto: A. Wiese
Wedemark (awi). Mit 1119 Straftaten im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats Mellendorf sind die Fallzahlen für 2019 erneut rückläufig – um 137 Straftaten, womit sich der Trend des Vorjahres fortsetzt, meldet Kriminalhauptkommissar Philip Wehr in aktuellen Kriminalstatistik für die Wedemark. Die Zahl der im PK Mellendorf bis zur Abgabe an die Staatsanwaltschaft bearbeiteten Fällesank von 1030 auf 957, also nochmal gut siebenProzent weniger.
Besonders auffällig sind die sinkenden Fallzahlen in den Deliktsbereichen Diebstahl und Betrug. Besonders der Leistungskreditbetrug sei 2019 deutlich zurückgegangen, betont Wehr. Es sei allerdings noch kein Trend zu entdecken und auch wenn die Zahlen zunächst den Anschein erweckten – bei den Betäubungsmitteldelikten stieg die Zahl von 67 auf 121 deutlich –, habe die Wedemark kein ausgemachtes Drogenproblem, sondern die polizeilichen Auswertemaßnahmen hätten zum zweiten Mal in Folge zu einem deutlichen Anstieg der registrierten Delikte geführt. Aus dem ursprünglichen Delikt konnten dann wiederum viele weitere Verfahren eingeleitet werden. „Die Aufklärungsquote aller Straftaten ist von 56,53 Prozent auf 61,48 Prozent gestiegen. Für die beim PK Mellendorf bearbeiteten Fälle erfreulicherweise sogar von 58,35 Prozent auf 65,73 Prozent“, so Philip Wehr in seiner Statistik. Wie bereits 2018 seien auch 2019 einige Präventionsmaßnahmen durchgeführt worden, wie beispielsweise eine Veranstaltung zum Thema „Enkeltrick und falsche Polizeibeamte“ oder die Beratungsprävention auf dem Landmarkt in Bissendorf, die ebenfalls vor allem Senioren ansprach. „Weitere Maßnahmen folgen in diesem Jahr, wenn es die aktuelle Lage wieder zulässt“, versicherte Wehr.
Jetzt zu den einzelnen Deliktbereichen: Wie bereits erwähnt ist der Rückgang bei den Diebstahlsdelikten besonders auffällig: Gegenüber 442 Delikten im Jahr 2018 wurden im vergangenen Jahr lediglich 374 Diebstähle angezeigt – 15,38 Prozent weniger. Während die Zahl der schweren Diebstähle mit 224 zu 221 im Vorjahr nahezu konstant blieb, ist der deutliche Rückgang auf nur noch 150 einfach Diebstähle (221 in 2018) zurückzuführen. Exemplarisch nennt Philip Wehr hier den Rückgang der einfachen Diebstählen an und aus Kfz, wo sich die Delikte von 43 auf 19 reduzierten. Der schwere Diebstahl aus Kfz, bei dem die Täter eine Tür oder ein Fenster des Fahrzeuges aufbrechen oder einschlagen mussten, wurde in beiden Jahren genau 40 Mal registriert. Die Zahl der Fahrraddiebsthäle stieg von 36 auf 55, aber im Gegenzug sank zum wiederholten Mal die Zahl der Wohnungseinbrüche. Wurde 2018 noch in 65 Wohnungen oder Häuser in der Wedemark eingebrochen, so waren es 2019 nur noch 42. Die Wohnungseinbruchdiebstähle werden im Einzugsbereich der Kommissariate Mellendorf, Lehrte, Langenhagen und Großburgwedel zentral in Burgdorf bearbeitet. Die Aufklärungsquote der beim PK Mellendorf bearbeiteten Diebstahlsdelikte stieg von 28,65 auf 33,87 Prozent. Ähnlich wie beim Wohnungseinbruchsdiebstahl, wo die Aufklärungsquote bei 14,82 Prozent lag, ist auch die Aufklärungsquote bei Diebstahl an und aus Kfz traditionell niedrig, konnte aber doch auf 31,71 Prozent gesteigert werden. Grund war die Festnahme einer Tätergruppe auf frischer Tat, der durch die Ermittler elf gleich gelagerte Taten zugeordnet werden konnten. Die Täter wurden nach der Festnahme entlassen. Der Ausgang der Verfahren ist noch offen. 2019 wurden in der Wedemark acht Kfz-Diebstähle angezeigt, die in einer Ermittlungsgruppe in Hannover bearbeitet wurden. Zwei Taten konnten aufgeklärt werden.
Bei den 121 Betäubungsmitteldelikten waren 19 sogenannte qualifizierte Handelsdelikte, fast doppelt soviel wie im Vorjahr. Mehrere Handyauswertungen dürften zu der Steigerung geführt haben, so die Vermutung von Philip Wehr in seiner Statistik. Seitens der Polizei würden in dem Zusammenhang die Verfahren immer von Amts wegen eingeleitet. Die Aufklärungsquote bei allen BTM-Delikten lag bei 93,39 Prozent. Bei den Betrugs- und Vermögensdelikten ist die Zahl mit 176 Taten und 30 Prozent weniger als 2018 deutlich rückläufig. Besonders deutlich war der Rückgang beim Waren- und Warenkreditbetrug, der 2019 lediglich 45 Mal angezeigt wurde. Im Jahr davor waren es noch 71 Anzeigen. Noch auffälliger ist der Rückgang beim Leistungskreditbetrug. Wurden 2018 noch 38 Taten angezeigt, waren es 2019 nur noch sechs. Die Aufklärungsquote bei den Betrugsdelikten konnte von 69,84 auf 78,98 Prozent gesteigert werden.
Auch in der Deliktsgruppe der Sachbeschädigungen ist ein Rückgang zu verzeichnen.Es wurden hier nur 112 Taten registriert. Im Vergleich dazu waren es 2018 noch 132 Straftaten. Dies bedeutet einen Rückgang von gut 15 Prozent. Etwa jede dritte Tat konnte aufgeklärt werden.
Bei den Körperverletzungen gab es allerdings einen kleinen Anstieg. So wurden 2019 insgesamt 130 Taten angezeigt, während es im Jahr davor nur 118 waren. Das bedeutet immerhin einen Anstieg von 10,17 Prozent. Die Aufklärungsquote lag allerdings bei rund 93 Prozent, betont Kriminalhauptkommissar Philip Wehr.
Zu den im vergangenen Jahr registrierten 1.119 Straftaten konnten 574 Tatverdächtige ermittelt werden. Davon waren 428 Erwachsene (340 männlich und 88 weiblich), 67 Heranwachsende (18 unter 21 Jahren), 51 Jugendliche und 28 Kinder. Der Anteil der Heranwachsenden an der Gesamtzahl der Tatverdächtigen betrug somit 11,67 Prozent. 2018 waren es 9,17 Prozent. Die Jugendlichen sind mit 8,89 Prozent (2018: 11,54 Prozent) und die Kinder mit 4,88 Prozent 2018: 2,55 Prozent) als Täter an Straftaten beteiligt. Die Schwerpunkte lagen bei jugendtypischen Delikten wie Sachbeschädigung und einfachem Diebstahl. Insgesamt gebe es im Bereich der Jugenddelinquenz in der Wedemark aber keine Auffälligkeiten, so das Resümee von Kriminalhauptkommissar Philip Wehr.