Erster Kaufvertrag am Bremer Weg

Stellten die Pläne für den Neubau des Gewerbebetriebs von Könecke Werbung am Bremer Weg in Gailhof vor: Bürgermeister Helge Zychlinski (von links), Wirtschaftsförderin Antonia Hingler sowie Dino, Gianni und Ivonne Könecke am Mittwoch im Bürgerhaus in Bissendorf. Foto: A. Wiese

Könecke Werbung unterschreibt Vertrag für Gewerbegrundstück mit der BEG

Gailhof (awi). Die Wedemark Bau- und Entwicklungsgesellschaft (BEG) begann im zweiten Quartal des vergangenen Jahres mit der Vermarktung ihrer Grundstücke am Bremer Weg in Gailhof. Im Dezember unterschrieb das erste Unternehmen seinen Kaufvertrag: Das Familienunternehmen Köneke Werbung siedelt mit seinem Unternehmenssitz von Langenhagen in die Wedemark um.Die Wedemärker Ivonne und Dino Köneke freuen sich, ihr organisch wachsendes Unternehmen in doppelter Hinsicht zukunftsorientiert aufzustellen: Nachhaltigkeit und Umweltschutz spielen am neuen Standort direkt an der Ecke Bremer Weg/Celler Straße eine große Rolle. Die Produktionsprozesse werden neu angepasst, „Green Printing“ bekommt einen zentralen Stellenwert: Die Produktion wird auf eine Lösemittel- und PVC-freie Linie umgestellt. Beereits jetzt werden 80 Prozent der Großformate bis fünf Meter Breite mit klimaneutraler, wasserbasierter Latextinte gedruckt.
Die Firma Köneke wird weitere Umweltschutzaspekte in den Neubau einfließen lassen. Dazu gehören das KfW 55-Effizienzgebäude, eine Photovoltaikanlage, Wärmerückgewinnung, die Umstellung des Unternehmensfuhrparks auf E-Fahrzeuge für Fahrten innerhalb der Wedemark mit entsprechenden Ladesäulen. Ein Beleuchtungskonzept zur Ressourcenschonung, naturnahe Außenanlagengestaltung und weitere Optionen, die zusätzlich geprüft werden wie Regenwassernutzung oder Gründachflächen sollen das Programm abrunden, bestätigten Dino und Ivonne Könecke aus Bissendorf-Wietze und ihr Sohn Gianni, der bereits in dritter Generation in das Familienunternehmen eingestiegen ist und gerade in Resse ein Haus für sich und seine Familie baut.
Das Familienunternehmen Könecke ist eine der drei Zielgruppen, die die Gemeinde bei der Ausweisung des Gewerbegebietes in Gailhof für kleine und mittelständische Unternehmen im Blick gehabt habe, erklärte Bürgermeister Helge Zychlinski am Mittwoch beim Pressetermin im Bürgerhaus anlässlich der ersten Unterschrift unter einen Kaufvertrag in dem Gebiet, das zusammen mit dem benachbarten Industriegebiet mehrere Jahre die Gemüter bewegt habe. Die drei Zielgruppen sind zum einen Wedemärker Unternehmen, die bereits in der Gemeinde ansässig sind und sich vergrößern wollen, das am aktuellen Standort aber nicht geht. Die zweine Zielgruppe – und dazu gehören Köneckes – leben in der Wedemark, haben ihre Firma aber aus den verschiedensten Gründen in einer anderen Gemeinde und wollen sie jetzt „nach Hause holen“. Die dritte Zielgruppe sind Neuansiedlungen von Unternehmen, die einfach in den Wedemärker Branchenmix passen. Bei Werbung Könecke sei auch das der Fall, freute sich Zychlinski. Man spüre die hohe Verbundenheit der Familie mit der Wedemark.
Alle Grundstücke würden in Abstimmung mit den Interessenten nach den Unternehmensbedürfnissen entwickelt, auch was den Flächenbedarf betreffe, führte Wirtschaftsförderin Antonia Hingler aus. Insgesamt würden etwa 18 Grundstücke, zwischen 1.500 und 6.000 Quadratmeter Größe vermarktet. Dabei seien drei Vergaberunden geplant. Die erste sei abgeschlossen. Sieben Firmen hätten einen Zuschlag erhalten, der allererste unterschriftsreife Vertrag sei der mit der Familie Könecke. Die zweite Vergaberunde sei so gut wie abgeschlossen. Die dritte stehe noch aus. Es habe eine „irrsinnig lange Bewerberliste gegeben“, so Hingler, dochBewerber, dei die Ansprüche an klimafreundliches Bauen nicht erfüllten, seien kompromisslos raus gewesen. Von den übrig gebliebenen elf Interessenten der ersten Runde seien schließlich sieben zum Zug gekommen.
Man sei tatsächlich relativ spät in die Bewerberphase eingestiegen, berichtete Dino Könecke, habe sich dann aber „festgebissen“. Im zweiten Schnitt hätten er und Wirtschaftsförderin Antonia Hingler dann relativ schnell zueinander gefunden. Beim Familienunternehmen Könecke hätten einfach viele Kriterien sofort gestimmt. Dino Könecke erläuterte, dass er die Firma mit über 50-jähriger Tradition bereits in zweiter Generation führe. Seine Eltern hatten das Unternehmen ursprünglich in Herrenhausen gegründet, Hauptaufgabe seien Schaufensterdekoration und der Bau von Messeständen gewesen. Er übernahm den Betrieb 2005, siedelte nach Langenhagen in eine Mietimmobilie um, die aber schnell zu klein für die jährlich wachsende Firma wurde. Das neu erschlossene Gewerbegebiet in Gailhof sei eine tolle Möglichkeit „nach Hause zu ziehen“. Ihn habe vor allem das Klima des Zusammenhalts in der Wedemark überzeugt, wo man bemüht sei, Aufträge erst einmal an andere regionale Firmen zu vergeben.
Corona habe das immer noch stark auf Messen engagierte Unternehmen kalt erwischt. 70 Przent des Umsatzvolumens seien verloren gegangen, aber man habe schnell reagiert und andere Unternehmensbereiche ausgebaut. Gebote werde ein Fullservice vom Visitenkartenlayout bis zur LKW-Flottenbeschriftung und Fassadenabhängung mit Bannern in Häusergröße aus eigener Produktion. Der nahe Autobahnanschluss sei ein wichtiges Kriterium gewesen, bestätigte Könecke, ebenso wie die im Gewerbegebiet ansässigen Speditionen. Unetrnehmenszie sei ein klimaneutraler Druck auf pvc-freien Folien mit wasserbasierten, lösemittelfreien Farben. Die Hälfte der Maschinen sei bereits dafür eingerichtet.