Erst vor vier Jahren in die Wedemark gezogen

Hannelore und Heribert Koza feierten am Donnerstag ihre eiserne Hochzeit.

Hannelore und Heribert Koza feierten Eiserne Hochzeit

Mellendorf (awi). Erst vor vier Jahren, 2008, haben Hannelore und Heribert Koza ihren Wohnsitz in die Wedemark, genauer gesagt, nach Mellendorf verlegt. Mittlerweile haben sie sich hier gut eingelebt, nur manchmal vermisse sie ihren letzten Wohnort Leinhausen in Stöcken noch ein wenig, meint die 84-jährige Hannelore Koza. Am letzten Donnerstag feierte das betagte Ehepaar das seltene Jubiläum der Eisernen Hochzeit. Hannelore Koza und ihr sechs Jahre älterer Ehemann haben es nicht immer leicht gehabt in diesen 65 Jahren. „Wir haben viel gearbeitet und vier Kinder groß gezoegen", erzählt Hannelore Koza. Neben den vier Kindern gehören auch vier Enkel zur Familie. Und im Kreise ihrer Lieben begingen die Jubilare auch ihren Ehrentag. 1922 wurde Heribert Koza in Hindenburg in Oberschlesien als einer von drei Söhnen eines Bäckers geboren. Noch bevor er eine Berufsausbildung machen konnte, kam der Krieg, Koza diente sechs Jahre bei der Marine, geriet 1946 in Gefangenschaft. Sein Glück: Er kam nach Hannover-Friedenau und lernte beim Tanz in der Gastwirtschaft Rübenkorb in Stöcken Ende 1946 seine Hannelore kennen. Die gebürtige Hannoveranerin war eins von fünf Geschwistern, hatte Friseurin gelernt. Der dunkelhaarige Heribert gefiel ihr auf Anhieb. „Ich hatte mir immer einen dunkelhaarigen Mann gewünscht", verrät sie augenzwinkernd. Als Koza zum Jahresende 1946 aus der Gefangenschaft entlassen wurde, blieb er wegen Hannelore in Hannover und holte später auch seinen Bruder dorthin. Im November 1947 wurde geheiratet, doch eine eigene Wohnung suchte das junge Paar vergeblich. Sieben Jahre lang wohnten sie in einem Zimmer bei Hannelores Eltern. Zuerst wurde 1948 die älteste Tochter geboren, zwei Jahre später der erste Sohn. Als dann 1954 Zwillinge zur Welt kamen, war ein Umzug unvermeidlich. Heribert Koza hatte mittlerweile in der Gießerei der Deutschen Bundesbahn in Leinhausen angefangen und bekam von der Bahn eine Zweizimmerwohnung an der Stöckener Straße. Dort zog die Familie ein, als die Zwillinge – ein Junge und ein Mädchen – sechs Wochen alt waren. Elf Jahre wohnte die sechsköpfige Familie in dieser Wohnung. „Es war eng, aber immer gemütlich", sagt Hannelore Koza und freut sich, dass die Familie sich auch heute, wo alle erwachsen sind, noch immer so gut versteht. 1965 bekamen sie dann endlich eine Dreizimmerwohnung in Leinhausen und konnten außerdem noch ein Mansardenzimmer nutzen. Dort wohnten Hannelore und Heribert Koza bis vor vier Jahren. Dann wurde der Gang in die dritte Etage für die Senioren zu beschwerlich. Ihr Sohn, der in Bennemühlen wohnt, fand für sie die Wohnung in Mellendorf. „Hier müssen wir zwar auch noch in die erste Etage, aber das geht und wir brauchen uns auch nicht mehr um Treppenhausreinigung und Schneeräumen zu kümmern", meint Hannelore Koza zufrieden. Ihr Mann ist mittlerweile seit fast 30 Jahren in Rente, sie selbst hat auch bis zum Rentenalter gearbeitet, erst als Saisonkraft in der Schokoladenfabrik Sprengel, später in der Kunststoffspritzerei ihres Schwagers. Im Alter hat das Ehepaar dann die Reisen nachgeholt, die es früher nicht machenkonnte. Erst tastete man sich mit Bahnreisen nach Österreich an die große weite Welt heran, dann ging es zum Schnuppern mit dem Flieger erst nach Berlin, dann nach Mallorca. Jetzt war das Eis gebrochen und die Kozas reisten im Laufe der Jahre nach Thailand, China, Russland, Amerika und Kanada. In den letzten Jahren lassen sie es allerdings ruhiger angehen. Mit 90 und 84 Jahren mögen sie dann doch nicht mehr durch die Weltgeschichte gondeln. Auch das Stricken, früher ein viel geliebtes Hobby, kann Hannelore Koza wegen der Arthrose in den Händen, nicht mehr ausüben. Beide freuten sich ehrlich, ihren eisernen Hochzeitstag gemeinsam begehen zu können. Stolz zeigt Hannelore Koza ein Hochzeitsbild, auf dem sie in ihrem – geliehenen – Brautkleid mit langem – ebenfalls geliehenen – Schleier zu sehen ist, ihr Mann im feinen schwarzen Anzug. Geheiratet wurde am 8. November 1947 standesamtlich, einen Tag später kirchlich, auch damals im Kreise der Familie.