Familie Müller pflasterte Straße selbst

Alle haben Grund zur Freude: (v. r.) Ortsbrandmeister Dieter Fenske, das Ehepaar Marcus und Tina Müller, Nachbar Gräfenkämper und Ortsbürgermeister Jürgen Benk auf den neuen Pflaster. Im Hintergrund links der Feuerwehrpfosten. Foto: H. H. Schröder

Nach elf Jahren haben dreckige, nasse Füße in der Straße Zum Alten Hof ein Ende

Elze (hhs). Die Straße „Zum Alten Hof“ in Elze ist eine Stichstraße, die von der Schmiedestraße abgeht. Bis vor wenigen Wochen war es, wenn man es genau nimmt, ein unbefestigter Feldweg mit tiefen Schlaglöchern und Pfützen. Tina und Marcus Müller haben dort vor elf Jahren ihr Haus gebaut, etwa 100 Meter von der Einmündung Schmiedestraße entfernt.
Elf Jahre lang haben sie diese unglücklichen Umstände ertragen, ebenso wie die Familie Gräfenkämper, die einzigen weiteren Anlieger dort, denn alle anderen Gebäude dort haben ihre Zufahrt über den „Stillen Winkel“. „Nach elf Jahren haben dreckige und nasse Füße nun ein Ende“, freute sich Marcus Müller am Mittwoch. Er hatte eingeladen zu einer kleinen Feier: Grund: Die Müllers haben die gesamte Zuwegung auf eigene Kosten pflastern lassen und übergaben diese nun sehr hübsche Straße an den Ortsbürgermeister Jürgen Benk. Zunächst habe er vor Jahren versucht, die Gemeinde Wedemark dazu zu bewegen, die Straße mit einem festen Belag zu versehen. Das sei gescheitert. Das Interesse der Gemeinde daran sei gegen Null gegangen, was man auch irgendwie nachvollziehen könne bei nur zwei Anliegern. So seien direkt vor der Haustür der Müllers und Gräfenkämpers in den vergangenen Jahren gewissermaßen kleine Feuchtbiotope entstanden. Die Kinder und jeder, der hier zu Besuch kam, habe unglaubliche Mengen Dreck mit ins Haus getragen. „Das ging nicht mehr“, so Marcus Müller im Gespräch mit dem Wedemark ECHO. Irgendwann vor sechs Jahren habe die Familie den Entschluss gefasst, die Befestigung der Fahrbahn selbst zu übernehmen.
Für dieses Projekt habe die Gemeinde ein offenes Ohr gehabt. In mehreren Besprechungen wurde ein Plan erarbeitet, schließlich habe der Ortsrat Elze im Januar 2011 auch noch einem so genannten Feuerwehrpfosten zugestimmt, der am Ende der Pflasterung die freie Durchfahrt weiter zur Plumhofer Straße verhindert. Dann habe er sich um eine Baufirma gekümmert und schließlich habe man am 25. Oktober mit den Arbeiten begonnen. Mitarbeiter der Bauverwaltung der Gemeinde Wedemark hätten den Ausbau überwacht und noch einige Änderungswünsche formuliert. Schließlich sei alles in Ordnung gewesen und so könne die Gemeinde nun diese Straße gepflas-tert übernehmen. Ganz billig sei das alles nicht gewesen, so Marcus Müller, die Kosten hätten deutlich im fünfstelligen Bereich gelegen.
Zur kleinen Feier am Mittwoch hatten die Müllers Freunde, Bekannte, Nachbarn und fleißige Helfer, Mitarbeiter der Gemeinde und schließlich der Baufirma eingeladen. Und dann war auch noch Dieter Fenske anwesend, der Ortsbrandmeister in Elze. Er erhielt von Marcus Müller einen
Schlüssel für den Feuerwehrpfosten, „damit Ihr den Pfosten nicht umfahren müsst, wenn es hier einmal brennen sollte“.