FDP-Wedemark lädt zum Gänseessen

Erik van der Vorm (von rechts), Björn Försterling und Andrea Giese freuen sich auf das Gänseessen des FDP Ortsverbands Wedemark. Foto: B. Stache
 
Björn Försterling (stehend) spricht als Gastredner beim Gänseessen der FDP Ortsverband Wedemark in Ibsingen. Foto: B. Stache

Ortsverbandsvorsitzende Andrea Giese begrüßt MdL Björn Försterling als Gastredner

Ibsingen (st). Im Namen des Parteivorstands der FDP Ortsverband Wedemark hatte Vorsitzende Andrea Giese am Freitagabend zum Gänseessen auf Hof Rust nach Ibsingen eingeladen. Seit 2011 führen die Freien Demokraten diese Veranstaltung zum Jahresabschluss durch. Dabei gilt es, in gemütlicher Runde miteinander zu essen und zu plaudern. Als Gastredner konnte in diesem Jahr der FDP-Landtagsabgeordnete Björn Försterling gewonnen werden. Der 36-jährige Diplom-Finanzwirt trat 1998 in die FDP ein, ist seit 2008 Abgeordneter im Niedersächsischen Landtag und Mitglied im Kultusausschuss. Er ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender, bildungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion sowie Sprecher für Religions- und Weltausschussangelegenheiten. „Ich bin immer gerne im Land unterwegs. Wenn man Politik für die Menschen macht, muss man sie auch treffen. Ich bin heute in der Wedemark zu Gast“, erklärte er. Sein freier Vortrag behandelte das Thema „Europa als Garant der Freiheit“. Der FDP-Politiker sprach über zunehmende nationalistische Strömungen in Europa. Es gebe Tendenzen durch Nationalisten, den Sprachgebrauch zu verändern, mahnte er. Bei der EU-Osterweiterung hätte er sich ein deutlich langsameres Tempo gewünscht. „Wie schaffen wir es, Europa als Garant der Freiheit und des Friedens weiter zu stärken?“, fragte er in die Runde. Um der Abwanderung von Arbeitskräften innerhalb Europas zu begegnen, sei es wichtig, in allen Mitgliedsstaaten für gleiche Lebensverhältnisse zu sorgen. Björn Försterling sprach sich auch für eine Stärkung der Europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache „Frontex“ aus. Zur Sicherung der europäischen Außengrenze – in Verbindung mit den aktuellen Flüchtlingsströmen – erklärte er: „Die Lösung kann nicht sein, dass wir Griechenland, Italien und Spanien mit den Problemen alleine lassen.“ Es müsse gelingen, die Asylverfahren möglichst in den Ländern jenseits des Mittelmeers durchzuführen, lautete sein Statement. Er sprach auch die Anregung von Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Schaffung einer europäischen Armee an. Wenn sich Europa als eine Einheit mit gemeinsamer Außen- und Sicherheitspolitik begreift, müsse dies auch durch eine gemeinsame Armee zum Ausdruck gebracht werden, erklärte der FDP-Landtagsabgeordnete. Auf die Frage, wer die Zukunft Europas bilden solle, gebe es nur eine Antwort: Das muss die Jugend sein. „Wir Freien Demokraten haben den festen Glauben daran, dass eine innere Stabilität der Europäischen Union daraus erwachsen kann, dass die jungen Generationen in einem gemeinsamen europäischen Bewusstsein aufwachsen“, formulierte es Björn Försterling. „Wir brauchen Europa mehr denn je“, erklärte Ratsherr und FDP-Fraktionsvorsitzender Erik van der Vorm in seinem Statement. Der Kommunalpolitiker sprach unter anderem die Themen Haushalt der Wedemark, Kosten für Kindergärten („Die Kommune wird allein gelassen“) und Schulpolitik an. Die Inklusion betrachtete er kritisch. Mit Hinweis auf die aktuellen politischen Verhältnisse im Bund, Land und der Gemeinde Wedemark sagte van der Vorm: „Diese großen Koalitionen sind das Gift – aus meiner Sicht – für die Demokratie. Wir brauchen eine vernünftige Regierung und brauchen eine starke Opposition.“ Bei ihrer Begrüßung hatte Andrea Giese an einen beeindruckenden Besuch als Vorsitzende des Partnerschaftskomitees in der französischen Partnerstadt Roye erinnert. Sie hatte dort an den Feierlichkeiten zum Gedenken an das Ende des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren teilgenommen. Die Wedemärker Partnerstadt Roye liegt im Department Somme, zirka 100 Kilometer nördlich von Paris. Auf dem Besuchsprogramm standen französische Friedhöfe und Kriegsgräberfelder für gefallene britische, australische, kanadische und deutsche Soldaten. „Es hat uns sehr bewegt, dass wir so selbstverständlich dazu eingeladen wurden, an dieser Zeremonie teilzunehmen. Unseren deutschen Soldaten, die dort gefallen sind, wurde die gleiche Ehrerbietung entgegengebracht, wie allen anderen Soldaten auch. Das ist nicht selbstverständlich vor unserer gemeinsamen Geschichte. Das hat mich sehr beeindruckt und in dem Glauben verstärkt, dass Frieden und Versöhnung in einem geeinten Europa gelingen können.“ Das Fazit des FDP-Landtagsabgeordneten Björn Försterling zum Abschluss des Gänseessens lautete: „Wir hatten eine gute Diskussion, leckeres Essen und interessante Gespräche.“