„Faszination Glauben“

Manfred Zimmermann mit dem Porträt von Johannes, dem Lieblingsjünger Jesu, einer der Figuren auf den Bernwardstüren und Pfarrer Stefan Hesse. Foto: A. Wiese

Manfred Zimmermann zeigt Porträt-Ausstellung

Mellendorf (awi). Er hat sie ausgeleuchtet wie in der „richtigen“ Porträtfotografie: Mit kleinen Scheinwerfern arbeitete Fotograf Manfred Zimmermann auf einem Gerüst, als er die einzelnen Figuren der 4,75 hohen und 2,30 Meter breiten Bernwardstüren aus dem Hildesheimer Dom in Schwarz-Weiß ablichtete. Einen Teil dieser Fotografien zeigt Zimmermann ab 25. Februar in einer Ausstellung im Gemeindesaal der katholischen Kirchengemeinde in Mellendorf.
Die Bernwardstür ist laut Wikipedia eine um das Jahr 1015 datierte zweiflügelige Bronzetür im Westportal des Doms zu Hildesheim. Ihr reicher biblischer Figurenschmuck, der Szenen aus dem 1. Buch Mose und dem Leben Jesu Christi einander gegenüberstellt, gilt als erster Bildzyklus der deutschen Plastik. Aus konservatorischen Gründen waren die Türflügel bis zur letzten Restauration mit der Bildseite nach innen angebracht; einst aber wiesen sie nach außen und stellten so dem Ankommenden die porta salutis, die Tür zum Heil vor Augen, so Wikipedia. Die Geschichten, die die 1000 Jahre alten Türen erzählen, faszinieren den Fotografen Manfred Zimmermann ebenso wie den Menschen. Bischof Bernward habe die Bistumsgeschichte durch seine Persönlichkeit geprägt, und nicht nur die, sondern auch Otto III. als Kaiser maßgeblich beeinflusst. Vor dem Hintergrund ist es nicht überraschend, dass auch die Figuren auf den Türen etwas ganz Besonderes sind. Wegen der gigantischen Ausmaße der Türen erschließen sich dem Betrachter jedoch nur kleine Ausschnitte der figürlichen Darstellungen. So wie Manfred Zimmermann sich die Figuren vom Gerüst her auf Augenhöhe vornahm, dürften die wenigsten Betrachter bisher die Gelegenheit gehabt haben, sich mit ihnen auseinanzusetzen. „Fasziniert von der handwerklichen Technik übersieht man leicht die Botschaft dahinter“, erklärt Zimmermann. Und so ist die Betrachtung seiner Porträtfotos ein echtes Erlebnis. Man erkennt: Die Weisen sehen wirklich weise aus, Abel wie ein Bauer und die Hebamme guckt nachdenklich. Vor über 1.000 Jahren sei es gelungen, eine Ausdrucksform zu wählen, die absolut verständlich sei, schwärmen Manfred Zimmermann und Pfarrer Stefan Hesse. Er freut sich sehr darauf, die Ausstellung mit 20 Bildern vom 25. Februar bis 24. März im Karl-Heine-Haus, Karpatenweg 1, in Mellendorf präsentieren zu können. Eröffnet wird sie am Sonntag, 24. Februar, um 12.30 Uhr nach dem Gottesdienst. Die Eröffnungsrede hält Dr. Franz-Rainer Enste aus Brelingen. Übrigens war die Ausstellung bereits ein Jahr lang im Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim zu sehen – mit großem Erfolg.