FDP: Muss immer erst etwas passieren?

Die mobile Richtungsanzeige auf der Wedemarkstraße ist gut, reicht aber nicht aus, so der FDP-Ratsherr Erik van der Vorm, der dafür plädiert, den Hartmannshof als Einbahnstraße von der L190 in Richtung Wedemarkstraße auszuweisen. Foto: A. Wiese

Entschärfung des Kreuzung L 190/Hartmannshof

Mellendorf (awi). Der schwere Unfall, bei dem eine Vierjährige an der Kreuzung L 190/Hartmannshof schwere Fußverletzungen erlitten hat, weil ein Lastwagen beim Rechtsabbiegen mit dem Auflieger auf den Gehweg geraten ist, hat Konsequenzen. Gemeinde und Polizei absolvierten zeitnah einen Ortstermin.  Seit etwas mehr als einer Woche steht auf der Wedemarkstraße in Richtung L 190 auf der rechten Seite der Straße vor dem Hartmannshof ein großes mobiles Hinweisschild, auf dem empfohlen wird, dass Lastwagen, die nach Bremen und Hamburg fahren, rechts abbiegen und nicht in den Hartmannshof einfahren sollen. „Warum muss immer erst etwas passieren", fragt FDP-Ratsherr Erik van der Vorm. Er Ihatte bereits im März drei Anträge zur Entschärfung der Verkehrssituation auf der L 190 gestellt. Einer davon zielte darauf ab, den Hartmannshof von der L 190 gesehen zur Einbahnstraße zu machen. Doch der Antrag wurde von der Großen Koalition aus CDU und SPD kurzerhand abgelehnt mit der Begründung, er sei nicht zielführend und fördere die Staubildung, ärgert sich van der Vorm. Vielleicht bringt der tragische Unfall die Groko zum Umdenken, hofft van der Vor, der den Antrag jetzt im Rat am 22. Juni erneut stellen will. Erstmals hatte er ihn bereits zur Verwaltungsausschussitzung am 23. März eingebracht. Dort wurde er vertagt, weil er erst in den Ausschuss Planen und Bauen Umweltschutz sollte und dort dann von CDU und SPD abgeschmettert. Der FDP-Politiker hatte den Antrag für die Gruppe FDP/Bündnis C im Zusammenhang mit der Vorlage 187/2019 (Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation auf der L 190 von der Gemeindegrenze Langenhagen bis zur Gemeindegrenze Schwarmstedt) formuliert. Der erneute modifizierte Antrag der Gruppe lautet: Die Vorlage 187/2019 wird um folgende Maßnahmen erweitert: Die L 383 wird von der L 190 bis zur Wedemarkstraße  (Hartmannshof) Einbahnstraße. Das Stoppschild vor der L 190 im Bereich der
Einmündung Hartmannshof auf die L 190 kann entfallen. Die Fahrzeuge, die aus östlicher Richtung auf die L 190 fahren wollen, müssen dann vor Hartmannshof nach rechts abbiegen
und in der Folge entweder auf der L 190 nach links (Fahrtrichtung Süden oder nach rechts (Fahrtrichtung Norden) abbiegen. Auf der Wedemarkstraße sind Richtungspfeile aufzubringen. Anlass für die erneute Stellung des Antrages sei der schwere Verkehrsunfall mit einem Lastwagen, bei dem ein Kind schwer verletzt wurde. Die Situation dürfe nicht wieder auftreten, so van der Vorm in seiner schriftlichen Begründung. Die kurzfristig aufgestellte mobile Richtungsanzeige reiche bei weitem nicht aus, um zukünftig Unfälle wie den im Mai zu verhindern. „Es bleibt zu hoffen, dass CDU und SPD nunmehr dem Antrag zustimmen, damit die für Fußgänger und auch alle sonstigen Verkehrsteilnehmer gefährliche Situation entfällt und zukünftig dort niemand mehr zu Schaden kommt", so van der Vorm.
Ortsunkundigen wird indessen das sichere Abbiegen auf die L 190 Richtung Hamburg signalisiert. Übergangsweise weist eine LED-Anzeigetafel in der Wedemarkstraße in Mellendorf auf den einfachsten Weg Richtung Hamburg hin. Zur Unfallvermeidung sollen damit Verkehre aus dem Hartmannshof herausgehalten werden. Seit Donnerstag vergangener Woche steht die eine mobile Anzeigetafel an der Wedemarkstraße in Mellendorf. Diese LED-Tafel informiert die Verkehrsteilnehmenden in Richtung L 190 über die folgende Verkehrsgabelung: In Richtung Dortmund und Hannover soll links gefahren werden, den Hartmannshof entlang. Wer in Richtung Hamburg/Bremen fährt soll sich rechts halten, der Wedemarkstraße weiter folgen. Die LED-Tafel ist täglich zwischen 7 und 19 Uhr eingeschaltet. Das Anzeigebild schaltet automatisch alle zwei Sekunden zwischen den beiden Anzeigebildern um. In der Vergangenheit fuhren insbesondere ortsunkundige Kraftfahrer regelmäßig von der Wedemarkstraße kommend, über die Straße Hartmannshof, um dann dort nach rechts auf die L 190 in Richtung Hamburg/Bremen abzubiegen. Das Abbiegen ist an der Stelle nur in einem sehr spitzen Winkel möglich, so Gemeindesprecher Ewald Nagel. Mit PKWs sei das keine große Herausforderung. LKW-Fahrer müssten jedoch weit ausholen. Ihre Schleppkurve schneide den Fuß- und Radweg. Dadurch werde mmer wieder der Verkehrsfluss behindert. Außerdem berge so ein Manöver Gefahren für alle Verkehrsteilnehmer. Der tragische Unfall mit der Vierjährige Ende Mai sei bisher der traurige Höhepunkt gewesen. Nach diesem Unfall habe die zuständige Verkehrsunfallkommission die Lage rund um den Unfallort besichtigt. Mit dabei waren Vertreter der Polizei, des Landes, der Straßenverkehrsbehörde und der Gemeinde. Einvernehmlich hätten die Kommissionsmitglieder beschlossen, auf Kartenabieter von Navigationsgeräten einzuwirken, die besondere Verkehrssituation vor Ort in Routenführungen zu berücksichtigen. Wer in Richtung Hamburg fahren wolle, solle also von seinem „Navi“ auf der Wedemarkstraße gehalten werden und kann dann an der Einmündung in die Kaltenweider Straße einfach rechts abbiegen. Dort wo jetzt vorrübergehend die LED-Tafel steht, will die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr eine stationäre Tafel aufstellen, die die Informationen der LED-Tafel übernimmt. Die Lieferzeit dieser stationären Tafel beträgt allerdings rund sechs Wochen.
Die Verkehrsmanagementzentrale hat die Aufstellung ohne Kostenberechnung übernommen. Weder die Straßenbauverwaltung des Landes Niedersachsen noch die Gemeinde Wedemark müssen für die Tafel bezahlen, betont Nagel in der Pressemitteilung der Gemeinde.