Feuerwehr feiert ihr Wintervergnügen

Ortsbrandmeister Ralf Prüser (rechts) und sein Stellvertreter Klaus Stoll bedankten sich mit Blumen bei der scheidenden Schriftführerin Friederike Hahn (zweite von rechts) und ihrer Nachfolgerin Sabrina Kaluza. Fotos: A. Wiese

Fünf Einsätze hatte die Bennemühlener Wehr 2014 zu bewältigen

Bennemühlen (awi). Aus dem Ball im Anschluss an die Jahreshauptversammlung ist mittlerweile ein Wintervergnügen mit 60 Teilnehmern geworden, doch für Ortsbrandmeister Ralf Prüser ist die Hauptsache, dass sich die Mitgliederzahl der kleinen Ortsfeuerwehr Bennemühlen langsam wieder erhöht – unter den Aktiven sind mittlerweile auch drei Frauen – und dass es wieder Kinder im Dorf gibt – die Zukunft der Feuerwehr.
„Bei unserem Laterenumzug waren es im letzten Herbst tatsächlich wieder Bennemühlener Kinder mit ihren Eltern, die mit uns durchs Dorf gezogen sind“, freut sich Prüser. Doch nicht nur Kinder als Nachwuchs sind wichtig für die Feuerwehr, sondern auch die fördernden Mitglieder. Die hätte Ralf Prüser gerne für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt, doch leider konnte aus diversen Gründen keines davon an der Jahreshauptversamlung und dem Wintervergnügen am letzten Sonnabend in der „Witwe Bolte“ teilnehmen. Und so gab Prüser die Urkunden für Dieter Hahn, Hubert Jabs, Rudi Marx und Walter Stoll, die alle 37 Jahre und länger der Feuerwehr angehören, Nachbarn und Verwandten mit. Auch Hans Kroll, der bereits 60 Jahre Mitglied in der Feuerwehr ist, konnte seine Urkunde und das Präsent – eine Statue des heiligen Florian, des Schutzheiligen der Feuerwehr – nicht selbst entgegennehmen.
Über einen Blumenstrauß als Dankeschön freute sich jedoch Friederike Hahn. Sie musste aus beruflichen Gründen das Amt der Schriftführerin abgeben. Ihre Nachfolgerin ist Sabrina Kaluza. Die Feuerwehr Bennemühlen verfügt aktuell über 26 Aktive, acht Alterskameraden und 50 fördernde Mitglieder. Die Aktiven rückten im vergangenen Jahr zu fünf Einsätzen aus und leisteten insgesamt 1.596 Dienststunden. Bei den Einsätzen reichte die Palette vom Bahnunfall über einen PKW-Unfall und das Abstreuen einer Ölspur bis zur Alarmierung wegen eines Baumes auf den Bahngleisen. „Einsätze im Bereich der Bahn werden immer mehr“, resümierte Ortsbrandmeister Ralf Prüser. Sein Jahresbericht belegte aber über die Einsätze hinaus den hohen Stellenwert, den die Feuerwehr für die Dorfgemeinschaft in dem kleinen Ort hat. So organisierte sie das Osterfeuer auf der Wiese von Klaus Stoll an der Beeke und einen Ausflug mit Rübezahl-Keulenwurf und Schweinebraten satt. Sie richtete den Laternenumzug aus, legte am Volkstrauertag einen Kranz am Denkmal nieder, fuhr zum Bremer Weihnachtsmarkt und lud alle Senioren zur Adventsfeier ein. Bei der Wedemark-Rallye Ende August waren Bennemühlener Feuerwehrleute als Streckenposten eingesetzt und die gesamte Feuerwehr beteiligte sich an einer Übung, bei der ein PKW-Brand simuliert wurde. Später hatten die Feuerwehrkameraden dann noch die Gelegenheit, das Fahrzeug mit Spreizer und Schere in seine Einzelteile zu zerlegen. Vier Kameraden absolvierten die Truppmann-Ausbildung Teil 1, alle mit gut bis sehr gut. Mit Felix Meinke und Moritz Meyer gab es zwei Neue in den Reihen der Aktiven. Die Feuerwehr entsandte Abordnungen zu einer diamantenen Hochzeit und runden Geburtstagen und sie veranstaltet inn den Wintermonaten jeden ersten Donnerstag im Monat einen Spiel- und Klönabend
im Gerätehaus, bei dem es auch was Leckeres zu essen gibt. In diesem Zusammenhang ist die Bennemühlener Feuerwehr übrigens auch auf der Suche nach alten Bildern aus dem Dorf, um eine Diashow zusammenzustellen. Und sie möchte auch in diesem Jahr wieder ein Sommerfest veranstalten, damit sich die Bürger eines so kleinen Dorfes überhaupt mal sehen, wie es Ralf Prüser formulierte. Ortsbürgermeisterin Rosemarie Spindler betonte ebenfalls die Wichtigkeit der Feuerwehr für die Dorfgemeinschaft und sprach im Zusammenhang mit dem Thema Nachwuchs die aktuelle Imagekampagne der Feuerwehr Wedemark „Danke Florian“ an. Hier gehe es auch darum, dass die Feuerwehr noch mehr könne als retten, löschen, bergen, schützen. „Sie setzt Impulse im Dorf, sie zeigt, wie man mit Feuer umgehen muss und es gibt wenig Vereine, die soviel Arbeit an Menschen leisten und sich dabei auch immer wieder selber in Gefahr bringen“, so Rosemarie Spindler. Sie wünschte der Bennemühlener Feuerwehr „ein bisschen Üben, ein bisschen Ernst und dass immer alle glimpflich davon kommen“.
Der stellvertretende Gemeindebrandmeister Christoph Boss überbrachte Grüße von den anderen 14 Ortsfeuerwehren, Gemeindebrandmeister Dr. Maik Plischke und Stellvertreter Jens Kahlmeyer, außerdem von Bürgermeister Helge Zychlinski und der Ersten Gemeinderätin Konstanze Beckedorf. Auch er sprach die neue Image-Kampagne an, die den Bürgern klar machen solle, dass es ihr Nachbar sei, der kommt, wenn es brennt und nicht irgendeine Feuerwehr. Boss appellierte an die Bennemühlener Feuerwehrkameraden, sich an der Atemschutzgruppe Nord zu beteiligen. Kaum ein Brandeinsatz werde heutzutage noch ohne Atemschutz gefahren und zur Übung gebe es lediglich vier gemeinsame Dienste im Jahr. Ortsbrandmeister Ralf Prüser bemerkte dazu, dass es für Bennemühlen dann auch die entsprechenden Lehrgänge geben müss-te. Im letzten Jahr habe die Wehr zwei Sprechfunker- und zwei Maschinistenlehrgänge beantragt und gar keinen bekommen. Aber das Problem sei ja bekannt. Boss ließ die Bennemühlener jedenfalls wissen, er würde sich freuen, wenn bei der Fortbildung im Brandhaus Fassberg, die in diesem Jahr für den 16. Mai geplant sei, auch Bennemühlener Kräfte dabei seien.