Es sind noch viele Fragen offen

Ortstermin im Quellwald im Rahmen der CDU-Sommertour: Wedemarks Umweltbeauftragte Ursula Schwertmann erläutert den Landwirten Dietrich von Bothmer (von rechts) und Klaus Kreutzer sowie dem Hellendorfer Ortsbürgermeister Carsten Wandtke die Pläne der Region zur Ausweisung des Naturschutzgebietes. Foto: A. Wiese

Geplante Naturschutzgebietsausweisung ist noch nicht ausdiskutiert

Bennemühlen/Hellendorf (awi). Mit welchen Restriktionen müssen die Eigentümer der Flächen rechnen, wenn die Region Hannover wie geplant den jetzt schon als FFH-Gebiet geschützten Quellwald und einen breiten Grüngürtel drumherum als Naturschutzgebiet ausweist? Diese und viele andere Fragen, unter anderem zu den Wasserrechten in dem Gebiet, sind noch nicht beantwortet und so konnte die CDU-Ratsfraktion nach ihrem Ortstermin mit der Umweltbeauftragten Ursula Schwertmann im Quellwald und dem angrenzenden Grünland in Bennemühlen und Hellendorf auch noch nicht sagen, in welche Richtung für sie die Reise geht. Eigentümer und Pächter der betroffenen Flächen äußerten offen ihre Bedenken und Wünsche bezüglich Herausnahmen bestimmter Flächen aus dem geplanten Gebiet. Wie berichtet hatte sich der Ortsrat Hellendorf dafür ausgesprochen das Naturschutzgebiet auf das bereits als FFH (Flora-Fauna-Habitat)-Gebiet im Rahmen der EU-Richtlinien zu beschränken, doch die Vorgaben schreiben einen Schutzgürtel als Naturschutzgebiet vor, erklärte Schwertmann. Für Landwirt Dietrich von Bothmer aus Bennemühlen bedeutet das, dass er für jeden Baum, den er auf seinem Land fällen will, eine Genehmigung benötigt. Dass die Kapelle der Familie, die im Quellwald verborgen ist, restauriert werden kann, und das Betretungsgebot des Gebietes dafür aufgehoben werden kann, dafür wollte sich die Gemeinde ohnehin stark machen. Doch von Bothmer befürchtet Einschränkungen in der Bewirtschaftung seines Eigentums. Die Gemeinde hat eine Fristverlängerung für ihre Stellungnahme bis 1. September erwirken können. Nun wird der Ausschuss für Planen, Bauen und Umweltschutz sich am 14. August noch einmal mit der Thematik befassen. Ursula Schwertmann erläuterte noch einmal detailliert den Sinn der Naturschutzgebietsausweisung zum Schutz von Landschaft, Pflanzen und Tieren. Der naturbelassene Mühlenbach sei ein sehr seltenes Biotop, für das oberster Schutzstatus gelten müsse. Für Kapelle und Friedhof gebe es ja bereits Freistellungen. Dennoch hinterfragte Hellendorfs Ortsbürgermeister Carsten Wandtke die Erforderlichkeit des Naturschutzgebiets zur Absicherung des FFH-Gebietes Quellwald kritisch. Der Unteren Naturschutzbehörde werde damit seiner Meinung nach ein zu restriktives Instrument an die Hand gegeben, mit dem sie die Bedingungen für die Eigentümer der Flächen in den nächsten Jahren immer mehr verschärfen könne. Schwertmann hielt dagegen, dass es ja gerade der Schutz vor Veränderungen sei – auch bei Eigentümerwechsel –, der beabsichtigt sei. Wandtke und auch die Eigentümer von Bothmer und Werner Koch gaben zu bedenken, dass es ja gerade ihr bedachtsamer Umgang mit der Natur über Jahrzehnte hinweg gewesen sei, der das Gebiet zu dem schützenswerten Biotop gemacht habe, das es jetzt sei. Die für jedes Detail erforderliche Abstimmung mit der Region als Untere Naturschutzbehörde schränke die Landwirte erheblich ein, waren sich Dietrich von Bothmer, Werner Koch und Klaus Kreutzer einig. Kreutzer betonte, dass er die Grünflächen als Futterquelle für seinen Pferdebetrieb dringend benötige und auch auf die Möglichkeit der Beregung angewiesen sei. Ob dies im Naturschutzgebiet noch erlaubt sei, habe man ihm bisher nicht beantworten können.