Erster Hybrid-Streifenwagen im Einsatz

Stolz präsentiert Polizeikommissar Marcel Jerzyk den nagelneuen Hybridstreifenwagen, den er direkt aus dem Werk in Emden abgeholt hat. Die Lithium-Akkus werden an der Wall-Box aufgeladen. Foto: A. Wiese

Einer der 200 VW Passat GTE Plug-in Hybrid in Niedersachsen fährt in Mellendorf

Mellendorf (awi). Die Autos der Polizei sollen so umweltfreundlich wie möglich sein, modernste Technik mit dem Antrieb der Zukunft, der E-Mobilität verbinden. Zugleich müssen die E-Hybriden aber auch für polizeiliche Extremsituationen geeignet sein. Dass die 218-PS-Wagen quasi lautlos durch durch die Straßen rollen können, könnte bei Nachteinsätzen von entscheidendem Vorteil sein. Die Beamten des Mellendorfer Polizeikommissariates werden das jetzt aus dem Praxiseinsatz heraus beurteilen können, denn in Mellendorf ist mit einem VW Passat GTE Plug-in-Hybrid der erste E-Streifenwagen für dieses Kommissariat in Dienst gestellt worden.
Der stellvertretende Kommissariatsleiter Kai-Uwe Bebensee und PK Marcel Jerzyk, der als Multiplikator seine Kollegen auf dem neuen Einsatzfahrzeug schult, stellten das umweltfreundliche Auto, das auch ohne Polizeiausstattung bereits 49.000 Euro kostet, jetzt vor. „Im vorderen Teil ist ein TSI-Aggregat, also der Benzinmotor, verbaut. Unter den Rücksitzen befinden sich die Lithium-Ionen-Akkus für den Elektromotor. Beide Motoren agieren miteinander“, führt Jerzyk aus. Rein elektrisch, also emissionsfrei, kann der Plug-in-Hybrid 50 Kilometer weit fahren.Die Gesamtreichweite einer Tankfüllung und voll geladener Akkus beträgt 1.030 Kilometer. Geplant ist grundsätzlich im Elektro-Modus zu fahren und erst, wenn der Akku leer ist, in den Bezinmodus umzuschalten. Auch die Tatsache, wie oft der Fahrer in den Sportmodus schaltet, wirkt sich auf die Reichweite aus. Zwar verfügt der Elektromotor über einen eigenen Generator, doch effektiver sei das Laden über die normale Haussteckdose oder den Starkstromanschluss, erläutert Jerzyk. Über die Wallbox (Ladestation für Elektroautos) dauert das Laden der Akkus des Hybrid-Streifenwagens, wenn sie komplett leergefahren sind, zwei Stunden und 45 Minuten, über die normale Haushaltssteckdose etwas über vier Stunden. Übrigens: Auch wenn es mal schnell gehen muss, muss das Ladekabel erst abgezogen werden, sonst kann der Hybrid nicht gestartet werden. Diese Sicherung sei eingebaut, damit in der Hektik nicht mal mit dem Streifenwagen durchgestartet wird, während er noch am Stromnetz hängt, erläutert Multiplikator Jerzyk. Diese und andere kleine Besonderheiten des neuen modernen Fahrzeugs erklärt der Polizeioberkommissar seinen Kollegen im Streifendienst in Mellendorf in den nächsten Tagen, bis alle eingewiesen sind und wissen, wie man die Fahrzeugmodi auswählt, und mit der neuen verbauten Technik vom Navi bis zum Polizeiequipment, beispielsweise der Top-Anlage umgeht, die fortschrittlicher und einfacher zu bedienen ist. Dann soll der „Neue“ bald der meistgenutzte Streifenwagen des Kommissariats sein, denn schließlich wollen die Wedemärker Polizisten so umweltfreundlich wie möglich unterwegs sein. 200 solcher Autos habe das Land Niedersachsen für die Polizei gekauft, bericheten Jerzyk und Bebensee stolz. Gut aussehen tut der Neue zusätzlich auch noch: in blau und gelb und neuerdings mattweiß statt silber abgesetzt. Insgesamt verfügt das Mellendorfer Kommissariat jetzt über drei Streifenwagen und drei Zivilfahrzeuge und ist damit ausgezeichnet aufgestellt, betonen Kai-Uwe Bebensee und Marcel Jerzyk.