F-Planänderung passiert Ausschuss

Lothar Zacharias vom Planungsbüro Zacharias gab die Prognosen für die Verkehrszahlen bekannt.

Bündnis C/FDP und Grüne stimmen ausdrücklich dagegen

Mellendorf (awi). Die Vorsitzende des Ausschusses für Bauen, Planen und Umweltschutz, Susanne Brakelmann, hatte die Beratung der Einwendungen zu der strittigen Thematik in verschiedene Themenfelder gesplittet und ließ dazu Fragen zu. So ging es vor allem um Verfahrensweise, Ausgleichsflächen und Verkehrsproblematik. Bezüglich der Ausgleichsflächen merkte CDU-Mitglied Achim von Einem an, dass aus der Vorlage nicht klar hervorgehe, wo diese geplant sein. Umweltbeauftragter Rene Rakebrandt versprach, eine entsprechende Karte nachzureichen und führte aus, dass er vor allem mit dem Wasserwerk in Elze kooperieren wolle.Eine weitere Ausgleichsmaßnahme zum Artenschutz sei in der Gailhofer Gemarkung nahe der Apfelchaussee geplant. Eine Gailhoferin kritisierte, dass sich der Löwenanteil der Ausgleichsmaßnahmen in Elze befinden werde, wo doch „vorrangig Gailhof geschädigt wird“. Rakebrandts Erklärung, dass eine so großflächige Maßnahme wie in Gailhof im gesamten Gemeindegebiet kompensiert werden müsse, reichte ihr nicht aus. Dass Ausgleichsmaßnahmen in anderen Gemeindeteilen stattfinden müssten, sei ein Beweis dafür, dass das Industriegebiet in Gailhof überdimensioniert sei. Davon ließ sie sich auch durch Einwände von Holger Zorn von der Gemeinde nicht abbringen, der auf rechtliche Vorgaben verwies. Die Bürgerin bezweifelte, dass Transparenz und Kontrolle gegeben sei. Auch ihm gebe das zu denken, sagte Landwirt Martin Schönhoff, der für die Gruppe Bündnis C/FDP im Ausschuss saß. In der Landwirtschaft sei ein räumlicher Zusammenhang zwischen Maßnahme und Ausgleich zwingend, im Baurecht nicht. Im Themenkreis Verkehr dominierten die Themen Stellplätze für Lkw und Anzahl der durch den Ort Meitze fahrenden Lkw die Debatte. Die Ausschussvorsitzende Susanne Brakelmann betonte, sie vertraue auf die Expertise von Fachleuten, die belastbare Zahlen als Grundlage für ihre Untersuchungen herangezogen hätten und verwies auf das Gutachten des Büros Zacharias, das zu demSchluss komme, dass es kein Verkehrschaos in Gailhof und Meitze geben werde. Bezüglich der Stellplätze würden die Firmen verpflichtet, Stellplätze und die entsprechenden sanitären Anlagen auf ihren Grundstücken zu schaffen. Lothar Zacharias, dessen Büro das Verkehrsgutachten erstellt und die Zählungen durchgeführt hat, betonte, man müsse unterscheiden zwischen Festsetzungen, die in einem Bebauungsplan getroffen werden könnten, so Zacharias, und Beschränkungen, die nur durch verkehrsbehördliche Anordnungen erfolgen könnten. Damit hätten sie schlechte Erfahrungen gemacht, erklärten die Bürger. Weder Polizei noch Gemeinde seien in der Lage, die getroffenen verkehrsbehördlichen Anordnungen wie aktuell das Durchfahrtsverbot für größere Lkw über die Dorfstraße durch Meitze durchzusetzen.
Zacharias riet zunächst abzuwarten, was für Betriebe sich überhaupt ansiedeln würden und Susanne Brakelmann setzte darauf, dass alles besser werde, wenn die Baustelle auf der A7 beenet sei. Auch diese Einlassungen förderten jedoch den Unmut der Bürger.Man plane erst und gucke dann, wie das ablaufe.
Am Ende stimmte auch der Fachausschuss wie zuvor der Ortsrat der Flächennutzungsplanänderung zu, lediglich Martin Schönhoff für die Gruppe Bündnis C/FDP und Angela Klingrad für die Grünen lehnten die Flächennutzungsplanänderung ab, Schönhoff konsequent auch die erneute Ausledung des Umweltberichtes. Dieses Gewerbe- und Industriegebiet werde die Wedemark deutlich verändern, so der Ratsherr von Bündnis C. Er könne die Anwohner verstehen, für die die Wohlfühlgemeinde da auf der Strecke bleibe. Aus Sicht seiner Gruppe seien Alternativen nicht ausreichend geprüft worden und es sei „ganz schön heftig“, den Widerstand der Bürger dermaßen zu ignorieren. Auch die Grünen sähen eine große Problematik „in den Flächen, die wir nicht mehr haben“, so Klingrad: „Wir wollen das Gewerbegebiet für kleine und mittelständische Firmen, aber nicht mehr, daher stimmen wir mit Nein!“ Der Lärmaktionsplan für die Wedemark passierte den Ausschuss ebenfalls mit der Gegenstimme von Martin Schönhoff im Namen von Bündnis C/FDP.