Ex-Polizeichef ist jetzt Autor

Autor Manfred Henze hat den Stoff für seine Bücher auf dem Dachboden der Kommissariate ausgegraben. Foto: A. Wiese

Henze liest am 16. Januar bei Bücher am Markt

Bissendorf (awi). Zwischen Kriminalromanen und seinen Büchern bestehen entscheidende Unterschiede: Der Inhalt von Manfred Henzes Büchern ist wahr, ist real. Nach seinem Erstlingswerk „Stehlen, Quälen, Morden - Das ist doch nicht erlaubt!“ legt der Neustädter und langjährige Neustädter Kommissariatsleiter nun sein zweites Buch vor. Schlicht und einfach heißt es „Kaffhocker“. Und daraus liest der ehemalige Polizeichef, der im Ruhestand zum Schriftsteller wurde, am Mittwoch, 16. Januar, um 19 Uhr in der Buchhandlung Am Markt. Karten für die Lesung gibt es dort ab 8. Januar für sieben Euro. Es ist Henzes einzige Lesung in der Wedemark, wo er bereits vor zwei Jahren in seiner Funktion als Außenstellenleiter des Weißen Rings einen Vortrag im Bürgerhaus mit großer Resonanz gehalten hat. Das ECHO präsentiert die Lesung am 16. Januar. Redakteurin Anke Wiese kennt Manfred Henze aus ihrer Zeit als Journalistin in Neustadt am Rübenberge gut und hat den Kontakt zu Buchhändlerin Katharina Sauer vermittelt, denn es war gar nicht so einfach, bei Henze noch einen freien Termin für eine Lesung von „Kaffhocker“ zu ergattern. Für Januar und Februar hat er bereits zwölf Lesungen vereinbart.und ist ziemlich ausgebucht. Dass es sich um reale Geschichten handelt, ist nach Meinung des Autors von großer Bedeutung. Entspringt doch bei Krimis in der Regel der Fall der Phantasie des Schriftstellers und ist eine erfundene Geschichte, bei der kein Beteiligter Bleibendes ertragen muss. Sozusagen ein schönes, ausgedachtes Verbrechen. Menschen in Henzes Büchern mussten jedoch alles durchleben, alle Gefühle, alle seelischen Regungen und Empfindungen. Sie mussten Qualen, unmenschliches Leid und Elend sowie Trauer mit allen Gemütsstimmungen durch das schlimme Ereignis wahrnehmen, aber auch Freude, günstige Fügungen des Schicksals, Glück, Hoffnung, Zuversicht und Optimismus. Wahre Kriminalfälle sind emotionaler, insbesondere hinsichtlich der psychischen Erregungen und Gemütsbewegungen, als erfundene Taten. Den Leser möchte Henze am echten Leben, an der wahren Kriminalität, teilhaben lassen. Nach seinem Erstlingswerk „Stehlen, Quälen, Morden - Das ist doch nicht erlaubt!“ stellt er nun pünktlich ein Jahr später sein neues Buch „Kaffhocker“ vor. Es widmet sich der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Zwei Welten prallten aufeinander. Das vertraute Leben der Einheimischen und die Fremdartigkeit der Zugezogenen. Es ist eine kleine Milieustudie der damaligen Zeit. Die erzählten Ereignisse, alle mit kriminellem Bezug, zeichnen individuelle Einzelfälle nach, geben aber dadurch die allgemeinen Verhältnisse und Sichtweisen der Kleinstädter und der Fremden wieder. Unweigerlich stellt man verblüffende Parallelen zur heutigen sogenannten Flüchtlingsproblematik fest. Flüchtlinge und Vertriebene kamen ins Land. Damals wie heute entstanden durch den Zuzug Konflikte. Henze hat in alten, verstaubten und vergilbten Akten, die ihr Dasein auf den Dachböden der Polizeien fristeten, „sagenhafte“ Fälle gefunden, die er mit Ernsthaftigkeit, Hintergründigkeit, gelegentlich auch mit Humor aufschreiben konnte. Manchmal kommt auch sein berufsbedingter Polizei-Jargon zum Vorschein, den er als jahrzehntelanger Polizeichef nicht so einfach ablegen kann. Neugierig geworden? Dann Karten sichern für die Lesung und Signierstunde mit Manfred Henze am 16. Januar um 19 Uhr bei Bücher am Markt in Bissendorf.