„Erst siehst du nichts mehr und dann wird es heiß!“

Kurze Lagebesprechung – dann geht es los.
 
Die Feuerwehr im Einsatz am Brandübungshaus in Faßberg.

Ausbildungseinheit im Brandübungshaus in Faßberg

Wedemark. Zum wiederholten Mal konnten Mitglieder der Feuerwehr Wedemark das Brandübungshaus des Bundeswehrstandortes Faßberg nutzen. So haben am vergangenen Sonnabend 38 Kameraden, hiervon 18 Atemschutzgeräteträger, zehn Führungskräfte und vier weitere Helfer ihre Freizeit bei einer realitätsnahen Aus- und Fortbildung verbracht. Sechs Kameraden der Gemeindewehr bildeten das Ausbilderteam.
Eine Besonderheit dieser Ausbildung ist, dass hier ein sogenanntes „feststoffbefeuertes Brandhaus“ genutzt werden kann. Das Brandübungshaus auf dem Bundeswehrgelände in Faßberg ist eine vollunterkellerte Wohneinheit mit zwei Etagen und abgeschlossenem Treppenhaus. Über den ganzen Tag verteilt wurden durch das Ausbildungsteam ab 8.30 Uhr die verschiedensten Szenarien simuliert. Hierbei werden in einer Metallwanne gestapelte Obstkisten und Tannenzweige entzündet, wodurch eine einem echten Zimmer-/Wohnungsbrand ähnliche Verrauchung und Hitzeentwicklung erzeugt wird. Nach und nach wurden auch zusätzliche Hilfsmittel wie Wärmebildkamera zur Personen- und Brandherdsuche sowie ein mobiler Rauchverschluss in die einzelnen Übungslagen mit einbezogen.
Die Gruppenführer hatten für die jeweiligen „Einsätze“ immer eine Löschgruppe (neun Kameraden) und einen zusätzlichen Sicherungstrupp zur Verfügung. Als Schwerpunkte ihrer Fortbildung sind hier die Lageerkundung und die Atemschutzüberwachung zu nennen. Ebenso wurden sie gefordert einen möglichen zweiten Rettungsweg zu (er-)kennen und diesen dann in die Einsatzplanung mit einzubinden, weiterhin sollte auch eine unkontrollierte Rauchausbreitung in das Treppenhaus vermieden werden.
Alle teilnehmenden Atemschutzgeräteträger kamen während des Tages mehrfach auf unterschiedlicher Position zum Einsatz. So lernten Sie unter anderem die hydraulische Ventilation kennen und zu nutzen. Der vorgehende Trupp kann hierbei selbst belüften und ist nicht auf zusätzliche Geräte angewiesen. Zu Beginn dieser Maßnahme müssen die Rauchgase durch Abgabe mehrerer Sprühstrahlstöße gekühlt werden. Dieses erfolgt im Innenangriff bereits mit dem Betreten des Brandraumes. Nun wird durch den vorgehenden Trupp eine Abluftöffnung geschaffen, idealerweise das Fenster. Man hält nun das Strahlrohr etwa in die Mitte der Abluftöffnung und leitet den Rauch mittels Sprühstrahl ins Freie ab. Dabei fungiert der Sprühstrahl als Treibmedium welches den Rauch ansaugt, beschleunigt und nach außen abführt. Richtig angewendet soll die hydraulische Ventilation zwei- bis viermal so effektiv sein wie die Entrauchung mit Be- und Entlüftungsgeräten über Flure und Treppenräume.
Durch die Ausbilder erfolgten vor, während und nach den einzelnen Übungslagen kurze Unterweisungen an die Teilnehmer zu den jeweiligen Schwerpunkten. Nach jeder Übung wurde eine ausführliche Nachbesprechung durchgeführt. Hierbei wurden die einzelnen Einsatzphasen und Einsatzschwerpunkte erläutert, mögliche Unfallgefahren angesprochen sowie Fehler und Verbesserungsmöglichkeiten eines jeden Einsatzes angezeigt, um die Einsatzkräfte so für den Ernstfall zu sensibilisieren.
Während des ganzen Übungstages wurden 53 Atemschutzgeräte eingesetzt. Diese Ausbildung im Brandhaus, so die einhellige Meinung aller Teilnehmer, hat für den nächsten möglichen Realeinsatz wertvolle Erfahrungen erbracht.