Erstes Treffen in Präsenz

Spendenscheck von den Lions für Martin Börgel von der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation.

Lions Wedemark lassen Vereinsaktivitäten wieder aufleben

Nach gut 18 Monaten sehen sich die Clubmitglieder der Lions wieder in gewohnter Umgebung: Das wöchentliche Treffen findet erstmals nicht vor dem heimischen Computerbildschirm statt, sondern in vertrauter Atmosphäre im Clubrestaurant in Elze. Zum Auftakt wird es einen Vortrag zum Thema Augenhornhautspende und -transplantation in Deutschland mit Ausblick auf das internationale Geschehen geben. Denn weltweit engagieren sich die Lions im Kampf gegen vermeidbare Blindheit.
Sich sehen zu können ist in Corona-Zeiten zu einem Privileg geworden. Doch was, wenn unser Sinnesorgan Auge zu schwinden droht? In bestimmten Fällen kann dann die Transplantation einer menschlichen Augenhornhaut vor der Blindheit bewahren. Voraussetzung ist die Gewebespende. Darüber klärt Lionsmitglied und Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) Martin Börgel klärt beim anstehenden Clubabend auf.
Unter dem Titel „Sight First“ setzen sich die Lions weltweit für Augengesundheit ein – ein ureigenes Thema des Clubs, welchem sich auch die Wedemärker Lions seit vielen Jahren angenommen haben. „Ich bin unfassbar dankbar, in den Lions Fürsprecher und Unterstützer der Gewebespende gefunden zu haben. Werte wie Altruismus und Nächstenliebe werden hier wirklich gelebt“, sagt Martin Börgel. Bereits in der Vergangenheit wurde die gemeinnützige DGFG mit Spenden vom Lions Club Wedemark bedacht, um so noch mehr Menschen mit einem lebensnotwendigen Transplantat zeitnah versorgen zu können.
Mit Sitz in Hannover stellt die DGFG mittlerweile gut jede zweite Hornhaut, die in Deutschland transplantiert wird, zur Verfügung. In den vergangenen 20 Jahren hat sie ein Netzwerk mit mehr als dreißig Standorten und 13 Gewebebanken aufgebaut. Dazugehörig auch die Lions Hornhautbank Heidelberg, wo die von Verstorbenen gespendeten Augenhornhäute prozessiert, also zu Transplantaten weiterverarbeitet werden. Allein in 2020 gingen von den Spendekliniken fast 42.000 Verstorbenmeldungen bei der DGFG ein. Nach medizinischer Prüfung und allen weiteren Prozessschritten konnten letztlich 2.816 Spenden realisiert werden.
Doch Börgel blickt an dem Clubabend nicht nur in die Vergangenheit: Gegenwärtig strebt die DGFG Förderprojekte in Indien und Ruanda an, die eine nachhaltige Gewebe- bzw. Augenhornhautspende vor Ort etablieren sollen. Bereits am kommenden Wochenende reisen Mitarbeitende der DGFG nach Indien. Gefördert wird dieser Austausch von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).
Hilfe zur Selbsthilfe leistet die Organisation bereits innerhalb Europas. Denn neben der Hornhautspende betreut die DGFG auch Spenden von Herzklappen und Gefäßen. In Zusammenarbeit mit der Fördergemeinschaft kinderherzen e. V. und der Sana Herzchirurgie Stuttgart konnte einem 16-jährigen Jungen aus Rumänien eine Herzklappe aus dem Bestand der DGFG erfolgreich transplantiert werden.
Bei all den Fortschritten betont Börgel dennoch: „Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen über das Thema Gewebespende. Denn sie sind es, die nach dem Wunsch der Verstorbenen befragt werden. Unsere Zahlen zeigen: In mehr als 60 Prozent der Fälle treffen die Angehörigen die Entscheidung für oder gegen die Gewebespende nur auf Basis des mutmaßlichen Willens. In der Trauer eine zusätzliche Belastung, die sich durch ein klärendes Gespräch mit Ihren Liebsten vermeiden lässt!“
Lionspräsident Axel Keller ist es ein Anliegen, dieses gesellschaftlich relevante Thema beim ersten in Präsenz stattfindendem Clubabend Gehör zu verschaffen: „Corona erschwerte unser Engagement vor Ort. Die Nähe zu den Wedemärkern und Wedemärkerinnen, insbesondere zu den von uns geförderten Projekten fehlte. Dabei sind genau diese Begegnungen so unheimlich wichtig für unsere Vereinsarbeit.“
Und genau hier knüpfen die Lions unter ihrem neuen Präsidenten Keller an – mit dem alljährlichen Advents-Los-Kalenders, der heute auf dem Kartoffelfest auf dem Hof Söder 9. Oktober erstmals angeboten wird. Ab November wird er dann an den bekannten Verkaufsstellen und -ständen in der Wedemark erhältlich sein. Weitere Infos folgen auf der Homepage www.lions-wedemark.de in Kürze. Im letzten Jahr konnten mit der zur Tradition gewordenen Aktion mehr als 11.000 Euro Spendengelder generiert werden.